LEGEND OF HELL

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Legend of Hell
Legend of Hell | Deutschland | 2012
IMDb, OFDb, Schnittberichte

Selma (Karen Breece) findet in der Wüste das Tor zur Hölle und nebenbei eine geheime Schriftrolle, mit der man es öffnen kann. Als der finstere Gabriel Moses (James Matthews) ihr dieses Schriftstück abjagen will, kommt Selma dabei zu Tode. Sie erwacht in einer Zwischenwelt, in der Gestalten aus verschiedenen Zeitaltern daran arbeiten, Moses doch noch davon abzuhalten, das Tor zur Hölle zu öffnen.

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Olaf Ittenbach ist ganz ohne Frage einer der Pioniere des deutschen Amateurfilms im Allgemeinen und des deutschen Splatterfilms im Besonderen. Streifen wie BLACK PAST (1989), PREMUTOS – DER GEFALLENE ENGEL (1997) oder THE BURNING MOON (1997) sind heute Klassiker dieses Genres und haben Ittenbach den Ruf als einer der besten Effektbastler in diesem Land eingebracht. Doch da es in Deutschland nicht gerade leicht ist, seine Projekte als unabhängiger Filmemacher zu finanzieren, musste Ittenbach seine Arbeit nach dem miserablen DARD DIVORCE (2007) und der selbstzweckhaften Trash-Doku-Fortsetzung FAMILIENRADGEBER 2 (2009) dann leider einstellen. Doch drei Jahre später kam der Produzent Yazid Benfeghoul daher und legte Ittenbach ein paar Scheine auf den Tisch. Zusammen mit ein wenig Crowdfunding reichte die Summe dann schließlich aus, um ein weiteres Mal ans Werk zu gehen.
Das Drehbuch, welches Ittenbach dann schrieb, konzentriert sich dabei auf seine klassischen Motive. Ein wenig Mystik wird mit teilweise realen Schauplätzen verbunden, dazu kommen dann ein paar sakrale Themen und diverse Ungeheuer. Leider kann das Ergebnis dann zu keiner Sekunde wirklich unterhalten, zu wirr, zu unübersichtlich wirkt die Geschichte. Doch das möchte man einem Ittenbach nachsehen, dessen Ruf sich ja nun wahrlich nicht auf seine ausgereiften Scripte gründet.

Selma: Lasst uns Alles abstechen, was uns im Weg ist, in Ordnung?

So gibt es dann eine beschauliche Menge an Splattereffekte zu sehen, die handwerklich überwiegend zu überzeugen wissen. Zwar fehlt es ein wenig an innovativen Ideen, aber dem geneigten Gorehound wird hier wieder einmal einiges an Unappetitlichkeiten geboten. Leider sind die Szenen aber meist derart schnell geschnitten, dass der Zuschauer kaum etwas von den Effekten erahnen und stattdessen ausschließlich die hässlichen CGI-Blutfontänen begutachten kann. Das schmälert natürlich den guten Eindruck und die ständig vorhandene Bildfärbung, die arg ins Rötliche abdriftet, verdirbt den optischen Aspekt dann vollends; nicht nur ein Mal fühlt man sich wie bei der Rip-Off-Schmiede Asylum.

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Somit wäre das einzige As im Ärmel dieses Films dann auch verspielt, und der Rest des Streifens ergeht sich in schlechten Darstellern (darunter natürlich auch wieder Ittenbachs Ehefrau Martina) und dumpfen Klischees. Eigene Einfälle sind Mangelware und so spult der Film ein stereotypes Repertoire an Genreversatzstücken runter. Das kann natürlich nicht unterhalten.
Nun mag man anführen, dass die alten Klassiker Ittenbachs auch nicht mehr zu bieten hatten, aber zu Beginn der 90er Jahre – in einem Vakuum des deutschen Independentfilms – reichten Unmengen an Gewalteffekten eben aus, um auf sich aufmerksam zu machen. Doch 20 Jahre später funktioniert diese Masche einfach nicht mehr …

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Oh Olaf, so verspielt man seine Lorbeeren. 20 Jahre nach seinen Pionierleistungen zeigt Herr Ittenbach leider, dass es ihm an Ideen arg mangelt. Das Ergebnis ist dann ein einfallsloser Aufguss des Bekannten.

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