NIGHT HUNTER

Night Hunter
Avenging Force | USA | 1986
IMDb, OFDb, Schnittberichte

Matt Hunter (Michael Dudikoff) besucht seinen Kumpel Larry Richards (Steve James), der in New Orleans eine politische Karriere eingeschlagen hat. Dabei ist er jedoch der rechtskonservativen Gruppe „The Pentangle“ ein Dorn im Auge, sodass diese Larry kurzerhand samt Familie umbringen. Dabei gerät auch Matt Hunter ins Visier der Verbrecher, die nun auch ihm und seiner Schwester Sarah (Allison Gereighty) an die Wäsche wollen.

1985 feierte der Regisseur Sam Firstenberg mit AMERICAN FIGHTER einen riesigen Erfolg auf dem B-Actioner-Segment. Der Streifen stellte den prototypischen Mix aus Kloppen und Ballern dar, mit dem das den beiden israelischen Produzenten Menahem Golan und Yoram Globus gehörende Studio Cannon Films die Kassen in jenem Jahrzehnt so richtig klingeln ließ. Natürlich wurde Firstenberg dann Dank seines unkomplizierten und flotten Regiestils für weitere Arbeiten verpflichtet und seine nächste Aufgabe sollte die Fortsetzung des Norris-Streifens INVASION U.S.A. (1985) sein. Doch der bereits gebuchte Kampfsportler (es waren schon Werbeanzeigen mit der Ankündigung von Norris‘ Rückkehr als Matt Hunter geschaltet) sagte kurz vor Drehbeginn ab, sodass Firstenberg sich schnell Ersatz suchen musste. Dieser griff dann einfach auf Michael Dudikoff zurück, der bereits als Joe Armstrong in AMERICAN FIGHTER seine Qualitäten bewiesen hatte.

Glastenbury: Ich weiß, dass diese gottverdammten Liberalen uns Faschisten schimpfen, aber Fakt ist: Wir haben Recht!

Das Drehbuch schrieb der Action-erfahrende Autor und Schauspieler James Booth, welcher dann eine sehr stringente und einfache Geschichte zusammensponn. Die übliche Mixtur aus Mord und Rache, Edelmut und Niedertracht funktioniert ohne Frage gut, auch wenn sie keine großen Überraschungen erwarten lässt. Auffälliger ist da schon die deutliche Positionierung der antagonistischen Pentangle-Gruppe als neonazistische Vereinigung. In der deutschen Version wurde das Profil der Verbrecherbande dann ein wenig angepasst, um allzu harsche rassistische Bemerkungen ein wenig abzufangen. Das äußerst sich dann in der Tatsache, dass Larry nun wegen eines vermasselten Bauprojektes ermordet wird, anstatt aufgrund seiner Hautfarbe oder dass die zahlreich vorkommende Beleidigung „Nigger“ in der deutschen Fassung durch trashig-anmutende Übersetzungen ersetzt wurde.

Auch einige der durchaus expliziten Gewaltdarstellungen fielen bei den deutschen Veröffentlichungen des Films der Schere zum Opfer. Denn der Streifen zeigt überdurchschnittlich viele kaltblütige Morde, die des Öfteren auch mal an Kindern verübt werden. Und auch wenn sich derartiges oftmals im Off vollzieht, so weist der Film doch eine kältere, härtere Gewalt auf, als viele Genrekollegen.
Vollkommen im Genremittelmaß ist allerdings die Besetzungsriege anzusiedeln, in deren Mittelpunkt unangefochten Michael Dudikoff steht. Dudikoff mimt dabei gefällig und präsentiert dem geneigten Fan immer wieder verschiedene Kampftechniken. Ein bisschen Kloppen, ein bisschen Ballern, stets ändert sich die Art und Weise, auf die sich Matt Hunter mit seinen Gegnern auseinandersetzt. Die Kämpfe sind dabei flott inszeniert, wer aber Martial-Arts-Darbietungen wie in AMERICAN FIGHTER erwartet, der sollte sich besser anderswo umsehen.

Typ: Vielleicht wurden sie gekidnappt?
Admiral Brown: Können Sie sich vorstellen, dass jemand Matt Hunter kidnappt?

Auch Steve James ist wieder mit von der Partie, muss sein Leinwandleben – nach einigen beeindruckenden Darbietungen seines nackten Oberkörpers – dann aber leider viel zu früh lassen, als das sich eine echte Buddy-Story entwickeln könnte. Das können weder Drehbuchautor James Booth als alternder Admiral Brown, noch Allison Gereighty als ständig quengelnde Göre aufwiegen. Immerhin bietet John P. Ryan einen gangbaren Bösewicht, der mit seiner maskierten Truppe des Bösen ein ordentliches Gegengewicht schafft.
Letztlich sorgt dann vor allem das zügige und unkomplizierte Voranschreiten des Films dafür, dass das Ding als B-Action-Vehikel durchaus funktioniert. Es ist zwar nicht wirklich spannend, und alles was man geboten bekommt, hat man so oder so ähnlich schon Mal gesehen, für Freunde des Cannon’schen Unterhaltungsfilms bleibt der Streifen aber sicherlich ein gangbares Mittel zum Zeitvertreib.

Der Streifen bietet genau das, was man erwarten kann: Gekloppe und Geballer umrahmt von einer Allerwelts-Story; und für B-Action-Freunde ist er somit sicherlich einen Blick wert.

Eine Antwort zu “NIGHT HUNTER

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