BLACK ANGELS … DIE SICH SELBST ZERFLEISCHEN

Black Angels … die sich selbst zerfleischen
The Black Angels | USA | 1970
IMDb, OFDb, Schnittberichte

Chainer (Des Roberts) ist der Anführer einer Motorradgang, die nur aus Weißen besteht, und die im ständigen Clinch mit den afro-amerikanischen Choppers liegt. Als eines Tages ein junger Anwärter der Choppers beim dem Versuch, Chainer zu töten, ums Leben kommt, bricht ein offener Krieg zwischen den beiden Parteien aus.

Laurence Merricks größter Erfolg war sicherlich seine 1973 fertiggestellte Dokumentation MANSON, die sich sogar einer Oscar-Nominierung rühmen konnte. Weiteres filmisches Schaffen blieb Merrick dann leider verwehrt, fand er doch 1977 einen gewaltsamen Tod. Ansonsten finden sich in Merricks Portfolio lediglich die Trash-Granate DRACULAS LÜSTERNE VAMPIRE (1971), eine homosexuell-pornographische Variante des gleiches Stoffes namens DRACULA AND THE BOYS (1969) und das Biker-Vehikel BLACK ANGELS … DIE SICH SELBST ZERFLEISCHEN (1970).
Außer in der Dokumentation spielt in allen Filmen Merricks Kumpel Des Roberts die Hauptrolle. In diesem Falle meint das einen stereotypen Rocker-Anführer, der im Verhältnis zu seinen Kollegen äußerst unsympathisch und uninteressant wirkt. In Anbetracht der Tatsache, dass selbst seine beiden engsten Kumpane deutlich charismatischer sind, wundert diese Entscheidung doch nicht zu knapp; stört aber im Endeffekt auch keinen, denn die Mimen sind ohnehin nur dazu da, sich zu kloppen, Moped zu fahren und an ihren Mädels herumzuschrauben.

Typ: Dafür wird dich Chainer kastrieren!
Frenchy: Sag Papa Chainer, dass ich seine Alte anpissen werde!

Denn ansonsten bietet das ebenfalls von Merrick niedergekritzelte Drehbuch schlicht nichts. Während zu Beginn noch der Versuch der Charakterexposition per Rückblende unternommen wird, lässt man derlei Spitzfindigkeiten dann schnell wieder sein und spult stattdessen das genreübliche Programm hinunter. Leider fallen die Sequenzen, in denen die Truppe zu flotter Musik durch die Landschaft braust hier verhältnismäßig öde aus, sodass eine der großen Stärken dieses Genres schnell verspielt ist. Merricks unglaublich hektische Inszenierung tut ihr übriges und vernichtet jeden Anflug von Lebensgefühl, Freiheit oder sonst jeder Atmosphäre.

Stattdessen gibt es der Entstehungszeit entsprechend massig Drogenkonsum, nackte Mädels und vor allem platten Humor, der den Zuschauer – vor allem mithilfe der deutschen Synchronisation – über zahlreiche der omnipräsenten Unzulänglichkeiten hinwegtrösten kann. Das gelingt aber natürlich nicht zur Gänze, sodass man immer wieder über die massiven Logiklöcher stolpert, die eigentlich gar keine Löcher mehr sind, sondern Schluchten zwischen den einzelnen Handlungssträngen. Denn die Geschehnisse hängen eigentlich gar nicht zusammen, und so bleibt bis zum Abspann ein Rätsel, warum die Choppers urplötzlich zum großen Angriff blasen.

Chainer: Ich glaub dich juckt’s irgendwo …
Mädel: Soll ich dir die Stelle zeigen?

Noch merkwürdiger ist der Umstand, dass sich Merrick des Themas Rassismus annimmt, welches er dann allerdings nach ein paar Plattitüden – zu deren Höhepunkt die Hauptrolle Chainer feststellt, dass es keinen fairer Kampf zwischen Schwarz und Weiß geben kann, ohne Rassismus – wieder fallen lässt. In Anbetracht solcher Sprüche scheint es schon fast löblich, dass man nicht versucht hat, dieses Thema weiter zu vertiefen.
So stellt der Streifen selbst innerhalb des Genres einen eher schwachen Vertreter dar, der eigentlich nur aufgrund der Tatsache interessant ist, dass er aus Merricks bzw. Roberts sehr begrenztem Portfolio stammt. Ansonsten ist das hier ganz grauer – und obendrein billiger runtergekurbelter – Durchschnitt.

Billiger kleiner Biker-Streifen, der kaum etwas Erwähnenswertes vorweisen kann. Wenn nicht Laurence Merrick und Des Roberts wären, würde das Ding wohl jede Bedeutung verlieren.

Eine Antwort zu “BLACK ANGELS … DIE SICH SELBST ZERFLEISCHEN

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