DARK STAR – FINSTERER STERN

Dark Star – Finsterer Stern
Dark Star | USA | 1974 | IMDb, OFDb, Schnittberichte

Eine Raumschiffbesatzung unter dem Kommando von Commander Powell (Joe Saunders) ist damit beauftragt instabile Planeten zu vernichten, um die kosmische Ordnung zu wahren. Als Powell durch einen Kurzschluss lebensgefährlich verletzt wird, kann ihn nur eine Kryostase retten. Doch für den Rest der Crew beginnen nun erst die Probleme: Exotische Lebewesen und philosophische Bomben machen das Leben im All nicht leichter.

Irgendwann zu Beginn der 70’er Jahre, war ein gewisser John Howard Carpenter an der University of Southern California eingeschrieben. Nach diversen Kurzfilmen drehte er dann zusammen mit seinem Kumpel Dan O’Bannon einen Streifen namens DARK STAR. Die Laufzeit dessen betrug zwischen 20 und 65 Minuten (verschiedene Quellen unterscheiden sich hier teils deutlich). 1974 wurde dann ein gewisser Jack H. Harris auf den Film aufmerksam und stellte 60.000 US$ zur Verfügung, um den Film auf eine kinofähige Laufzeit zu bringen. Harris tat das natürlich nicht ganz uneigennützig. Er hatte 1972 den legendären Porno-Streifen DEEP THROAT produziert und wollte nun von seinem Schmuddel-Image wegkommen. Carpenter und O’Bannon kam das natürlich gelegen. Zusammen mit 10.000 selbst ersparten Dollar konnten die beiden DARK STAR dann in die heute bekannte Form bringen.
Nach eigenem Bekunden wurden Carpenter und O’Bannon zu jener Zeit stark von Stanley Kubricks 2001: ODYSSEE IM WELTRAUM und DR. SELTSAM ODER: WIE ICH LERNTE, DIE BOMBE ZU LIEBEN beeinflusst. Vor allem der transzendente Ausdruck des ersten wurde zum Leitfaden von DARK STAR, wenn auch stark überzeichnet. Die Geschichte ist dabei weitestgehend unwichtig, das Leben der verwirrten Crew steht im Vordergrund. Dabei gliedert sich der Streifen in mehrere Einzelteile, was mit Sicherheit der bereits erwähnten Entstehungsgeschichte geschuldet ist. Vor allem dass Ende, in dem Brian Narelle als Lt. Doolittle eine angeregte philosophische Diskussion mit einer Bombe führt, fängt den Grundton des Films wunderbar ein und trug maßgeblich zu dessen Bekanntheit bei. Es sei allerdings auch angeraten, den Film als Ausdruck einer Stimmung und als eine Rezeption anderen Strömungen und Filme zu sehen, da eine wirkliche Geschichte – wie bereits erwähnt – nur in Grundzügen zu erkennen ist.

Ein weiterer berühmter Teil des Films ist die Szene mit dem Exoten. Drehbuchautor Dan O’Bannon selber spielt den hier agierenden Sgt. Pinback und setzt sich ca. 20 Minuten mit einem außerirdischen Wesen auseinander, dass die Crew zu Untersuchungszwecken an Bord genommen hat. Das das Wesen (ein angemalter roter Ball) in dabei attackiert ist nur ein Hinweis aus etwas, was mehr als augenscheinlich ist. O’Bannon probt mit dieser Szene bereits etwas, was er fünf Jahre später dann spielfilmfüllend in Perfektionen wiederholen sollte. Dieser O’Bannon nämlich schrieb das Drehbuch für Ridley Scotts Meisterwerk ALIEN – DAS UNHEIMLICHE WESEN AUS EINER FREMDEN WELT. Auch danach blieb O’Bannon der Phantastik bekanntermaßen treu und wirkte im Laufe seiner Karriere bei Filmen wie LIFEFORCE – DIE TÖDLICHE BEDROHUNG, VERDAMMT, DIE ZOMBIES KOMMEN und DIE TOTALE ERINNERUNG – TOTAL RECALL mit.
Aber auch für Carpenter stellte dieser Film den Beginn seiner Karriere dar. DARK STAR verschaffte im die Gelder, um in den folgenden Jahren ASSAULT – ANSCHLAG BEI NACHT und HALLOWEEN – DIE NACHT DES GRAUENS zu drehen. International bekannt wurde DARK STAR allerdings erst Ende der 70’er Jahre, nachdem Carpenter mit den erwähnten Streifen zu Weltruhm gelangt war. Während Carpenter sich dann in der 80’er Jahren mit unzähligen Klassikern zur Genre-Ikone hocharbeitete, wurde sein Erstling nach und nach zum absoluten Kultstreifen.
Psychedelische (und charmant dilettantische) Effekte, eine Hippie-hafte und vollbärtige Crew, eine wirre Story und philosophische Ansätze machen den Streifen auch heute noch zu einem Genuss für Leute, die abseits von Bombast-Unterhaltung nach kleinen Perlen der Filmgeschichte suchen.

Skurriler Beginn zweier großer Karrieren. Unkonventionell, aber interessant und witzig.

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8 Antworten zu “DARK STAR – FINSTERER STERN

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    • Ich hab jetzt mal 2-3 Flüchtigkeitsfehler entfernt, vielen Dank dafür. Da hat anscheinend die Unachtsamkeit regiert. „Massive Rechtschreibfehler“ kann ich nun gerade keine mehr erkennen, wenn du noch was siehst, wäre ich dir über eine kurze Rückmeldung sehr verbunden …

      Danke …

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