DAS OMEN

dasomen

Das Omen
The Omen | USA | 1976 | IMDb, OFDb, Schnittberichte

Das Kind von US-Außenminister Robert Thorn (Gregory Peck) und seiner Frau Katherine (Lee Remick) verstirbt sofort nach der Geburt. Ein gewisser Vater Spiletto (Martin Beson) bringt Thorn dazu, ein Neugeborgenes, dessen Mutter in der gleichen Nacht bei der Geburt starb, zu adoptieren. Als die Familie dann fünf Jahre später in England lebt, beginnt der kleine Damien (Harevy Stephens) sich merkwürdig zu verhalten. Ein weiterer Geistlicher erscheint, und warnt Thorn davor, dass das leibhaftige Böse in seinem Sohn wohne.

1968 veröffentlichte Roman Polanski ROSEMARIES BABY und landete einen großen Erfolg. 1973 folgte William Friedkin mit DER EXORZIST und übertraf diesen Erfolg noch einmal. Okkulter Horror war in und hatte mit diesen beiden Filmen seine Aushängeschilder schlechthin bekommen. Sechs Jahre später erschien dann der bis dahin unbekannte Richard Donner (der Jahre später mit der LETHAL WAEPON-Reihe Bekanntheit erlangen sollte) auf der Bildfläche und schnappte sich ein Drehbuch von David Seltzer um einen weiteren okkulten Horror-Streifen auf die Leinwand zu bringen. DAS OMEN liegt dann inhaltlich auch recht nahe bei den oben erwähnten Klassikern, schaffte es allerdings nie ganz aus deren Schatten herauszutreten. Und das ist in Anbetracht des sehr gelungenen Films sehr schade.
Die Geschichte um den Sohn des Teufels, der in einem Menschenkind langsam zu Macht kommen soll, funktioniert nämlich prächtig. Dem Zuschauer wird schon in der ersten Szene klar gemacht, was geschieht, es herrscht kein Zweifel an der Falschheit des Kindes und an dem moralischen Fehler von Thorn. Dieser legt seiner Frau – ohne deren Wissen – das diabolische Kind in die Wiege. Alle Folgen sind somit zwar absehbar, was dem Film aber keinen Schaden zufügt. Im Gegenteil inszeniert Donner die Geschehnisse derart spannend, dass die nur langsam voran schreitende Geschichte kaum auffällt. Gerade weil er den jungen Harvey Stephens (dem übrigens trotz achtbarem Spiel keine Schauspieler-Karriere beschieden war) nicht als teuflisch darstellt, sondern als normales Kind, bleibt der Zuschauer oft im Argen und muss selber entscheiden, was er glauben möchte. Leider wird dieses Stilmittel nicht gänzlich ausgeschöpft. Die Geschehnisse sind letztendlich doch zu eindeutig, als dass wirklich die Möglichkeit bestünde, dass Damien ein normales Kind ist und seine Stiefeltern unter Wahnvorstellungen leiden. Das Finale mit Damien verschmitztem Lächeln in die Kamera bestätigt diese These.

Das die Geschichte trotzdem derart fesselt, liegt neben der ruhig und stilsicheren Inszenierung sicherlich auch an der großartigen Musik. Donner ließ sich von 20th Century Fox extra 250.000 US$ mehr Budget bewilligen, um Gerry Goldsmith verpflichten zu können. Dieser hatte schon für unzählige Filme (darunter PLANET DER AFFEN, ALIEN und POLTERGEIST) die Musik geschrieben und erhielt für seine Komposition für DAS OMEN vollkommen zu Recht den Oscar für die Beste Filmmusik. Immer wieder gibt es Choräle, die die unheimliche Grundstimmung maßgeblich mitgestalten. Unterbrochen wird diese Stimmung dann von schnellen, lauten Passagen, die den langsamen Bildern gegenüberstehen, und die wenigen actionreichen Szenen sehr eindringlich wirken lassen. So entsteht ein über weite Strecken sehr ruhiger, aber aufgrund toller Bilder und edlem Score sehr atmosphärischer Gesamteindruck.
Unterstützt wird dieser noch von einem tollen Gregory Peck. Es war zu dieser Zeit eher ungewöhnlich, dass gestandene Schauspieler in Horrorfilmen mitwirken, so dass Peck Engagement hier deutlich erwähnt werden muss. Peck war zu diesem Zeitpunkt ein Schauspieler von Weltformat und spielt seine Rolle dementsprechend abgeklärt. Die vernünftige und ruhige Note, die er dem Charakter Robert Thorn verleiht, hebt sich angenehm vom Genre-Durchschnitt ab, und trägt darüber hinaus zur großen Realitätsnähe des Films bei. Aber auch der übrige Cast macht seine Sache sehr gut, und schafft ein ruhiges, aber nachfühlbares Gesamtbild.
Wie Jahre später von Hoopers/Spielbergs POLTERGEIST bekannt, ranken sich übrigens auch um DAS OMEN diverse Gerüchte, über Unglücke und mysteriöse Geschehnisse am Set. Ob Blitzeinschläge in Flugzeuge (oder gleich deren Absturz), Angriffe diverser wilder Tiere auf Besetzung und Stab oder gesprengte Hotels, es kursieren allerlei Berichte Geschehnissen, die sich jeder selber erklären sollte. Wichtig bleibt aber, dass DAS OMEN sich nicht hinter den zwei großen Klassikern des Okkulten zu verstecken braucht, sondern ein sehr eigenständiges und vor allem gelungenes Stück Horrorfilm darstellt.

Spannender Okkult-Horror voller Atmosphäre und mit toller Musik.

Advertisements

4 Antworten zu “DAS OMEN

  1. Pingback: FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE | SPLATTERTRASH·

    • Du hast vollkommen recht. Habe diese falsche Information jetzt erstmal entfernt, werde die Omen-Reihe dann aber demnächst mal zur Gänze angehen müssen; nicht das noch mehr Unfug in der Kritik verborgen ist 😉

      Danke für’s aufmerksame Lesen und Verbessern,
      Gruß

  2. Pingback: TURTLES II – DAS GEHEIMNIS DES OOZE | SPLATTERTRASH·

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s