KANNIBALINNEN IM AVOCADO-DSCHUNGEL DES TODES

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Kannibalinnen im Avocado-Dschungel des Todes
C
annibal Women in the Avocado Jungle of Death | USA | 1989
IMDb, OFDb, Schnittberichte

Dr. Margo Hunt (Shannon Tweed), Professorin für Ethnologie und überzeugte Feministin, wird vom Militär angeworben, um das Ableben mehrerer GIs im sagenumwobenen Avocado-Dschungel zu untersuchen. Mit von der Partie ist ihre Studentin (Kren M. Waldron) und die Labertasche Jim (Bill Maher). Vor Ort müssen die Drei dann feststellen, dass ein Stamm von Piranha-Frauen eine kannibalische Lebensweise unter Führung von Dr. Kurtz (Adrienne Barbeau) führt.

Ein Titel kann lustig, intelligent oder auch reißerisch sein. KANNIBALINNEN IM AVOCADO-DSCHUNGEL DES TODES ist allerdings ein Titel, der sich nur sehr schwer beschreiben lässt. Natürlich ist er dümmlich und übertrieben, niemand rechnet ernsthaft mit einem Film, der dem Genre der Menschenfresser zuzuordnen wäre, aber irgendwie kann der Titel doch Interesse wecken. Auch der Cast ist nicht zu verachten, lassen sich doch immerhin Adrienne Barbeau und Shannon Tweed auf der Leinwand blicken. Regie und Buch stammen dann zu guter Letzt von J.F. Lawton, der im folgenden Jahr als Drehbuchautor von PRETTY WOMAN und 1992 mit ALARMSTUFE: ROT zu einigem Ruhm kommen sollte. Allerdings ist der Weg zu eben diesem immer ein steiniger, und so manch Rückschlag möchte eingesteckt werden, bis man den Gipfel erklimmen darf. Das vorliegende Werk gehört folglich auch eher in die Kategorie „Rückschläge“.
Schon in den ersten Minuten wird klar, dass man sich in eine Klamauk-Komödie allererster Güte verirrt hat. Nach der netten Eröffnung, wackelt Shannon Tweed durch ihre Uni und wird von wilden Militär-Fritzen über die kommunistische Avocado-Bedrohung aufgeklärt. Was sich ganz humorvoll liest, verkommt im Film neben der Unzahl an platten Gags zur Nebensache. Spätestens, wenn Bill Maher – im wahren Leben auch weniger Schauspieler als Comedian – die Bühne betritt, ist alles verloren. Ein dümmlicher Spruch bzgl. der Geschlechterrollen jagt fortan den nächsten. Dabei ist es unerheblich, ob Maher für die Männer in die Bresche springt oder ob Tweed noch einmal auf Gleichheit pocht, platt und unpointiert ist das gleichermaßen.
Die Story sieht sich auch nicht in der Pflicht, noch irgendetwas retten zu müssen und tut dementsprechend bis 20 Minuten vor Schluss gar nichts. Dann darf endlich auch Adrienne Barbeau – bekannt durch Knaller wie DIE KLAPPERSCHLANGE und DAS DING AUS DEM SUMPF – mitmischen. Ihre Rolle ist eine Anspielung auf Marlon Brandos Colonel Walter E. Kurtz aus APOCALYPSE NOW, wer allerdings intelligente Verweise erwartet, der ist schief gewickelt, der Name muss als Verbindung ausreichen. Immerhin ist Barbeau durchgängig bis unters Kinn zugeschnürt, ein Umstand, der so in nur wenigen ihrer Filme zu finden ist. Allerdings nutzt auch sie diese Möglichkeit nicht, um auf ihre schauspielerischen Fähigkeiten hinzuweisen.

Platter Dschungel-Klamauk, der auf ganzer Linie enttäuscht.

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