THE MUTILATOR

The Mutilator
The Mutilator | USA | 1984
IMDb, OFDb, Schnittberichte

Nachdem der zehnjährige Ed (Matt Mitler) per Zufall seine Mutter erschossen hat, ist sein Vater dem Alkohol verfallen. Jahre später plant Ed mit ein paar Freunden einen Aufenthalt im Strandhaus seines Vaters, welches er wieder in Schuss bringen soll. Doch kaum sind die Teenager dort angekommen, kommt es zu grausamen Todesfällen.

In den 80er Jahren sah sich – beschwingt durch das boomende Slasher-Genre und den durch die VHS-Kassette beflügelten Heimkinomarkt – beinahe jeder Hobbyfilmer berufen, seinen Beitrag zum schier unüberschaubaren Wust der Meuchel-Filmchen zu leisten. So auch Buddy Cooper, dessen filmisches Schaffens sich ansonsten sehr treffend als nicht vorhanden beschreiben lässt. Aber das hinderte Cooper 1985 nicht daran, sich mit ein paar Freunden im Gepäck an die Umsetzung einen prototypischen Direct-to-VHS Slasher-Filmchen zu begeben.
Das Drehbuch schrieb Cooper auch gleich selbst und das Ergebnis dürfte dann auch kaum überraschen: Ein paar Teens in einem einsamen Haus, in welchem ein Irrer sich mordend an ihnen vergeht. Was dieses Script jedoch von denen der meisten Genre-Kollegen unterscheidet ist der Umstand, dass der Film zu keiner Zeit ein Geheimnis aus der Identität des Mörders macht. Von Anfang an sind die Fronten also geklärt und auf die Untiefen etwaigen Rätselratens lässt sich der Streifen gar nicht erst ein.

Sue: Ich hab’s aber nicht gern, wenn man mich auf so ‘ne Tour ins Bett ziehen will …
Ralph: Mein Gott, bist du kompliziert!

Dafür versucht Cooper dann aber, die billigend in Kauf genommene Abwesenheit von Spannung mit einer veritablen Menge an blutigen Effekten aufzuwiegen. Und was der versehentliche Schuss in Mutters Rücken dann schon zu Beginn erahnen lässt, soll sich im Verlaufe des Films immer wieder bestätigen: Gore wird hier großgeschrieben. Das augenscheinlich magere Budget floss demnach wohl zum überwiegenden Teil in die Beschaffung von Kunstblut und ein paar Körperteilen, um die Tätigkeiten des Mörders visuell ansprechend in Szene setzen zu können. Ein Vorhaben, das dann auch durchaus gelingt, und dem Film so einige nicht abzusprechende Schauwerte verschafft.

Ansonsten sieht es damit nämlich nicht ganz so gut aus. Der Cast besteht zum Großteil aus Freunden und Bekannten des Regisseurs, einzig Hauptdarsteller Matt Mitler kann auf ein halbwegs achtbares Portfolio – das neben Beteiligungen an Streifen wie KILLER-ALIEN (1986) und MUTANT WAR (1987) auch eine Nebenrolle in Henenlotters BASKET CASE 2 (1990) umfasst – verweisen.

Linda: Das Wasser sieht so komisch aus.
Mike: Vermutlich ist ein bisschen viel Chlor drin.
Linda: Ist das schädlich, was meinst du?
Mike: Nein, im Gegenteil. Das verhindert nämlich Herpes.
Linda: Ach, ich wusste gar nicht, dass ich mir in dieser Richtung Sorgen machen muss …

Erwartbar belanglos hampeln die Darsteller dann auch über den Schirm, ohne dabei auch nur eines der gängigen Genre-Klischees auszulassen. Die züchtigen Damen werden natürlich lange verschont, während die lüsternen Mädels ein zügiges Ende finden. Ständig trennt sich die Gruppe (unter anderem für ein zünftige Runde Blinde Kuh), immer wieder tapsen die Protagonisten alleine umher. Das Ganze wird dann mit massig billigen Anmachsprüchen der von Hormonen geschüttelten Jugendlichen garniert.
Folglich ist THE MUTILATOR sicherlich alles andere als ein spannender oder gut gemachter Film, aber dafür stellt er einen prototypischen Vertreter eines ganzen Genres von billig runtergekurbelten Teenie-Slashern dar. Fernab von den Standardwerken wie HALLOWEEN – DIE NACHT DES GRAUENS (1978) oder FREITAG DER 13. (1980) nutzen Filme wie dieser die Konventionen dieser Filmart, um unkompliziert (und in diesem Falle erstaunlich blutig) zu unterhalten; und daran gibt es ja grundsätzlich nichts auszusetzen.

Wenig Spannung und keine Story werden hier mit blutigen Effekten und dummen Sprüchen aufgewogen; für Fans von B-Slashern stellt der Streifen somit sicherlich gangbare Unterhaltung dar.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..