ATTACK THE BLOCK

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Attack the Block
Attack the Block | Großbritannien | 2011
IMDb, OFDb, Schnittberichte

Moses (John Boyega) überfällt mit seiner Gang von minderjährigen Strolchen mit Vorliebe brave Bürger, um dem tristen Leben in einem Londoner Vorort zu entfliehen. Als sie eines Tages über die Krankenschwester Sam (Jodie Whittaker) herfallen wollen, werden sie von einem vom Himmel fallenden Alien unterbrochen. Während die Jungs das erlegte Wesen durch die Stadt schleppen ahnen sie allerdings noch nicht, dass bereits unzählige weitere Invasoren auf dem Weg zur Erde sind.

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Kleine, individuelle Genrekost ist in den letzten Jahren oftmals Sache von Europäern. Als bestes Beispiel darf wohl der großartige [REC] (2007) herhalten, dessen US-Remake QUARANTÄNE (2008) bestenfalls einen müden Abklatsch darstellt. Dementsprechend hoch waren auch die Erwartungen an das Werk des Briten Joe Cornish, dessen Karriere sich bis dato auf die Produktionen von Dokumentationen und TV-Serien beschränkte. Schon lange vor der Premiere wurde der Streifen als potentieller neuer Kultfilm gefeiert; eine Bürde, die zu bestätigen sicherlich nicht die einfachste Aufgabe ist.
Das Drehbuch stammt ebenfalls von Cornish und der verortet die Geschichte gleich mal in dem Stadtteil, in welchem er selbst seine Jugend verbrachte. Was einerseits schlicht sympathisch wirkt, stellt sich im Nachhinein als gekonnter Kniff heraus, denn der Film spielt im Laufe seiner Handlung geschickt mit Klischees und Jargon. Die Tristesse der südlondoner Hochauswelt wechselt sich elegant mit einer Romantisierung ebenjener ab. Schmutz kann halt auch Ästhetik sein. Dazu kommen viele liebevolle Details und eine tolle Konzentration auf das Eigenleben eines Hochhauses (inklusive Drogendealer nebst Anbauräumlichkeiten).

Ron: Das Biest stinkt wie Scheiße auf Scheiße geschissen!

Die Besetzung besteht neben Nick Frost – bekannt aus SHAUN OF THE DEAD (2004) – und Jodie Whittaker fast nur aus jugendlichen Laiendarstellern. Und das funktioniert erstaunlich gut, da die jungen Herren und Damen einiges an Engagement mit ans Set bringen. Auch bietet diese Entscheidung die Möglichkeit, sehr viel mit Jargon zu arbeiten, was in der Originalfassung natürlich voll zum Tragen kommt. Sogar so sehr, dass ein amerikanisches Release trotz vorhandener Lizenzen bis heute aussteht, da sich die Distributoren schlicht unsicher sind, ob die Amerikaner den Londoner Slang verstehen. Ein Umstand, der auch dafür verantwortlich sein dürfte, dass das Kinorealease des Films nur knapp die Hälfte der 13 Mio. US-Dollar Produktionskosten einspielte.

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Den Schauspielern gegenüber stehen dann außerirdische Gorillas, die leider per CGI nachbearbeitet wurden und so zwar angenehm irritierend wirken, da sie jedes Licht absorbieren, leider aber gleichzeitig die schöne Tricktechnik einbüßen, mit der sie erstellt wurden. Denn alle Aufnahmen fanden wirklich statt und wurden dann nachträglich bearbeitet. Das ist sicherlich Geschmackssache, man kann aber der Meinung sein, dass hier schöne Handarbeit schlicht überpinselt wurde. Darüber hinaus gibt es noch minimale Kunstblut-Vorführungen, die das FSK16-Siegel allerdings zu keiner Zeit in Gefahr bringen.

Typ: Der ist so schwarz, das man den gar nicht sieht. Ist das schwarzeste Schwarz das ich kenne. Der ist noch dunkler als mein Cousin Fammy!

Leider krankt der Film dann aber an seinem Anspruch, unterhaltsame Komödienkost zu liefern. Nur die wenigsten Gags zünden wirklich, viel mehr konzentriert sich der Film darauf, einen flottes Actionprogramm zu liefern. Dabei fehlt es dann allerdings auch an Konsequenz, so dass letztlich nicht klar ist, ob der Film Komödie oder Horror-Action sein möchte. Beides funktioniert zwar passabel, aber eben nicht gut. Hier wäre eine konsequentere Positionierung wünschenswert gewesen.
Das heißt nun nicht, dass ATTACK THE BLOCK ein schlechter Film ist, aber er ist sicherlich ist er nicht der Knaller, als der er mancherorts schon gehandelt wurde; lockere Unterhaltung finden Freunde moderner Genremixturen hier aber allemal.

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Kein Kracher, aber nette Unterhaltung, die sicher leider nicht entscheiden kann, was sie denn nun sein möchte.

Eine Antwort zu “ATTACK THE BLOCK

  1. Pingback: STAR WARS: DAS ERWACHEN DER MACHT | SPLATTERTRASH·

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