RIFFS II – FLUCHT AUS DER BRONX

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The Riffs II – Flucht aus der Bronx
Fuga dal Bronx | Italien | 1983
IMDb, OFDb, Schnittberichte

Die Bronx soll geräumt werden! Alle Anwohner werden gezwungen eine Einwilligung zur Räumung zu unterschreiben. Das bedroht auch den Lebensraum der zahlreichen Gangs in der Bronx. Als die Eltern von Trash (Mark Gregory) sich weigern auszuziehen, finden sie einen grausamen Tod. Spätestens jetzt will Trash die gewissenlosen Spekulanten von General Constructions aufhalten und so tut er sich mit dem Einsiedler Strike (Giancarlo Prete) zusammen, um den Präsidenten des Unternehmens zu entführen und so ein Druckmittel bei den Verhandlungen zu haben.

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1982 lieferte Enzo G. Castellari – der unter anderem mit den zwei Poliziottesco-Klassikern RACKET (1976) und DEALER CONNECTION – DIE STRAßE DES HEROINS (1977) Berühmtheit erlangte – zwei vielbeachtete Beiträge zum durch MAD MAX (1979) gerade topaktuellen Genre des Endzeitfilms ab. Zum einen METROPOLIS 2000 und zum anderen THE RIFFS – DIE GEWALT SIND WIR. Letzter traf mit seinem Gemisch aus skurriler Gang-Action und abgewrackten Bronx-Kulissen genau den Nerv des Publikums, so dass der Produzent Fabrizio de Angelis, der neben dem ersten Teil auch Zombie-Klassiker wie WOODOO – DIE SCHRECKENSINSEL DER ZOMBIES (1979) oder DIE GEISTERSTADT DER ZOMBIES (1981) produziert hat, sofort einen Nachfolger in Auftrag gab. Dafür setzte er Castellari wieder auf den Regiestuhl und ließ von Tito Carpi, der ebenfalls bei METROPOLIS 2000 mitgearbeitet hat, ein Drehbuch zusammenbasteln.

Trash: Wir haben den Auftrag den Präsidenten zu entführen.
Strike: Etwa den der Vereinigten Staaten?
Trash: Nein, den von General Constructions!

Dieses Script skizziert – wie schon beim Vorgänger der Fall – wieder einen in naher Zukunft angesiedelten Konflikt zwischen den Bewohnern der baufälligen Bronx und großen Industriemagnaten. Diesmal gehören diese zur Immobilienbranche und wollen den Wohnsitz der aus dem Vorgänger bekannten Gangs ausradieren. Natürlich kann Hauptcharakter Trash das nicht auf sich sitzen lassen und muss mal wieder gegen die Eindringlinge in den Kampf ziehen. Auf welcher Seite der Zuschauer dabei steht und wer hier moralisch verwerflich handelt steht dabei außer Frage. Das Script lässt kein gutes Haar an der Exekutive, die ohne Rücksicht auf Verluste alles mit einem Flammenwerfer bearbeitet, was ihren Anweisungen nicht bedingungslos folgt. Ernsthafte Gesellschaftskritik ist dabei natürlich viel weniger das Ziel, als eine klischeebeladene Atmosphäre. Das schadet aber gar nicht, sondern schafft einen sehr kurzweiligen Handlungsrahmen.

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In diesem agiert dann ein netter Cast, der sich wiederum um Hauptdarsteller Mark Gregory bzw. Marco di Gregorio gruppiert. Dieser kommt mittlerweile etwas passender als noch im Vorgänger daher, wo er mit seiner Lederjacke mehr Lachnummer als Actionheld war. Trotzdem muss Gregory am Set wohl eine außerordentliche Anstrengung gewesen sein. Da er eine schwierige Kindheit hinter sich hatte, war die Arbeit mit ihm wohl für alle Anwesenden jeden Tag aufs neue eine Herausforderung. Seine nur sehr rudimentären Kenntnisse der Schauspielerei taten dann ihr übriges. Trotz seiner zentralen Rolle rückt Gregory dann oft in den Hintergrund um dem deutlich versierter agierenden Giancarlo Prete – dessen Filmsohn Junior übrigens auch im echten Leben sein Nachkomme ist – Platz zu machen. Der kann als neueingeführter Strike sowohl als Anführer der Operation, als auch als solider Sprücheklopfer überzeugen und trägt den Film maßgeblich mit. Die Damenwelt rückt diesmal in den Hintergrund und ist mit Valeria D’Obici nur sehr blass vertreten. Dafür ist der Antagonist, wiederum in Form eines faschistischen Gesetzeshüters, diesmal wieder grandios böse und achtet weder Gesetz noch Moral.

Kerl: Hey, du bist ja so genervt, Trash. Ganz ruhig, deine großen Sprüche gefallen mir! Wo du auftauchst ist jede Menge Action und jedes Mal hast du verdammtes Schwein …
Trash: Ich hab nich‘ Schwein, ich hab‘s drauf!

Aber egal, wer in seiner Rolle brilliert oder versagt, eines können sie alle: Sprüche kloppen! Egal ob, Held, Bösewicht, Kind oder Statist, alle hauen einen Brüller nach dem nächsten raus und schaffen es so, den Film zu einem unfassbaren Feuerwerk an blöden Sprüchen zu machen. Das macht zwar fast jede Ernsthaftigkeit obsolet, trägt aber ungemein zur Unterhaltung bei. In Verbindung mit der allgegenwärtigen Action rückt die blasse Storyline vollkommen in den Hintergrund und macht Platz für unkompliziertes Geballer. Denn das steht in dieser Episode deutlich mehr im Vordergrund, als noch im Vorgänger. Während der verschiedene Gangs einführte und Trashs Weg durch die Bronx eher sporadisch durch Actioneinlagen unterbrach, konzentriert Castellari sich diesmal vollkommen auf Waffen- und Körpereinsatz. Wie gewohnt setzt er dabei auf zahlreiche Zeitlupen-Sequenzen, welche eine weitere Referenz an sein großes Vorbild Sam Peckinpah darstellen. Dazu gibt es dann auch ein wenig mehr Brutalität, was den Film etwas rasanter und härter als den Vorgänger wirken lässt.
Ob das von Vor- oder Nachteil ist, muss jeder vom mit seinem Geschmack ausmachen, fest steht aber, dass Teil Eins mehr Wert auf die verschiedenen Gangs und die Situation in der Bronx legt, während der Nachfolger ein reinrassiger Actionfilm ist. Unstrittig ist hingegen, dass dieses Vorhaben gekonnt umsetzt wird und der Streifen mit seiner Mischung aus zahllosen wilden Ballereien und einem Inferno an dummen Sprüchen bestens zu unterhalten vermag.

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Klassischer Endzeit-Actioner, der mit coolem Setting, wilder Action und zahllosen dummen Sprüchen zeigt, wie ein solcher Film aussehen muss. Wer auch nur ein wenig für dieses Genre übrig hat, kommt an diesem Film kaum vorbei.

9 Antworten zu “RIFFS II – FLUCHT AUS DER BRONX

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