THE THRONE OF FIRE

The Throne of Fire
Il Trono di fuoco | Italien | 1983
IMDb, OFDb, Schnittberichte

Morak (Harrison Muller Jr.), der Sohn des Teufels, möchte den Thron des Feuers besteigen, um für alle Zeit zu herrschen. Dazu muss er allerdings zunächst Prinzessin Valkari (Sabrina Siani) ehelichen, da ihn der Thron sonst verbrennen würde. Um das zu verhindern rückt nun Siegfried (Pietro Torrisi) an, der sich dann selbst in Valkari verliebt.

Francesco Prosperi gehört zu jenen Regisseuren, die den Höhepunkt ihrer Karriere gleich zu Beginn ihres Schaffens erlebten, und in der Folge von ebenjenem zehren. So stellt sein Mitwirken an Mario Bavas VAMPIRE GEGEN HERAKLES (1961) bis heute den Glanzpunkt in einem Portfolio dar, das ansonsten mit Höhepunkten äußerst geizig umgeht. Immerhin war Prosperi dann noch an Francos MONDO CANNIBALE 3 – DIE BLONDE GÖTTIN DER KANNIBALEN (1980) beteiligt und warf mit GUNAN – KÖNIG DER BARBAREN (1982) einen launischen Barbaren-Reißer auf den Markt, bevor er seine Karriere als Regisseur ein Jahr später mit THE THRONE OF FIRE beenden sollte.
Das Drehbuch zu diesem Filmchen stammt von Guiseppe Buricchi – der ansonsten nie etwas mit der Welt des Films zu schaffen hatte – und Nino Marino und würde es jedem Regisseur schwer machen, einen ordentlichen Film damit zu drehen. Wie im Genre üblich stellt es nämlich eine ideenlose Aneinanderreihung von stereotypen Versatzstücken dar. Ein Spannungsbogen ist nicht existent, der Held eiert halt so durch die Geschichte um am Ende zu gewinnen.
Aber das wäre ja zu verschmerzen, wenn sich dafür andere Schauwerte anböten. Aber auch damit tut sich der Streifen mehr als schwer, Genrefachmann Pietro Torrisi müht sich durch einige Action-Sequenzen, die dann schon zu den heimlichen Höhepunkten des Films gehören, da ansonsten weitestgehend Flaute herrscht. Doch auch seine überschaubare Schwertkunst beginnt schnell zu langweilen und der genreerfahrene Zuschauer wünscht sich einfallsreiche Fantasy-Elemente herbei, die schon so vielen flachen Barbaren-Schinken die Haut gerettet haben. Und tatsächlich landet der Herold dann in einem magischen Brunnen, dessen Gefahren sich allerdings schnell als eine Mischung aus schlafenden Schlangen, Schwänen und Knochenresten entpuppen.

Mutter: Denke daran: Du musst den Thron besteigen am Tage der Nacht, während des Tages und nicht später als bis Sonnenuntergang.
Morak: Am Tag der Nacht während des Tages? Was ist das für eine Prophezeiung, Mutter?

Immerhin betritt dann endlich Sabrina Siani die Bildfläche. Siani konnte mit Hauptrollen in ATOR – HERR DES FEUERS (1982), DAS SCHWERT DES BARBAREN (1983) oder einer Nebenrolle in Fulcis CONQUEST (1983) bereits Erfahrung in diesem Genre sammeln und spult ihr Programm dann routiniert runter. Erwähnt sei allerdings, dass dieses Programm kaum mehr umfasst, als halbnackt durchs Bild zu wackeln und in regelmäßigen Abständen zwischen Wut und Lüsternheit zu schwanken. Immerhin besser als nichts.
Übrigens war Prosperi nicht darum verlegen, sich von dem erwähnten DAS SCHWERT DES BARBAREN (1983) mehr als nur inspirieren zu lassen. Also nahm er bei der Postproduktion die Schere zur Hand und fügte einfach ein paar der Actionsequenzen aus Michele Massimo Taratinis Film in sein eigenes Werk ein. Höhepunkt dieser kleinen Gaunerei ist wohl die fast zehn Minuten andauernde Schlacht zu Beginn, die sich Prosperi einfach ausborgte.
Derlei Arbeitsweisen fassen die Qualität dieses Filmchens dann auch ganz gut zusammen, welches außer ein paar netten Kulissen wirklich nichts zu bieten hat. Selbst im genreinternen Wettstreit kann THE THRONE OF FIRE bestenfalls einen der hinter Plätze belegen und bleibt so etwas für die ganze hartgesottenen Komplettisten dieser Stilrichtung.

Äußerst mauer Barbaren-Schinken, der auf fast jeder Ebene versagt. Nur Frau Siani und ein paar der Requisiten fallen nicht gänzlich durch, was den Film jedoch nicht vor ebendiesem Schicksal zu bewahren vermag.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.