FREDDY’S FINALE – NIGHTMARE ON ELM STREET 6

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Freddy’s Finale – Nightmare on Elm Street 6
Freddy’s Dead: The Final Nightmare | USA | 1991
IMDb, OFDb, Schnittberichte

Freddy Krueger (Robert Englund) hat alle Jugendlichen in der Kleinstadt Springwood ermordet. Der letzte Heranwachsende (Shon Greenblatt) kann fliegen, erleidet dabei allerdings einen Gedächtnisverlust. Er findet in einer Einrichtung für schwererziehbare Jugendliche Unterschlupf und macht sich mit der Therapeutin Maggie (Lisa Zane) schon bald daran, seine Vergangenheit zu ergründen.

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Zwei Jahre sollten nach NIGHTMARE ON ELM STREET 5 – DAS TRAUMA ins Land gehen, bevor das überaus erfolgreiche Franchise eine weitere Fortsetzung erfahren sollte. Der Produzent Robert Shaye – seines Zeichens seit Beginn der Macher der Reihe – holte sich dazu mit Michael de Luca einen weiteren Geldgeber ins Boot. De Luca, der ebenfalls am Drehbuch beteiligt war, startete damit eine Produzentenkarriere, im Laufe derer er unter anderem an Filmen wie BOOGIE NIGHTS (1997), AMERICAN HISTORY X (1998) oder BLOW (2001) beteiligt war. Ebenfalls als Autorin tätig war Rachel Talalay, die sich darüber hinaus auch den Regiestuhl schnappte. Talaly war seit NIGHTMARE 2 – DIE RACHE (1985) an jedem Teil der Reihe in irgendeiner Form beteiligt.
Und das merkt man dem Film auch an, denn sowohl das Script, als auch dessen inszenatorische Umsetzung machen es Freddy-erfahrenen Zuschauern nicht schwer, sich im Film zurecht zu finden. Von Beginn an scheucht der Streifen seinen Betrachter durch albtraumartige Sequenzen, in denen nichts so ist wie es scheint. Das sorgt einerseits für ebenso flotte wie unkomplizierte Unterhaltung, offenbart andererseits aber eine auffallende Ideenarmut. Denn die Vorgänger haben die meisten Spielarten des Grundthemas bereits genutzt, so dass einem das Dargebotene viel zu oft viel zu vertraut vorkommt. In irgendeiner Form hat man das halt alles schon mal gesehen. So musste selbst Produzent Shaye im Nachgang zugeben, dass dieser Teil der Reihe vor allem entstand, um die Gelüste der Fans nach weiteren Filmen zu befriedigen, und weniger, weil der Stoff inhaltlich noch viele Möglichkeiten geboten hätte. Dementsprechend war der Film inhaltlich wie namentlich auch als Finale der Reihe angelegt. Die Retrospektive zeigt, dass daraus nichts geworden ist, denn auch wenn FREDDY’S NEW NIGTHTMARE (1994) eine Metaebene außerhalb des Filmuniversums entwickelt, nutzt er doch die ikonisch Strahlkraft der Hauptfigur.

Tracy: Ich entspann dich gleich mit diesen zwei Fingern, wenn ich sie dir in die Rippen stoße!
Spencer: Du gehörst mal gebumst …

Eben diese wird von Robert Englund ein weiteres Mal souverän verkörpert und auch wenn sich in den Auftritten des Traummörders eine gewisse Routine einstellt, weiß er ohne Weiteres zu überzeugen. Dazu gibt es noch einiges Neues über Freddy Vorleben zu erfahren, an einigen Stellen wird gar mit der Kontinuität gebrochen und Tatsachen aus den Vorgängern werden abgeändert. Manchen Elmstreet-Veteranen mag das verärgern, andererseits sollte man einem derartigen Film ruhig ein paar Freiheiten zugestehen.
Denn wie erwähnt ist es schwer genug, noch interessante Geschichten zu diesem Sujet zu basteln und Talalay und de Luca retten sich mit einer ordentlichen Portion Humor und Augenzwinkern aus dieser Situation. Viele Szenen wirken deutlich alberner als noch in den beiden Vorgängern und tragen so zum stark komödiantischen Touch des Films bei. Mitverantwortlich dafür sind – aus heutiger Sicht – auch die Computereffekte. Damals noch in den Kinderschuhen steckend, gibt es hier einige Darbietungen zu sehen, die sich in Sachen Dilettantismus problemlos mit der U-Boot-Sequenz aus FLUCHT AUS L.A. (1996) messen können. In Verbindung mit der Videospiel-Szene muss man sich da schon manches Mal die Augen reiben. Ansonsten gibt es eine Handvoll handgemachter Szenen, in denen neben viel Latex auch ein wenig Kunstblut zu Einsatz kommt; Im Vergleich zu den Vorgängern bleibt das aber recht überschaubar.

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Der Cast kommt weitestgehend blass und austauschbar daher, was dann allerdings durch zahlreiche Gastauftritte aufgewogen wird. Neben Alice Cooper als Stiefvater gibt es Serienstar Roseanne Barr nebst damaligem Gatten Tom Arnold oder Johnny Depp – der seine Filmkarriere ja mit NIGHTMARE – MÖRDERISCHE TRÄUME (1984) begann – als TV-Moderator zu sehen. Auch Produzent Robert Shaye gönnt sich nach seinem Cameo in NIGHTMARE ON ELM STREET 4 (1988) ein weiteres Mal eine kleine Rolle.
Da den Machern schon bei der Produktion klar war, dass der Streifen inhaltlich keine Bäume würde ausreißen können, verpasste man ihm ein dreidimensionales Ende. Im Kino wurden Brillen verteilt, um die letzten fünfzehn Minuten des Films in 3D betrachten zu können. Eine Spielerei, die noch einmal belegt, dass der Film eigentlich nur gedreht wurde, um den Fans neuen Stoff zu liefern.
Die flotte Inszenierung und die weiterhin unterhaltsamen Auftritte der Kultfigur Krueger zeigen allerdings, dass der Film trotzdem eine Existenzberechtigung hat. Denn er füttert Fans der Reihe mit genau den Zutaten, die diese erwarten: Massig Traumsequenzen und sarkastische Freddy-Oneliner. Das reicht zwar nicht für einen großen Wurf, aber für eine unterhaltsame Fortsetzung allemal.

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Der Pessimist versteht den Film als Geldmacherei, der Optimist als Zugeständnis an die Forderung der Fans nach einem weiteren Serienteil. Irgendwo in der Mitte liegt bekanntlich die Wahrheit und genau da liegt auch der Film: Irgendwo in der Mitte.

Eine Antwort zu “FREDDY’S FINALE – NIGHTMARE ON ELM STREET 6

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