FREDDY’S NEW NIGHTMARE

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Freddy’s New Nightmare
New Nightmare | USA | 1994
IMDb, OFDb, Schnittberichte

Der Filmproduzent Robert (Robert Shaye) meldet sich bei Heather (Heather Langenkamp), um einen weiteren Teil der beliebten Filmereihe um einen im Traum mordenden Irren namens Freddy Krueger in inszenieren. Die Hauptrolle ist wieder einmal für Robert Englund (Robert Englund) vorgesehen, und die Vorbereitungen für den Dreh sind schon in vollem Gange. Doch plötzlich kommt es zu mysteriösen Todesfällen, und die Crew muss feststellen, dass Freddy sehr viel realer ist, als vermutet.

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Eigentlich waren sich alle Beteiligten einig, dass nach FREDDY’S FINALE – NIGHTMARE ON ELM STREET 6 (1991) Schluss mit der Reihe sein sollte, stellte doch schon der sechste Teil der Reihe einen lauen Aufguss bekannter Elemente dar, der vornehmlich auf Drängen der Fans produziert wurde. Knappe drei Jahre hielten die beteiligten das auch tatsächlich durch, bis dann 1994 der siebte Teil der Reihe seinen Weg in die Lichtspielhäuser finden sollte. Das der ganze Film auf einer Metaebene spielt mag dabei von manchem als Erklärung herangezogen werden, dass es sich tatsächlich nicht um eine Fortsetzung handele, aber bei genauerem Hinsehen ist klar, dass Robert Shaye und sein Gefolge hier ein weiteres Mal die Fangelüste bedient haben; und das nicht einmal schlecht.
Genau zehn Jahre nach der Veröffentlichung von NIGHTMARE – MÖRDERISCHE TRÄUME (1984) fand sich der geistige Schöpfer der Reihe Wes Craven wieder am Set ein. Außer am Erstling war Craven nur an NIGHTMARE 3 – FREDDY LEBT! (1987) beteiligt gewesen. Doch diesmal sollte er das Ruder in Form von Regie und Drehbuch wieder vollends in die Hand nehmen, und frischen Wind durch das mittlerweile arg angestaubte Konzept pusten. Anstatt die mittlerweile bekannten Mechanismen weiter zu wiederholen, nahm Craven den gesamten Stoff und hob ihn auf eine Metaebene, in der alle Schauspieler wirklich existieren.

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Die Geschichte handelt also von einem geplanten Dreh eines weiteren Freddy-Films. Heather Langenkamp und Robert Englund, aber auch Nebenrollen wie John Saxon als Heathers Vater spielen sich folglich selbst, was dem Drehbuch einiges an Unterhaltungswert einbringt. Auch brachte dieser Kniff dem langjährigen Produzenten Robert Shaye (der an allen Teilen der Reihe beteiligt war) die Möglichkeit, sich selbst ein Platz in „seiner“ Filmreihe zu sichern. Das darüber hinaus tatsächlich in die Räumlichkeiten von New Line Cinema gedreht wurde trägt zum guten Eindruck bei, den diese Idee hinterlässt. Auch Craven selbst tritt in einigen Szenen auf, und äußerst sich zu der von ihm geschaffenen Kreatur Freddy Krueger. Dessen Darsteller Robert Englund bleibt in seiner Rolle als Robert Englund leider blass, eine Begegnung mit Freddy bleibt aus; ob aus Gründen die das Raum-Zeit-Kontinuum betreffen konnte nicht geklärt werden. Leider verfällt das Script dann gen Ende aber doch in die typischen Abläufe der Reihe, sodass man sich in den letzten 20 Minuten wieder in jedem anderen Nightmare-Film auch fühlt.

Heather Langenkamp: Weißt du Robert, ich hab schon Albträume von Freddy.
Robert Englund: Moment mal, hab ich das richtig verstanden? Du hast Albträume von Freddy? Also von mir!
Heather Langenkamp: Nein, du bist es nicht. Er ist unheimlicher, er ist …
Robert Englund: Dunkler? Böser?
Heather Langenkamp: Ja …

Das ist schade, denn Langenkamp bietet bis dahin eine äußerst unterhaltsame Darbietung, vor allem, weil sie sehr gut mit Miko Hughes zusammenarbeitet. Der gerade einmal achtjährige Bengel kann als erschreckender Zögling wieder einmal überzeugen; hat er die Rolle doch schon im Alter von nur drei Jahren in FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE (1989) mehr als nur verinnerlicht.
Der Meuchelmörder Krueger muss in diesem Teil übrigens ein wenig zurückstecken und bekommt deutlich weniger Screentime als in den vorherigen Episoden. Nur zwei Morde gehen sich auf sein Konto, und sein Aussehen wurde obendrein auch noch verändert; und das keineswegs zum Besseren. Stattdessen gibt es einen modernisierten Freddy, dessen Hand jetzt mit den Klingen verschmolzen ist. Zusammen mit der deutlich künstlicheren maske lässt das leider den Charme des Original vermissen, was seinen ohnehin lauen Auftritten letztendlich den Rest gibt.

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Aber den Spaß – den Fans der Reihe auch hier wieder haben werden – zieht dieser Teil ohnehin diesmal nicht aus den Auftritten des Pizzagesichts, sondern aus dem originellen Script und den Auftritten der Schauspieler aus Ihrerselbst. Diese Metaebene ist übrigens besonders interessant, wenn man bedenkt, dass Wes Craven nur zwei Jahre später das ganze Horrorgenre auf ähnliche Weise in seinem Klassiker SCREAM – SCHREI! (1996) verarbeitet hat. Hier stellt FREDDY’S NEW NIGHTMARE wohl den Auftakt seiner Selbstreflexiven Phase dar.
Tatsächlich stellte der Film dann bis heute den Abschluss der Reihe dar, deren „Fortführungen“ sich ansonsten auf das Spin-Off FREDDY VS. JASON (2003) und das Remake A NIGHTMARE ON ELM STRETT (2010) beschränken. Und tatsächlich stellt der Film einen gelungenen Abschluss der Reihe dar, denn er ist noch viel mehr als FREDDY’S FINALE – NIGHTMARE ON ELM STREET 6 (1991) ein würdiges Geschenk an die Fans. Und das allein reicht manchmal schon, um zu überzeugen …

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Wes Craven bringt bei seiner Rückkehr ein tolles Drehbuch mit, mit dessen Hilfe der Film bis kurz vor Schluss einiges an Unterhaltung zu generieren vermag. Die übrigen Schwächen werden von dem tollen Cast übertüncht und so stellt der Streifen ein schönes Geschenk an die Fans und einen würdigen Abschluss der Reihe dar.

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Eine Antwort zu “FREDDY’S NEW NIGHTMARE

  1. Pingback: NIGHTMARE – MÖRDERISCHE TRÄUME | SPLATTERTRASH·

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