BLOB – SCHRECKEN OHNE NAMEN

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Blob – Schrecken ohne Namen
The Blob | USA | 1958
IMDb, OFDb, Schnittberichte

Ein Meteor stürzt auf die Erde und birgt ein schreckliches Geheimnis: Einen gallertartiger Klumpen, der sich fortan die Bewohner einer beschaulichen amerikanischen Kleinstadt einverleibt. Steve Andrews (Steve McQueen) und seine Freunde sind sich dessen gewahr, aber keiner der Erwachsenen möchte auf sie hören; also müssen die Jugendlichen sich selber dem immer größer werdenden Monstrum stellen.

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Irvin S. Yeaworth Jr. verbrachte seine Zeit bis zur Mitte der 50er Jahre vornehmlich damit, mit seiner kleinen christlichen Filmfirma verschiedene Streifen für Vorführungen in christlichen Veranstaltungen zu drehen. Und wie das so ist, fühlte er sich dann eines Tages berufen, seine Botschaft auch anderen Menschen nahe zu bringen. Da sich zu jener Zeit das Genre Science-Fiction gerade zu seiner ersten Blüte erhob, musste er auch nicht lange nach einem möglichen Träger seiner Message suchen. Doch plumpe Christen-Propaganda war dann doch zu flach, also schaute sich Yeaworth fluchs nach einem weiteren zeitgenössischen Thema um. Selbiges fand sich dann im gewählten Filmgenre mehr oder minder von selbst, denn eine der Hauptaufgaben der frühen Sci-Fi-Reißer war es nun einmal, die Bevölkerung vor der Gefahr durch fremdes Eindringen (wahlweise Aliens oder Kommunisten) ins eigene Land zu warnen.
Ihm zur Seite stand dabei die ebenfalls christlich-konservative Kay Linaker, bzw. Kate Philips, die Yeaworth auf dem National Prayer Breakfast kennengelernt hatte. Diese kam dann wohl auch auf die großartige Idee, den Kommunismus in Form eines roten Klumpens auftreten zu lassen, der alles Lebendige gnadenlos verschlingt. Klasse Parabel, Frau Linaker. So oder so schuf sie damit einen der wohl außergewöhnlichsten Monstertypen der 50er Jahre, in denen ansonsten monströs große Tiere oder perfide Außerirdische die Oberhand behalten sollten. Ansonsten stellt sich das Script als relativ durchschnittliches Werk heraus, das die typischen Genreerwartungen unaufgeregt bedient. Auffällig ist einzig die starke Fokussierung auf den Generationenkonflikt zwischen Alt und Jung. Dieses Alleinstellungsmerkmal sorgt dann auch maßgeblich für den Unterhaltungswert des Films, hängt es doch sehr eng mit dem Spannungsbogen zusammen.

Mann: Sieh doch, ich trinke nicht mehr!
Frau: Aber weniger trinkst du auch nicht …

Der andere Grund, den Film zu betrachten ist natürlich die namensgebende rote Kugel, die von Zeit zu Zeit durchs Bild wackelt, um sich ein paar Menschlein einzuverleiben. Das sieht dann auch genauso skurril aus, wie es klingt, denn die Tricktechniker um Wes Shank hatten alle Hände voll zu tun, um den roten Klumpen zum Leben zu erwecken. Erste Versuche mit einem bemalten Wetterballon wurden schnell in den Wind geschlagen, stattdessen kam eine rote Latexmasse zum Einsatz. Diese musste jedoch stets warm gehalten werden, um beweglich und formbar genug zu bleiben. Und selbst in diesem Zustand war das Ding kaum einzusetzen, so dass die Kugel dann im Ergebnis recht unspektakulär durch Bild wackelt. Mehr Action kommt dann in den Miniaturaufnahmen auf, in denen deutlich weniger – und somit besser bewegliche – Masse von Nöten war. Trotzdem haben die Effekte natürlich eine ordentliche Portion Charme und tragen maßgeblich zum Unterhaltungswert bei. Und wenn dann am Ende ein ganzer Diner in Gelee eingehüllt wird und diverse Matte Paintings Anwendung finden, ist ohnehin alles in Butter.

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In Sachen Schauspiel gibt es dann den jungen Steve McQueen zu begutachten, der im Alter von 28 Jahren einen Halbstarken spielt und damit nur bedingt überzeugen kann. Das trifft im Übrigen auf die Gesamtheit der Jugendlichen im Film zu, die allesamt mit deutlich zu alten Schauspielern besetzt wurden. Ein Umstand, der in jener Zeit keine Seltenheit war. Die Recken schlagen sich dann alle ganz possierlich, auch wenn der Film keine Sternstunde der Schauspielerei darstellt. Zu Erwähnen wären noch die äußerst knalligen Deluxe-Farben, mit denen der Streifen ausgestattet wurde. Diese geben dem ohnehin popcornbunten Filmen noch einmal eine Extraportion optische Intensität, was sich vor allem in den Szenen, in denen der Blob zu sehen ist, bemerkbar macht.
Wer also von den üblichen Verdächtigen der ersten Sci-Fi-Welle gelangweilt ist, sollte dieser Gummikugel ruhig mal eine Chance geben, denn das flotte Filmchen inklusive Generationenkonflikt weiß durchaus zu unterhalten; nicht zuletzt dank des gnadenlos trashigen roten Klumpens (den es im Remake DER BLOB von 1988 übrigen noch eindrucksvoller zu sehen gibt).

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Unterhaltsamer Sci-Fi-Trash, der sich aufgrund seines extravaganten Bösewichts angenehm vom Genredurchschnitt abzuheben vermag.

2 Antworten zu “BLOB – SCHRECKEN OHNE NAMEN

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