ILSA – HAREMSWÄCHTERIN DES SCHEICHS

Ilsa – Haremswächterin des Scheichs
Ilsa, Harem Keeper of the Oil Sheiks | Kanada | 1976
IMDb, OFDb, Schnittberichte

Ilsa (Dyanne Thorne) hat ihren bisherigen Posten aufgegeben und ist nun als Haremswächterin bei einem namenlosen Scheich (Jerry Delony) tätig. Dieser handelt jedoch nicht nur mit Öl, sondern auch mit Sklavinnen, was schon bald den NSA-Agenten Adam Scott (Max Thayer) auf den Plan ruft. Doch anstatt nach Sklavinnen zu suchen, macht sich dieser Ilsa zu seiner Gespielin.

Nachdem ILSA – DIE HÜNDINNEN VON LIEBESLAGER 7 (1975) sich als erstaunlicher Erfolg erwiesen hatte, übernahm der Amerikaner Don Edmonds die Produktion von David F. Friedman. Edmonds hatte beim Original Regie geführt und nahm jetzt das gesamte Projekt in die Hand. Lediglich das Drehbuch ließ er von einem gewissen Langston Stafford anfertigen, einem Mann, der ansonsten keinerlei Berührungen mit dem Filmwesen aufweisen konnte; und dazu auch in der Folge nie in der Lage sein sollte.
Anweisungen bezüglich der Kontinuität innerhalb der Filmreihe erhielt Stafford dabei augenscheinlich nicht, ignoriert er Ilsas Ableben im ersten Teil doch schlichthinweg. Dies ist ohne Frage deren zentraler (Vermarktungs-)Rolle geschuldet und sorgt dafür, dass der Betrachter auch das bekommt, was der Titel verspricht. Um genau zu sein, gibt es gar keine zeitliche Abfolge innerhalb der Serie; ob die Geschehnisse vor oder nach Ilsas KZ-Aufenthalt stattfinden bleibt folglich unbeantwortet.

Ilsa: Bitte, zieh dich wieder aus …
Adam: Mehr als dreimal kann ich nicht vor’m Frühstück!

So bietet das Drehbuch dann wieder die zu erwartende Mischung aus Sex und Gewalt, nur diesmal im Kontext eines arabischen Harems. Das treibt die Geschichte natürlich mehr in Richtung Schmuddelfilm und versorgt quasi jede Einstellung mit ein paar nackten Tatsachen. Ein Sklavenmarkt, diverse Folterkeller und zahlreiche Demonstrationen der örtlichen Vergeltungsmethoden sorgen dabei dafür, dass dem Zuschauer zwischendurch auch immer mal wieder etwas unnötige Gewalttätigkeit geboten wird. Auflockerung muss halt sein.
Diese Mischung ist dann altbekannt, auch wenn sie zu fast keinem Zeitpunkt die Intensität des Vorgängers erreicht. Während der nämlich dank seiner KZ-Verortung eine zwar vollkommen überhöhte, aber nichtsdestotrotz grausame Atmosphäre erzeugte, pendelt sich der Nachfolger auf einem Allerwelts-Exploitation-Niveau ein. Die örtliche Kultur wird schamlos auf einige äußerliche Merkmale reduziert und mit Sex und Gewalt vollgestopft. Der Schrecken und die Kälte des Originals gehen dabei vollkommen über Bord.

Folglich gibt es dann auch mehrere fast schon komödiantische Szenen, vor allem die Rolle des US-Botschafters dient ausschließlich diesem Zweck. Max Thayer hingegen wirkt in seinem Spielfilmdebut als Geheimagent eher unbeholfen, sodass seine Auftritte schnell zum Ärgernis werden. Glücklicherweise ist in fast jeder seiner Szenen auch Dyanne Thorne im Bild, welche dann die Beachtung auf sich zieht. Denn auch wenn Throne hier nicht annähernd an die diabolische Ilsa aus Teil Eins heranreicht, so ist sie doch die unangefochtene Hauptrolle. Tanya Boyd und Marilyn Joi als die überwiegend nackten Gehilfinnen Samt und Seide sowie Jerry Delony als vollkommen unmotivierter Gammel-Scheich vervollständigen den engeren Cast.

Seide: Sie sieht unzufrieden aus, soll ich ihr noch mehr Ameisen geben?
Ilsa: Mach ihr die Freude …

So dümpelt der Streifen dann durch die Spielzeit und versorgt seinen Zuschauer mit einigen Absurditäten wie vaginal eingeführtem Sprengstoff, der während des Beischlafs explodiert, oder Ameisenattacken auf Füße. Irgendwann driftet die Story dann gänzlich ab und eiert einem Finale entgegen, bei dem der kleine Neffe des Scheichs plötzlich alle Protagonisten dahinraffen lässt, aber das dürfte schon keinen der Zuschauer mehr interessieren, da die Synapsen bis dahin ohnehin durchgeschmort sind.
Während ILSA – DIE HÜNDINNEN VON LIEBESLAGER 7 dann in Deutschland gar keine Kino-Veröffentlichung erfuhr, nahm sich (S)Exploitation-Fachmann Erwin C. Dietrich mit seiner Avis Film des zweiten Teils an und verschaffte dem Streifen hierzulande einen – wohl um einige Gewaltspitzen erleichterten – Release. Das dürfte dann in erste Linie diejenigen gefreut haben, die auch heute noch Spaß mit dieserlei Filmkost haben: Fans sleaziger (S)Exploitaion-Reißer.

Ilsas zweites Abenteuer kommt um einiges zahmer daher als der Vorgänger, bietet aber nichtsdestotrotz (oder gerade deswegen?) gelungene (S)Exploitation-Unterhaltung für Genrefreunde.

4 Antworten zu “ILSA – HAREMSWÄCHTERIN DES SCHEICHS

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