DIE WIEGE DES SATANS

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Die Wiege des Satans
It Lives Again | USA | 1978
IMDb, OFDb, Schnittberichte

Eugene (Frederic Forrest) und Jody Scott (Kathleen Lloyd) erwarten ein Baby und wollen das freudige Ereignis mit einer Party würdig begehen. Doch unter den Besuchern ist auch der mysteriöse Frank Davis (John P. Ryan), der dem jungen Paar etwas von einer möglichen Mutation im Bauch der Mutter erzählt. Schnell stellt sich heraus, dass Davis Recht hat und die Regierung sich des ungewöhnlichen Kindes bemächtigen will. Also fliehen Eugene und Jody mit dem Unbekannten …

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1974 schuf der amerikanische Filmemacher Larry Cohen einen Film, der sich zum Sinnbild seiner gesamten Karriere entwickeln sollte, denn DIE WIEGE DES BÖSEN war ein althergebrachter Horrorfilm, der allerdings aufgrund seiner skurrilen Mischung aus ernstem Drama und trashigen Neugeborenen-Monstern nie wirklich große Beachtung fand; und so taumelt der Startschuss der danach folgenden Reihe in den Retrospektiven bis heute irgendwo zwischen Ganz Interessant und Unwichtig umher. Immerhin war das Filmchen aber erfolgreich genug, um einem Nachfolger den Weg zu ebnen, so dass sich Cohen 1978 wieder als Regisseur, Drehbuchautor und Produzent in Personalunion daran begab, einen zweiten Teil zu kreieren.

Eugene: Das ist doch alles irgendwie lächerlich. Wenn dem Kind was passiert, dann versuchen wir es eben nochmal!

Das Script setzt dann auch mehr oder weniger direkt am Ende des Vorgängers an und spinnt die Geschichte weiter. Der wiederum von John P. Ryan gespielte Frank Davis wird nun vom gebeutelten Vater zum finsteren Vorherseher, der andere betroffene Paare warnt und zu retten versucht. Leider geht in der Folge der durchaus vorhandene Blick für die Probleme junger Eltern ein wenig zu Gunsten einer flotten Inszenierung verloren. Cohen versucht das später zwar in Form einer undurchsichtigen Gesellschaft, die verschiedene mutierte Kinder sammelt und hegt, zu korrigieren, allerdings ist es dann schon zu spät; der Film ist zu diesem Zeitpunkt bereits in den Trashkosmos entglitten und lässt sich aus diesen naturgemäß nicht mehr befreien. Das wäre nun gar nicht schlimm, ein Film, der zahnbewährte Baby-Mutationen zum Thema hat darf das Prädikat Trash durchaus erhobenen Hauptes tragen, doch fehlt dem Film jede Form von Selbstironie. Das Thema wird durchweg ernst vorgetragen und führt zu einer zu großen Diskrepanz zwischen Darbietung und Inhalt. Das funktionierte in Teil Eins noch besser, auch weil die entschlüpfenden Wesen dort weniger im Fokus standen.

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Aber nur weil es hier mehr um die kleinen Krabbler geht, heißt das leider nicht, dass diese auch mehr Screentime bekommen. Meist sind sie nur für Sekundenbruchteile zu sehen, was die Gier des Zuschauers kaum zu befriedigen vermag. Dazu kommt, dass (zu) viele Sequenzen im Off ablaufen, so dass die an für sich lustig zu betrachtenden Kleinkinder kaum Schauwerte entwickeln können. Besonders schade ist das in Anbetracht der Tatsache, dass die Effekte-Legenden Rick Baker (sieben Academy Awards) und Greg Cannom (drei Academy Awards) für die Tricktechnik verantwortlich zeichnen. Das Portfolio von beiden lässt erahnen, was hier möglich gewesen wäre … Da können einem Frederic Forrest (der ein Jahr später als „Chef“ in APOCALYPSE NOW (1979) Bekanntheit erlangen sollte) und Kathleen Lloyd (die sich gerade erst vor dem Killerwagen in DER TEUFEL AUF RÄDERN (1977) gerettet hatte) schon fast leidtun, denn die beiden geben sich sichtlich Mühe, auch die ernsteren Szenen ordentlich darzubieten. Doch leider will dieser Drama-Anteil sich schlicht nicht mit dem Rest des Films vertragen, was dann auch letztlich zu diesem durchwachsenen Endergebnis führt. Immerhin hat Cohen dann 1987 mit DIE WIEGE DES SCHRECKENS noch den Abschluss der sogenannten Wiegen-Trilogie nachgeliefert, der sich deutlicher auf die Seite des Trashfilms schlägt.

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Durchwachsene Fortsetzung, die ständig zwischen Trash und Drama umherschlingert und dementsprechend einfach keinen klaren Stil findet. Eine Entscheidung zu Gunsten einer Seite hätte hier Wunder wirken können.

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