FLUCHT VOM PLANET DER AFFEN

Flucht vom Planet der Affen
Escape from the Planet of the Apes | USA | 1971
IMDb, OFDb, Schnittberichte

Durch eine Anomalie werden die drei Schimpansen Zira (Kim Hunter), Cornelius (Roddy McDowall) und Milo (Sal Mineo) während der Zerstörung ihres Planeten in einem Raumschiff zurück in Jahr 1973 transportiert, wo sie auf die Menschheit treffen. Neben freundlichen Forschern sehen sich die Drei aber auch Dr. Hasslein (Eric Braeden) gegenüber, der schnell erkennt, dass die Affen eines Tages den Planeten übernehmen werden und dies zu verhindern gedenkt.

Weil Charlton Heston sich ja während der Dreharbeiten zu RÜCKKEHR ZUM PLANET DER AFFEN (1970) vehement dafür eingesetzt hatte, dass seine Rolle nur kurze Zeit mitwirkt und danach für immer dahinscheidet, endete der Film bekanntlich mit der außerordentlich deprimierenden Zerstörung des gesamten Planten. Da der Film aber ein ordentliches Einspielergebnis erzielte, war man bei 20th Century Fox durchaus ein einer Fortsetzung interessiert. Also kontaktierte der Produzent Arthur P. Jacobs, der jetzt Unterstützung von Frank Capra Jr. erhalten sollte, wiederum den Drehbuchautoren Paul Dehn. Dieser hatte bereits das Script zum Vorgänger geschrieben. Doch anders als ein Jahr zuvor ließ man Dehn nun in Sachen Handlung freie Hand; die einzige Maßgabe war die Einfügung eines offenes Endes, um das Franchise beliebig erweitern zu können.

Präsident: Also?
Dr. Hasslein: Also haben Sie den Beweis, Mr. Präsident, dass eines Tages sprechende Affen die Erde beherrschen und sie um 4950 zerstören!
Präsident: Es ist kaum anzunehmen, dass wir dann noch im Amt sind …

Da das Ende von RÜCKKEHR ZUM PLANET DER AFFEN ein Sequel quasi unmöglich machte, zog Dehn also die einzig mögliche Option und schickte die Protagonisten in die Vergangenheit. Und auch wenn das de facto etwas konstruiert klingen mag (und darüber hinaus einige Probleme für das Raum-Zeit-Kontinuum mit sich bringt, denn die Affen schaffen ihre Zivilisation folglich erst durch ihre eigene Zeitreise), so stellt sich diese Idee als inhaltlich doch sehr sinnvoll heraus. Denn während PLANET DER AFFEN (1968) seinen Zuschauern zeigte, wie eine von Affen regierte Welt aussieht (und wie diese mit Menschen verfährt), so kann man nun begutachten, wie der Mensch mit ihm ebenbürtigen Affen umgeht.

Das schafft natürlich wieder zahlreiche Möglichkeiten, gesellschaftskritische Thematiken anzuschneiden. Wieder einmal gibt es eine breite Palette an politischen, ethischen und religiösen Verweisen, die stellenweise sehr treffend, an anderer Stelle jedoch auch manches Mal zu flach daherkommen. Schön hingegen ist es zu sehen, wie sich der geistige Schöpfer dieses Universums, Pierre Boulle, dieses wohl vorgestellt haben mag. Denn das ursprüngliche Konzept aus seinem Roman Planet der Affen sah vor, die Affen in einer modernen Welt leben zu lassen. Diese Idee findet nun – etwas angepasst – eine erste Anwendung und sorgt für einiges an skurrilem Potential. Denn mit Krawatte und Umhang bekleidete Affen, die in L.A. ein sorgloses Leben führen, verleiten sowohl zum Schmunzeln als auch zum Staunen.
Der Rest der Geschichte fällt ordentlich, wenn auch unspektakulär aus. Das liegt vor allem an der relativ einseitigen Charakterzeichnung, die Dehn hier vornimmt. Eric Braeden mimt einen über jede Grenze hinweg bösen Dr. Hasslein, der selbst die eingesetzte Kommission und den Präsidenten belügt, um die Affen zu töten, während Bradford Dillman als Dr. Dixon dazu den krassen Kontrast gibt. Aber auch seine unreflektierte Liebe zu den Affen wirkt aufgesetzt und stellt somit ein weiteres Beispiel für die facettenlosen Rollen dar (deren eindringlichster Beweis trotz allem der Kurzauftritt von Richardo Montalban bleibt).

Immerhin kann sich der Zuschauer an den mittlerweile liebgewonnenen Schimpansen Zira und Cornelius festhalten, die wiederum äußerst gelungen von Kim Hunter und Roddy McDowall mit Leben gefüllt werden. Ein längerer Auftritt von Sal Mineo als das an Leonardo da Vinci angelehnte Schimpansen-Genie Milo blieb den Zuschauern hingegen vorenthalten, weil Mineo unter der Maske Platzangst bekam, und die Rolle demnach früh scheiden musste.

Cornelius: Dazu brauchen die Menschen das viele Öl? Um Fische zu töten?!

Den Rest bringt der Regisseur Don Taylor – der sich ansonsten vor allem im TV-Bereich verdingte – souverän über die Bühne, ohne dabei Bäume auszureißen. Denn das auf lediglich 2,5 Millionen US-Dollar gesenkte Budget ließ kaum Raum für großartige Spezialeffekte. Während die beiden ersten Teile optische Leckerbissen für Sci-Fi-Fans waren, müssen sich diese nun mit gerade einmal einem Raumschiffwrack und ein paar Affenmasken begnügen. Da wird die menschliche Nase, die man dem Affenkind im Finale anklebte, schon zum echten Effekt-Highlight.
Mit einem Einspielergebnis von über 12 Millionen US-Dollar allein in der Kinoauswertung in den USA machte sich der Film dann aber mehr als bezahlt und ebnete den beiden Nachfolgern EROBERUNG VOM PLANET DER AFFEN (1972) und DIE SCHLACHT UM DEN PLANET DER AFFEN (1973) den Weg. Und letztlich stellt das den besten Beweis dafür dar, dass auch der dritte Teil der Affen-Saga durchweg zu unterhalten vermag (entsprechendes Interesse vorausgesetzt).

Teil Drei kommt zwar weniger pompös daher und offenbart in Sachen Charakterzeichnung einige Schwächen, aber das wird wahre Affen-Freunde nicht davon abhalten, auch mit dieser Episode ihren Spaß zu haben.

Eine Antwort zu “FLUCHT VOM PLANET DER AFFEN

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