ZOMBIES FROM OUTER SPACE

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Zombies from Outer Space
Zombies from Outer Space | Deutschland | 2012
IMDb, OFDb, Schnittberichte 

Ein idyllisches kleines Dorf in Bayern erwacht unsanft aus seiner ländlichen Ruhe als die örtliche Polizei mehrere Leichen findet. Zusammen mit mysteriösen Kornkreisen und ähnlichen Kuriositäten wird ziemlich schnell klar, dass Kreaturen aus einer anderen Welt hier ihr Unwesen treiben. Die junge Maria (Judith Gorgass) und ihr Verehrer Robert (Florian Kiml) müssen schnell feststellen, dass sie im Zentrum des Interesses der Außerirdischen stehen.

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Von Zeit zu Zeit schafft es immer wieder eine deutsche Independent-Produktion, auch über die Szene heraus Aufsehen zu erregen. In den späten 90’er Jahren war das vor allem die Aufgabe von Splatterikone Olaf Ittenbach, doch seitdem es um den Herren etwas ruhiger geworden ist, ist auch Platz für andere Filmemacher da. Martin Faltermeier gehört zu diesen Filmschaffenden und er dürfte Fans des deutschen Amateurfilms vor allem durch IN THE NAME OF GORE (2004) bekannt sein. Im Jahre 2010 ging Faltermeier mit seinem Team dann daran, zwei im deutschen Amateurbereich gemeinhin weniger beachtete Genres zu vermischen: Den amerikanischen 50’ies-Sci-Fiction- und den deutschen Heimatfilm. Eine skurrile Mischung, die schon während der Produktion deutlich mehr Aufmerksamkeit zu erregen vermochte, als sonst üblich und die mit Sicherheit einen der interessantesten Eckpunkte der jüngeren deutschen Indie-Geschichte darstellt.
Inspiriert von Trashperlen wie PLAN 9 FROM OUTER SPACE (1959) und anderen klassischen 50’er-Jahre Science-Fiction-Filmen schrieb Faltermeier ein Drehbuch, das sich vor allem bei den Klischees der jeweiligen Genrevorbilder bedient. Klassische Grey-Aliens, die obligatorischen Wissenschaftler, ein unschuldiges Mädel, alles ist dabei. Interessant wird das Ganze durch die Verquickung mit den Elementen des Heimatfilms. Die ländliche Gegend und die idyllische Ruhe stehen in unterhaltsamen Kontrast zu den Aliens und umhersausenden Ufos. Deutlichstes Merkmal des (bayrischen) Heimatfilms ist aber die Sprache. Alle Rollen – die amerikanischen Soldaten ausgenommen – sprechen mit einem mehr oder minder starken bayrischen Akzent; der zum allgemeinen Amüsement auch bei den einzelnen Rollen mal stärker, mal schwächer ausfällt. Und auch wenn darauf geachtet wurde, dass auch Nicht-Bayern etwas verstehen, dürfte es außerhalb des Freistaats doch schwer fallen, jeden Nebensatz zu erhaschen. Dem gegenüber steht das gebrochene Deutsch-Englisch der US-Kräfte, welches aber ebenfalls so konzipiert wurde, dass man stets versteht und – aufgrund humorvoller Grammatik – lacht. Leider weist das Drehbuch aber vor allem in der ersten halben Stunde einige Längen auf, die ein flottes Eintauchen in die Geschichte verhindern. Erst mit zunehmender Spieldauer nimmt die Geschichte Fahrt auf und präsentiert sich zum Finale hin immer kurzweiliger.

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Dafür zeichnen natürlich maßgeblich die vermehrt auftretenden Zombie-Aliens verantwortlich. Diese präsentieren sich in gelungenen (wenn auch nur den Kopf betreffenden) Masken und sind teils in beeindruckender Quantität vorhanden. Die karikierten Bewegungen nehmen den Besuchern zwar jeden ernst, aber immer mal wieder eingestreute Splatterszenen wiegen das locker auf. Diese sind von durchweg guter Machart, war doch unter anderem Philipp Rathgeber daran beteiligt, der schon Erfahrung bei Meister Ittenbach sammeln konnte.
Ein großes Problem für kostengünstige Indie-Produktionen sind neben der Ausstattung meist die Darsteller. Während der erste Punkt bei dieser Produktion allerdings äußerst gelungen ist, und die Verortung in den 50’er Jahren meist geschickt eingefangen wird, krankt der ambitionierte Film ein wenig an seiner Darstellerriege. Vor allem Hauptrolle Judith Gorgass bleibt äußerst blass und auch ihr Nebenmann Florian Kiml kann bestenfalls eine Durchschnittswertung einfahren. Einzig Siegfried Foster kann als Captain Welles mit relativ souveräner Albernheit punkten und trägt so die schauspielerische Last weitestgehend allein. Dieses schauspielerische Manko (welches natürlich stets in Kontext der Produktionsbedingungen gesehen werden muss) ist vor allem deshalb schade, weil der Film ansonsten äußerst ambitioniert und gut umgesetzt daherkommt.
Vor allem die liebevollen Aliens und das trashige Raumschiff können begeistern und machen die Handvoll unglücklicher CGI-Szenen vergessen; welche ohnehin recht dezent eingearbeitet sind. Viele Szenen könne zum Schmunzeln verleiten und die mutige Idee zum diesen wilden Genremix zahlt sich weitestgehend aus. Auch wenn natürlich hier und da Ecken bleiben kann sich der Film mit Leichtigkeit aus dem Gros der Amateurfilme erheben und verdient als solcher sicherlich Beachtung.

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Beeindruckende Amateurproduktion, die mit vielen guten Ideen und einer ambitionierten Herangehensweise punkten kann. Zwar bleiben die Darsteller fast in Gesamtheit blass, aber ein tolles Setdesign und viele Effekte können das locker aufwiegen. Hut ab.

Eine Antwort zu “ZOMBIES FROM OUTER SPACE

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