THE RIFFS III – DIE RATTEN VON MANHATTAN

The Riffs III – Die Ratten von Manhattan
Rate – Notte di terrore | Frankreich/Italien | 1984
IMDb, OFDb, Schnittberichte

Eine Truppe von Motorrad-Rockern unter der Führung von King (Ottaviano Dell’Acqua), begibt sich durch die postnukleare Einöde, um ein verborgenes Labor zu finden. Nachdem das gelungen ist, muss die Gruppe allerdings schnell feststellen, dass das Labor sowie das ganze es umgebende Gebäude von verstrahlten – und folglich äußerst aggressiven – Ratten in Beschlag genommen wurde.

Die zwei italienischen Endzeit-Klassiker THE RIFFS – DIE GEWALT SIND WIR (1982) und THE RIFFS II – FLUCHT AUS DER BRONX (1983) von Enzo G. Castellari zählen bis heute zu den Aushängeschildern des Genres und brachten dem deutschen Alemannia Filmverleih seinerzeit ein nettes Sümmchen ein. Nur logisch, dass man sich auf Seiten der Alemannia nach einem dritten Teil sehnte, den es allerdings schlichthinweg nicht geben sollte. Also schnappte man sich kurzerhand den im Original mit Rats – Notte di terrore betitelten Streifen des Schund-Experten Bruno Mattei und verpasste ihm einen Titel und ein Poster, die beide eine klare Verbindung zu Castellaris Filmen aufbauen.
Mattei hatte zu diesem mit Sexploitation-Filmchen wie LIBIDOMANIA – ALLE ABARTEN DIESER WELT (1979), Zombie-Reißern wie DIE HÖLLE DER LEBENDEN TOTEN (1980) oder Women-In-Prison-Granaten wie LAURA – EINE FRAU GEHT DURCH DIE HÖLLE (1982) bereits mehr als deutlich klar gestellt, welche filmischen Ambitionen ihm vorschwebten. Und sein Tierhorror-Endzeit-Gemisch sollte dabei keine Ausnahme darstellen, sondern seine Tugenden konsequent fortsetzen.

Video: Du bist mir noch was schuldig, Chocolate.
Chocolate: Nicht das ich wüsste, Video.
Video: Du hast gesagt, wenn ich den Computer knacke, dann darf ich dich auch knacken!

So stand ihm dann in Sachen Drehbuch Claudio Fragasso zur Seite, der Mattei bereits bei diversen Schandtaten geholfen hatte und spätestens 1990 als Regisseur von TROLL 2 ewigen Ruhm erlangen sollte. Zusammen kritzelten die beiden dann ein Script darnieder, welches es an jeglichem Sinn und Verstand mangeln lässt. Es gibt keine Beweggründe und keine Ziele, niemand denkt nach, jeder tut was er will.
Da fällt einer besoffen in ein Loch, nachdem er mit seiner Freundin, die von einer Ratte aufgefressen wird, weil sie ihren Schlafsack nicht zu öffnen vermag, im Gemeinschaftsraum Geschlechtsverkehr hatte. Währenddessen versucht der Chef der Truppe einem anderen Typen einen gnädigen Tod zu verschaffen, indem er ihn mit einem Flammenwerfer bearbeitet. Zusammen mit dem ewigen Hin-und-Her-Gerenne, ziemlich viel Geschrei und eimerweise Ratten, ergibt das eine Melange, die schon nach wenigen Minuten die Synapsen zu überfordern droht.

Apropos Ratten: Diese kommen nur in äußerst geringer Zahl vor und verhalten sich zudem durchweg friedlich und ruhig. Deshalb werden die armen Tiere andauernd in größeren Mengen umhergeworfen, um irgendeine Art von Bedrohlichkeit zu erzeugen. Das klappt natürlich nicht und gipfelt schließlich darin, dass die anführende Ratte immer mal wieder in Nahaufnahmen gezeigt wird, um ihre finsteren Ambitionen zu verdeutlichen. Immerhin sorgen die Nager dann für einige leidlich umgesetzte Effektszenen, in denen das Team aus ein wenig Latex und einer Tasse voll Kunstblut ein paar Schockmomente kreieren durfte.
In der zentralen Rolle findet sich dann Ottaviano Dell’Aqcua wieder, der sich bis dato vornehmlich als Stuntman und Nebendarsteller durch allerlei italienische Produktionen geschlagen hatte. Dieser lässt jedoch – wie der übrige Cast auch – jegliches Können vermissen und konfrontiert seinen Zuschauer hingegen mit unzusammenhängenden Sprüchen und unsinnigem Verhalten. So ist einem dann auch recht schnell egal, was die Protagonisten da so veranstalten und man erfreut sich eher an deren übermäßig klischeebehafteten Benennungen wie King, Chocolate, Video oder Lucifer.

King: Computern und Leichen sollte man möglichst aus dem Weg gehen!

Nun muss man dem Film zu Gute halten, dass einzelne Szenen tatsächlich für Gelächter zu sorgen vermögen. Und auch wenn dieses sich meist auf den unfassbaren Blödsinn des Dargeboten begründet, so kann der Streifen eine dem Thema zugetane Runde doch mit Sicherheit unterhalten, denn immer wieder passieren Dinge, die man einfach nicht erwartet, die man einfach nicht wahrhaben möchte.
Mit Synthie-Sounds, wenigen Überraschungen und den üblichen Genre-Versatzstücken schafft es der Streifen dann tatsächlich, das Ende irgendwie zu erreichen, welches dann von einem zwar vorhersehbaren, aber nichtsdestotrotz charmant-trashig umgesetzten Final-Twist besiegelt wird. Bis dahin hat sich in des Zuschauers Kopf allerdings ohnehin schon eine derartige Leere eingestellt, dass das keinen mehr interessieren dürfte …

In bester Tradition schustert Bruno Mattei hier ein Flickenteppich zusammen, der zwar in einzelnen Szenen immer mal wieder für Lacher sorgen kann, insgesamt aber etwas unscharf wirkt, da man als Zuschauer andauernd den Kopf schütteln muss.

4 Antworten zu “THE RIFFS III – DIE RATTEN VON MANHATTAN

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