CONAN – DER ZERSTÖRER

Conan – Der Zerstörer
Conan the Destroyer | USA | 1984 | IMDb, OFDb, Schnittberichte

Die Königin Taramis (Sarah Douglas) bittet Conan (Arnold Schwarzenegger) um Hilfe: Er soll Prinzessin Jehnna (Olivia d’Abo) zum Schloss des Zauberers Toth-Amon führen um den dort befindlichen riesigen Diamanten zu besorgen. Zwar erhält Conan Hilfe von seinen Gefährten, aber die Königin Tamaris spielt ein doppeltes Spiel.

1982 schlug CONAN – DER BARBAR ein wie eine Bombe und stampfte ein neues Genre aus dem Boden: Den Barbarenfilm. Arnold Schwarzenegger wurde über Nacht berühmt und eingeölte Männer, die sich durch Fantasy-Ländereien kloppen, standen plötzlich hoch im Kurs. Da ist es wenig verwunderlich, dass das Team um den italienischen Produzenten Dino De Laurentiis zwei Jahre nach diesem Erfolg einen Nachfolger ins Rennen schicken wollte. Das Budget konnte wiederum an die 20 Mio. US$ heranreichen und einem würdigen Nachfolger des Meilensteins stand somit nichts mehr im Wege.
Allerdings fand der Regisseur des ersten Teils – John Milius – nicht mehr den Weg ins Boot, sodass er durch Richard Fleischer – einen der alten Hollywood-Haudegen jener Zeit – ersetzt wurde. Fleischer hatte mit Filmen wie JAHR 2022 … DIE ÜBERLEBEN WOLLEN (1973) und dem Körperreise-Abenteuer DIE PHANTASTISCHE REISE (1966) bereits bewiesen, dass er auch mit phantastischen Geschichten umzugehen versteht. Am Drehbuch werkelte unter anderem Stanley Mann, der im Jahre 1978 auch für das Drehbuch des sehr guten Exorzismus-Streifens DAMIEN – OMEN II verantwortlich war.

Neben diesen gravierenden Änderungen hinter der Kamera, wurde auch der schauspielernde Teil der Mannschaft stark verändert. Außer dem obligatorischen Schwarzenegger und dem von Mako gemimten Magier Akiro, gibt es leider keine alten Bekannten zu sehen. Dafür ist aber die Stilikone Grace Jones in den Cast gerutscht und kann diesen mit ihrer Interpretation der kampfwütigen Amazone Zula durchaus bereichern. Von Olivia d’Abo als äußerst dümmliches Prinzesschen kann man das hingegen kaum behaupten. Vollkommen zu Recht erhielt diese dann die Goldene Himbeere als Schlechteste Nebendarstellerin. Während sie allerdings wegen ihrer geringen Sprechzeit kaum weiter auffällt, zerstört Tracey Walter als Blödeldieb Malak jeden guten Ansatz des Films.
Das muss man allerdings zu großen Teilen dem ohnehin sehr komödiantischen Drehbuch zuschreiben. Immer wieder werden Anflüge von Spannung und Ernst von albernen Onelinern (meist vom unsäglichen Malak, aber oft genug auch von anderen Rollen) zu Nichte gemacht. Auch die Storyline wirkt im Vergleich zum großartigen Vorgänger etwas flach. Während dort das gesamte Jugendalter Conans und dessen jahrelang ersehnte Rache behandelt werden, gibt sich Teil Zwei mit einer simplen (wie konstruierten) Queste ab. Die moralischen und menschlichen Aspekte des Vorgängers fallen gänzlich unter den Tisch und machen Platz für platte Fantasy-Action mit einer ordentlichen Prise Komödie.

Jehnna: Conan! Findest du das gerecht, so viele Männer gegen eine Frau?
Conan: Sind das so viele? Zwei … drei … hm … sind ’ne ganze Menge!

Das klingt jetzt zwar sehr negativ, ist es in der Ausführung dann allerdings viel weniger als zu erwarten wäre. Wenn man den Film für sich alleine betrachtet, kann das Ding durchaus unterhalten. Zunächst ist der Film wieder sehr gut ausgestattet, und kann sowohl in Sachen Kulissen, als auch Matte Paintings oder Spezialeffekte überzeugen, auch wenn der Stil vor allem bei letzteren ein wenig trashiger ausfällt als im Vorgänger. Vor allem der Endkampf gegen den Gott Dagoth (bei dem übrigens 16 Animateure gleichzeitig im Einsatz waren) wirkt stellenweise schon sehr latex-lastig und dürfte so kaum etwas für jedermann sein. Mit den doch eher zurückhaltenden Effekten des Erstlings hat das nichts mehr zu tun. Immerhin wird der Zuschauer schon nach 15 Minuten durch einen echt fiesen Plastik-Magier vorgewarnt, was ihm im weiteren Verlaufe des Films blühen wird.
Trotzdem unterhält das Gekloppe dann durchaus gut, wenn man sich denn auf das flache Niveau einlassen möchte. Es gibt halt keine epischen Angelegenheiten mehr, sondern nur eine relativ belanglose Episode aus dem Leben des Conan. Aber vor allem in Anbetracht des sonstigen Genre-Outputs ist das immer noch sehr gut zu verdauen. Ähnlich wie bei MAD MAX und MAD MAX II – DER VOLLSTRECKER könnte man auch bei Conan davon sprechen, dass der zweite Teil für die Entwicklung des Genres mindestens ebenso wichtig war wie das Original. Vor allem, da die inhaltliche Tiefe und die perfekte Inszenierung von CONAN – DER BARBAR ohnehin nie wieder erreicht wurden; ja, dass nicht einmal versucht wurde.

Nicht unerwähnt bleiben darf natürlich die Arbeit von Basil Poledouris. Dieser hatte bei Teil Eins einen der legendärsten Soundtracks der Filmgeschichte geschaffen. Die Verschmelzung von Bild und Ton sucht bis heute ihresgleichen und generierte natürlich Hoffnungen bzgl. der Fortsetzung. Leider kann die Akustik dann zu keiner Sekunde die Qualität des Vorgängers erreichen. Trotzdem schuf Poledouris wieder einen sehr passenden Score, dessen bereits bekanntes Maintheme wieder für Gänsehaut sorgt.
Wer also eine gedankliche Grenze zwischen Teil Eins und Zwei ziehen kann, der erhält mit CONAN – DER ZERSTÖRER einen sehr unterhaltsamen Barbaren-Smasher, mit Action, massig Latex und grandioser Ausstattung. Wer dann noch mit den teils sehr derben komödiantischen Anteilen umzugehen versteht, wird den Film wahrscheinlich lieben, allen anderen werden diese jedoch einen mehr oder minder starken Dämpfer verpassen. Angucken kann man sich das Ganze jedoch trotzdem getrost, und wenn Schwarzenegger zu epischen Klängen das Schwert schwingt, dann verzeiht man ohnehin Vieles.

Ein Film, der zwar in allen Belangen schlechter ist als sein Vorgänger, aber für sich betrachtet trotzdem äußerst gute Unterhaltung bietet. Einzig die übertrieben Albernheiten schmälern den guten Eindruck je nach Geschmack sehr oder ein wenig.

7 Antworten zu “CONAN – DER ZERSTÖRER

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