FBI JAGT PHANTOM

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FBI jagt Phantom
The Human Duplicators | USA | 1965
IMDb, OFDb, Schnittberichte

Dr. Kolos (Richard Kiel) wird von den Herrschern des Universums auf die Erde gesandt, um auch hier mit Hilfe von Androiden eine weitere Kolonie jener Machthaber zu errichten. Dazu dupliziert er den auf diesem Gebiet führenden Dr. Dornheimer (George Macready) und dessen Belegschaft. Fortan ist des Doktors Burg also der Ausgangspunkt einer Invasion, die nur NSA-Agent Glenn Martin (George Nader) aufzuhalten vermag.

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1962 eroberte ein Brite namens Bond die Herzen der Kinogänger und sorgt ganz nebenbei dafür, dass eine unglaubliche Welle an Nachahmern losbrach. Diese versuchten sich an den wildesten Genre-Mixturen, um bloß ein Stück vom großen Agentenkuchen abzubekommen. So auch Filmemacher Hugo Grimaldi, der den üblichen Genreversatzstücken einfach noch eine ordentliche Portion Außerirdischen-Humbug hinzufügte. Immerhin war das große Jahrzehnt der vom Kalten Krieg inspirierten amerikanischen Alien-Invasionsfilme noch nicht so lange vorbei; und zwei erfolgreiche Komponenten sorgen ja bekanntlich auch für ein erfolgreiches Ergebnis.

Gale: Also manchmal frag‘ ich mich wirklich, was ich an dir finde …
Glenn: Ganz einfach, mich!

Gesagt, getan und fertig ist der Agenten-Trasher, in dem die Bösewichte weder in finster lachen, noch alles Gold der Welt an sich reißen wollen. Stattdessen wollen diese gleich dem ganzen Menschengeschlecht als solches an die Kehle. Dazu duplizieren sie einfach alle Personen, die ihrem Plan zuträglich sein könnten, Gehirnwäsche inklusive. Die Zusammenfassung von Arthur C. Pierce‘ Script klingt hier ein wenig wirsch; und genau das Gefühl möchte auch nach Sichtung des Films nicht schwinden. Irgendwie bleibt der Eindruck, dass die zwei genannten Komponenten hier mit aller Gewalt – und wider besseren Wissens – zusammengefügt werden sollten. Aber auch wenn die Geschichte eigentlich ein einziges großes Logikloch ist, schafft sie es, den ohnehin kurzen Streifen mit ausreichend Leben zu füllen. Und Fachleute für Horrorliteratur bekommen eine unterhaltsame Verkehrung des klassischen Frankenstein-Motivs geboten.

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Durch die wilde Geschichte turnt dann George Nader, der sofort nach dem Drehende nach Deutschland aufbrechen sollte, um mit SCHÜSSE AUS DEM GEIGENKASTEN (1965) die Jerry-Cotton-Reihe zu begründen. Nader macht seinen Job als NSA-Agent Glenn Martin gewohnt routiniert, ohne allerdings wirklich zu glänzen. Ihm gegenüber steht der hünenhafte Richard Kiel, der als Bondwidersacher Beißer in DER SPION, DER MICH LIEBE (1977) und MOONRAKER – STRENG GEHEIM (1979) Bekanntheit erlangen sollte. Der restliche Cast spielt ordentlich mit und sorgt so ebenfalls dafür, dass der Film recht kurzweilig daherkommt.

Polizist: Vorsicht, er ist bewaffnet und knallt wild in der Gegend rum!

Ebenfalls dafür verantwortlich sind die tollen Kulissen, die den Zuschauer sowohl in eine Raumstation, als auch in stereotype Höhlensystem und Verliese führen; ein geheimgangverseuchtes Herrenhaus rundet die Lokationen ab. Des Weiteren gibt es eine Armee an Schaufensterpuppen, die als – zwar kugelsichere, aber bei einem leichten Sturz hilflose – Androiden herhalten müssen. So gibt es also in schöner Regelmäßigkeit etwas fürs effektsuchende Auge, was in diesem Genre ja immer einen deutlichen Mehrwert darstellt.
Große Sprünge muss man also nicht erwarten, aber wer einen kleinen Agentenreißer mit einer großen Portion Außerirdischen-Quatsch vertragen kann, der ist hier genau richtig. Kurzweil und trashige Effekte machen dann auch schnell das deutsche Titeldesaster vergessen, das dem grandiosen Originaltitel The Human Duplicators nicht nur jeden Charme, sondern gleich auch noch den Sinn raubte.

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Nette Agenten-Unterhaltung gemixt mit verspäteten Invasionsängsten und das alles in trashigen Kulissen, was will man mehr?

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Eine Antwort zu “FBI JAGT PHANTOM

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