SUMURU – DIE TOCHTER DES SATANS

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Sumuru – Die Tochter des Satans
The Million Eyes of Sumuru | Großbritannien | 1967
IMDb, OFDb, Schnittberichte

Sumuru (Shirley Eaton) möchte mit Hilfe einer Truppe von hübschen Mädels die Weltherrschaft an sich reißen, indem sie ihre Untergebenen zu den Gattinnen der mächtigsten Männer der Welt macht. Leider klappt das bei dem sidonesischen Präsidenten Boong (Klaus Kinski) nicht, da dieser keine Frauen an sich heran lässt. Das dann auch noch der Geheimagent Nick West (George Nader) auftaucht, macht die Sachlage nur noch vertrackter.

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Nachdem JAMES BOND 007 JAGT DR. NO im Jahre 1962 jedem klar gemacht hat, dass Agentenfilme humorvoll, spannend und fantasievoll sein können, machten sich natürlich nicht wenige Nachahmer daran, auf diesem Erfolg mit zureiten. Einer davon war der Kanadier Lindsay Shonteff, der mit dem Agenten-Trasher UNSER MANN VOM SECRET SERVICE (1965) immerhin schon Erfahrung auf diesem Gebiet gesammelt hatte. Zusammen mit Howard Griffiths ging Shonteff dann daran, eine Romanvorlage von Sax Rohmer in ein Filmdrehbuch zu verwandeln. Da Rohmers bekannteste Figur, Dr. Fu Man Chu bereits zwei Jahre zuvor in Form von ICH, DR. FU MAN CHU verfilmt wurde, schnappte man sich kurzerhand die nächste bekannte Figur, die ersterem jedoch verdächtig ähnelt. Die Dame trägt den Namen Sumuru und versucht ebenfalls mit skurril-absurden Mitteln die Weltherrschaft zu erringen.

Sumuru: Ich, Sumuru, ich werde eine neue Welt schaffen. Eine Welt der Intelligenz, eine Welt der Schönheit. Sie soll von Frauen regiert werden, von Frauen, die wie ich erkannt haben, dass die Ursache des Hasses die Liebe ist und die mit mir die Liebe bekämpfen.

Um der Konkurrenz nicht nachzustehen kümmerte man sich auch hier um eine namhafte Besetzung und konnte schließlich Klaus Kinski, George Nader und die als Bondgirl in GOLDFINGER (1964) bekannt gewordene Shirley Eaton für die Produktion gewinnen. Letztere kann dann als niederträchtige Antagonisten auch locker überzeugen, hat allerdings außer kühl und gelassen zu bleiben auch nicht wirklich viel zu tun. Ganz anders da George Nader; dessen Rolle schwimmt irgendwo zwischen Bond-Double und einer Karikatur dessen und kann dementsprechend nicht völlig überzeugen. Zwar treibt einem jeder (halbwegs) charmante Spruch Naders ein Lächeln ins Gesicht, doch bleibt die Rolle viel zu oft blass, als das er sich aus der Masse der stereotypen Eurospys hervorheben könnte. Sein Sidekick-Buddy Frankie Avalon hätte übrigens lieber beim Gesang bleiben sollen, er bestärkt die negativen Punkte Naders ohnehin nur. Klaus Kinski rundet den Cast dann mit einer gewohnt exzentrischen Interpretation ab, und schafft es trotz sehr geringer Screentime, die Rolle des gejagten Präsidenten zu einer der zentralen Figuren zu machen.
Leider steht diese interessante, wenn auch ein wenig homogene Besetzung einem heillos unsinnigen Drehbuch gegenüber, das es folglich schwer werden lässt, die Rollen vernünftig in eine Handlung einzubetten. Jeder kämpf für sich alleine, was dann dafür sorgt, dass einzelne Sequenzen gut unterhalten, aber ein größerer Spannungsbogen gänzlich fehlt. Das macht sich vor allem gegen Ende des Films bemerkbar, sorgt aber auch schon vorher für ein paar riesige Logiklöcher.

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Da das Ziel des Films aber weniger astreine Logik, als vielmehr gute Unterhaltung sein dürfte, kann man darüber an vielen Stellen hinweg sehen, und sich stattdessen von der ordentlichen Ausstattung mitreißen lassen. Gedreht wurde in Rom und Hongkong, was natürlich für viele prächtige Kulissen sorgt. Diese werden dann vor allem mit hübschen Mädels in knappen Kostümen aufgefüllt. Leider entsprechen diese Damen dann aber ganz und gar nicht dem Geist der späten 60’er Jahre, sind sie doch ausschließlich damit beschäftigt, in George Naders Arme zu fallen oder sich zu Gattinnen einflussreicher Männer zu machen. Ein paar Jahre später wäre wohl ein sehr viel differenzierteres Frauenbild vermittelt worden.
Dafür gibt es dann aber noch ein paar Genre-typische Gadgets wir Versteinerungs-Pillen und Kinski-Doppelgänger, die dem geneigten Spionage-Freund den Film ein wenig versüßen dürften. Zusammen mit flotten Sprüchen und lockerer Action kann das zwar alles nicht die kaum vorhandene Geschichte vergessen machen, sorgt aber immerhin dafür, dass der Streifen – auch dank einer Laufzeit von gerade einmal rund 75 Minuten – unbekümmerte Unterhaltung bieten kann.

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Die Voraussetzungen sind dank ordentlichem Cast und lockerer Herangehensweise eigentlich gut, werden dann aber von einem kaum vorhandenen Drehbuch niedergerungen. Ein netter kleiner Agenten-Spaß bleibt das Ding aber trotzdem.

4 Antworten zu “SUMURU – DIE TOCHTER DES SATANS

  1. Im November habe ich im Rahmen des Themenmonats „James Bond Rip-Offs“ bei uns auf dem Blog auch mehrere Einträge zu Lindsay Shonteff geschrieben. Schien nur leider keinen zu interessieren. Eigentlich schade, denn besonders die „Nummer 1-Reihe“ sieht nach großer Unterhaltung aus.

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