ROCKIT – FINAL EXECUTER

Rockit – Final Executer
L’Ultimo Guerriero | Italien | 1983
IMDb, OFDb, Schnittberichte

Die Welt liegt in apokalyptischen Trümmern und ist in zwei Lager gespalten. Die gesunden Menschen leben in Makropolen und die Aussätzigen leben in den nuklear verseuchten Wüsten. Eines Tages wird der Wissenschaftler Alan Tanner (William Mang) zusammen mit seiner Frau in eben diese Wüste verstoßen. Als wäre das nicht schon schlimm genug, machen dort auch noch skrupellose Killer wie die attraktive Edra (Marina Costa) und der Degen schwingende Erasmus (Harrison Muller Jr.) Jagd auf sie. Nachdem seine Frau von eben jenen getötet wurde, macht sich Alan daran, die Mörder seiner Geliebten zu stellen.

Nachdem MAD MAX II – DER VOLLSTRECKER den modernen Endzeitfilm bis ins kleinste Detail vorgezeichnet hatte, brach in Italien die große Welle der Nachahmer los. Zu den bekanntesten Vertretern zählen sicherlich Enzo G. Castellaris METROPOLIS 2000 sowie THE RIFFS – DIE GEWALT SIND WIR und THE RIFFS II – FLUCHT AUS DER BRONX. Im Jahr 1984 machte sich dann auch Romolo Guerrieri daran, das Genre um eine Facette zu erweitern. Dieser trägt übrigens den Geburtsnamen Girolami und ist der Bruder von Marino Girolami und der Onkel des eben erwähnten Herr Castellari.
Für das Drehbuch zeichnet dann Roberto Leoni verantwortlich. Dieser bedient sich großzügig bei anderen Genreproduktionen und bietet somit ein buntes Potpourri von Bekanntem: Wüsten, Motoräder, Nahrungsarmut, selbstgebastelte Autos, Bandenkriege und eine strikt nach arm und reich bzw. gesund und krank getrennte Gesellschaft. Trotz dieser Ingredienzien will aber keine echte Endzeit-Stimmung aufkommen. Das liegt zum einen an der relativ mauen Ausstattung des Films, aber mindestens ebenso sehr an vielen kleinen Unstimmigkeiten. Die Mopeds sind allesamt nagelneu, von Benzinknappheit keine Spur. Die Bösen wohnen in prächtig ausgestatteten Burgen und tragen immer saubere Klamotten. Es gäbe unzählige weitere Details zu nennen, die einer glaubhaften Welt im Wege stehen, aber deutlich wird es auch schon an diesen wenigen.

Immerhin gibt es fantasievoll gekleidete Charaktere, von denen Harrison Muller Jr. als exzentrischer Erasmus ohne Schwierigkeiten den Vogel abschießt. Mit weißem Halstuch und Degen bleibt man halt leicht im Gedächtnis. Schauspielerisch reißt erwartungsgemäß niemand Bäume aus, aber Woody Strode als Trainer Sam kann immerhin mit gnadenlosem Overacting für eine ordentliche Portion an Lachern sorgen, während er Alan durch die Trainingsparcours scheucht. Mindestens ebenso unterhaltsam ist dann noch der Umstand, dass das deutsche Kinoplakat nicht nur Strodes Namen falsch schreibt, sondern ihn auch noch als Oscarpreisträger anpreist; was nicht im Geringsten zutrifft.
Noch mehr zu Grinsen gibt es dann in den letzten 20 Minuten. Bis dahin schleppt sich die Revenge-Story teilweise zwar ein wenig mühsam durch die Wüste, aber sobald Alan die Residenz seiner Peiniger entert, gibt es kein Halten mehr. Da werden dann Teppiche unter den Füßen weggezogen und Schergen mit einen gezielten Kissenwurf außer Gefecht gesetzt. Dass diese sich dann auch gegenseitig fleißig über den Haufen ballern fällt da kaum noch ins Gewicht. Hier wird der Zuschauer für den lahmen Beginn belohnt und kann zufrieden den Abspann betrachten.
Trotzdem bleibt man am Ende mit gemischten Gefühlen zurück, denn das ist schon sehr harte Kost, die einem da streckenweise geboten wird. Die zusammengeklauten Elemente sind einfach so plump zusammengebastelt worden, dass kein Endzeit-Feeling aufkommen möchte. Das actionreiche Ende kann da leider nur teilweise entschädigen.

Mittelmäßiger Endzeit-Klopper, der bekannte Genre-Elemente nur mäßig originell wiederverwertet. Einzig das Ende kann wirklich überzeugen.

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