TEUFLISCHE BRÜSTE

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Teuflische Brüste
Deadly Weapons | USA | 1973
IMDb, OFDb, Schnittberichte

Crystal (Chesty Morgan) und ihr Mann Larry (Richard Towers) führen ein glückliches Eheleben. Doch eines Tages bekommt Larry Probleme mit seinen zwielichtigen Geschäftspartnern, was sein gewaltsames Ableben zur Folge hat. Das möchte Crystal nicht unkommentiert stehen lassen, also zieht sie los, die Mörder ihres Mannes zu richten. Und das mit äußerst unkonventionellen Mitteln …

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62 Jahre alt war die gute Doris Wishman, also sie 1973 daran ging, einen ihrer erfolgreichsten Filme zu drehen. Seit den frühen 60’er Jahren hatte Wishman sich mit Filmen wie NUDE ON THE MOON (1961), IM PARADIES DER NACKTEN (1963) oder auch ICH WILL DICH OHNE … (1965) einen Namen als Fachfrau für billigen Sexploitation-Ramsch gemacht. Zu Beginn der 70’er Jahre begegnete Wishman dann Ilana Wilczkowska, die ihren Lebensunterhalt zu jener Zeit als Striptease-Tänzerin verdiente. Weniger Wilczkowskas schauspielerisches Talent, als vielmehr ihrer Brustumfang von 184 Zentimetern sorgte dann dafür, dass Frau Wishman die Tänzerin für zwei Filme unter Vertrag nahm.
Der erste von beiden hört auf den Namen TEUFLISCHE BRÜSTE und basiert auf einem Drehbuch, das einzig und allein auf Chesty Morgan – so der Künstlername von Wilczkowska – zugeschnitten war. Judy J. Kushner, die insgesamt fünf Drehbücher für Wishman schrieb, präsentiert dann eine äußerst fahrige Geschichte, die hautsächlich darauf achtet, dass Morgans Brüste regelmäßig und ausführlich zu sehen sind. Was ist da konsequenter, als diese gleich zu Mordwaffen zu machen und die Hauptdarstellerin somit Männer mit ihren Brüsten erdrücken zu lassen? Das lässt natürlich nicht viel Raum für andere Inhalte, aber wer braucht die schon …

Strip-Club-Besucher: Wenn die auf allen Vieren kriecht ist sie von ‘ner Kuh nicht zu unterscheiden!

Der Betrachter muss dann auch gar nicht bis zum ersten Brustmord warten, um den ganzen Wahnsinn dieses Filmes zu begreifen. Schon die ersten Szenen vermitteln einem einen guten Eindruck des Bevorstehenden. Wishman drehte fast alle der unfassbaren Dialogszenen so, dass die Sprechenden von der Kamera abgewandt sind oder ihren Senf gleich aus dem Off hinzugeben. Das forderte einerseits die Darsteller nicht übermäßig und bot andererseits die Möglichkeit, das aufgenommene Geplapper nachträglich mit einer Synchronisation zu übertünchen. Hauptanlass dazu war wohl Morgans starker polnischer Akzent. Schnitte und Kameraeinstellungen sind frei jedes Sinns und veranschaulichen wunderschön Wishmans autodidaktischen Werdegang. Die Kamera wackelt sich so durchs Geschehen und zur Abrundung plärrt ein wunderbar sleaziger Gitarren-Bass-Mix im Hintergrund. Das alles setzt natürlich eine gewisse Trash-Resistenz beim Betrachter voraus, unbedarfte Zuschauer werden des Öfteren zu Schlucken haben.

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Wie auch der Rest vom Cast bietet Chesty Morgan übrigens eine schauspielerische Leistung dar, die eine solche Beschreibung eigentlich kaum verdient. Aber wenn die Dame dann weinend aus dem Fenster starrt, die Tränen auf ihre Brust tropfen und die Arme krampfhaft versucht, Trauer und Seelenschmerz zu vermitteln, ist das so schön, dass man am liebsten gleich mitheulen möchte.

Larry: Ich weiß auch nicht was los ist, aber immer wenn ich deine Glocken sehe, wird mein Knüppel hart.
Crystal: Dann komm mal her, du Glöckner von Notre-Dame …

Folgerichtig wurde dieser Streifen aufgrund seiner unfassbaren Qualitäten und dem Aushängeschild Chesty M. dann auch zu einem der erfolgreichsten Filme von Doris Wishman. Leider stellte sich der finanzielle Erfolg allerdings erst viele Jahre nach der Erstveröffentlichung ein, als der aufkommende VHS-Markt die Verbreitung von billigen Sexploitation-Klamotten ankurbelte. Leider hatte die Filmemacherin die Rechte an sämtlichen Streifen da schon an das US-Label Something Weird Video abgetreten, welches damit bis heute ordentlich Kasse macht. Dessen ungeachtet trug dieser Film (sowie die zweite Zusammenarbeit mit Morgan namens EIN SUPERHEIßES DING (1974)) wie kaum einer anderer dazu bei, Frau Wishman zu einer Ikone des Schundfilmes zu machen; einer Position, die sie – komme was wolle – nicht mehr verlieren wird.

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Was hier geboten wird geht auf keine Kuhhaut. Formaler und inhaltlicher Dilettantismus verschmelzen hier zu einem wunderbaren Stück Sexploitation, welches mit Sicherheit eine von Doris Wishmans herausragenden Arbeiten darstellt.

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