ATOR II – DER UNBESIEGBARE

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Ator II – Der Unbesiegbare
Ator 2 – L’Invincibile Orion Italien/USA | 1984
IMDb, OFDb, Schnittberichte

Der weise Akronnos (Charles Borromel) entwickelt in grauer Vorzeit einen magischen Gegenstand, der sowohl das absolut Gute, als auch die Zerstörung der gesamten Erde bewirken kann. Sofort ist sein ehemaliger Schüler Zoran (David Brandon) zur Stelle, um ihm das Ding abzunehmen. Glücklicherweise war jedoch auch Ator (Miles O’Keeffe) Akronnos‘ Schüler, und so macht sich dieser umgehend auf den Weg zu Akronnos Festung, wo der Weise von Zoran festgehalten wird. Doch der Weg ist nicht einfach, Ator muss unzählige Prüfungen bestehen.

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In den Verträgen zu ATOR – HERR DES FEUERS war festgehalten, dass Hauptdarsteller Miles O’Keeffe noch einen weiteren Film mit Regisseur und Drehbuchautor Joe D’Amato zusammenzubasteln hat. Das sagt man einem Mann wie D’Amato natürlich nicht zweimal, so dass dieser sich zwei Jahre nach seinem wilden Conan-Abklatsch hinsetzte, und ein weiteres Drehbuch rund um den blonden Grinsekasper Ator herzauberte. Miles O’Keefee war ja sowieso dabei, und dazu wurde noch schnell Charles Borromel, den D’Amato noch vom gemeinsamen Dreh zu ABSURD kannte, für den Posten des weisen, alten Mannes verpflichtet. Als Quoten-Mädel wurde dann noch Lisa Foster eingepackt, die es als Schauspielerin zwar nie zu etwas bringen sollte, dafür aber auf ihre Mitarbeit an den Effekten von CLIFFHANGER und STIRB LANGSAM – JETZT ERST RECHT verweisen kann.

Erzähler: Vor tausenden von Jahren, entstand in den nebelverhangenen Tälern der Urzeit, unter schlafenden Vulkanen und ungeheuren Eisfeldern die Legende von Ator, dem heldenhaften Kämpfer für Recht und Gerechtigkeit!

Das mit dem oben erwähnten Drehbuch stellt übrigens eher einen Aufhänger als eine Tatsache dar, denn große Teile des Films wurden Tag für Tag am Set weitergesponnen. Ein wirklicher Zusammenhang zwischen den einzelnen Szenen besteht kaum, es handelt sich eher um einzelne Sequenzen, in denen Ator sich diversen Aufgaben stellen muss. Diese fallen im Gegensatz zum ersten Teil etwas abwechslungsreicher aus, was jedoch nicht bedeuten soll, das Ator nicht nach wie vor alle Probleme mit seiner Muskelkraft löst. Wie immer ist O’Keeffe dabei kaum in der Lage, selbst einfachste Bewegungsabläufe glaubhaft darzustellen, von anderen schauspielerischen Tätigkeiten ganz zu schweigen. Dazu gab es wohl mehrfach Probleme mit O’Keeffes religiösen Überzeugungen, so dass er ein paar Drehtage und –nächte heulend am Set verbrachte. Jaja, diese Diven …

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Richtig wild wird der Streifen übrigens gen Ende. Obwohl auch schon vorher die Ator-typischen Ungereimtheiten aufkreuzen (moderne Chemiebaukästen in einer Höhle, Fensterglas in alten Grotten, etc.) wird es am Schluss richtig wild. Da wird so ungeniert zwischen einer italienischen Finca, einem mickrigen Modell und Archivaufnahmen des Schloss Hohenschwangau hin- und hergeschnitten, das es eine wahre Freude ist. Als würde das noch nicht reichen, um die Hirnwindungen des Zuschauers nachhaltig zu schädigen, kreist Ator auch noch mit Hilfe eines Sportdrachen über der ganzen Szenerie. Das Metallgestell wurde dazu einfach mit Bast umwickelt (Steinzeit!), die sportlichen Farbstreifen blieben einfach wie sie sind. Wilde Sache, und sicherlich nichts für jedermann.

Mila: Ich hab so ein Gefühl, als ob wir dauernd beobachtet würden, als ob uns jemand folgte.
Ator: Die Unsichtbaren aus den Höhlen? Die können‘s nicht sein, die haben wir erledigt.
Mila: Die Urmenschen sicher auch nicht.
Ator: Wir müssen uns überraschen lassen!

Immerhin scheint jemand D’Amato gesagt zu haben, dass ATOR – HERR DES FEURES zu wenig Substanz hatte, so dass der alte Haudegen am Ende gleich mal ein wenig Gesellschaftskritik einbaut. Und wie macht der italienische Exploitation-Fachmann von Welt sowas? Richtig, mit dem Holzhammer. Da wird das neu erfundene Element mal eben zur Atombombe, um dann nach der Explosion auf die potentiellen Gefahren dieser Entwicklung hinzuweisen. Es ist wohl kaum zu bezweifeln, dass dieses subtile Aufzeigen anthropogene Fehlentwicklungen bei vielen Zuschauern langes Nachdenken hervorgerufen hat.
Übrigens gibt es nun endlich die Schlangen als des Bösewichts Lieblingstier, was D’Amato sich bei ATOR – HERR DES FEUERS noch nicht traute; es sollte ja niemand sagen, das wäre alles nur geklaut. Dafür fehlen aber lebensrettende Baby-Bären und Laura Gemser. Macht aber auch nichts, denn ATOR II ist auch so genau das Gleiche wie sein Vorgänger: Ein gnadenlos trashiger Barbarenstreifen, der nur für beinharte D’Amato- oder Barbaren-Freunde zu ertragen sein dürfte. Alle anderen gucken besser noch einmal CONAN – DER BARBAR und behaupten danach, sie hätten alles gesehen. Haben sie aber nicht …

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Wer den ersten Teil mochte, kann ohne zu zögern zugreifen. Wer den ersten Teil nicht mochte, wird auch diesen Teil nicht mögen. Das muss aber jeder mit sich selbst ausmachen.

3 Antworten zu “ATOR II – DER UNBESIEGBARE

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