URSUS UND DIE SKLAVIN DES TEUFELS

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Ursus und die Sklavin des Teufels
Ursus, il terrore dei kirghisi | Italien | 1964 | IMDb, OFDb, Schnittberichte

Ursus (Reg Park), Anführer eines kleinen Stammes liegt im Clinch mit Zereteli (Furio Meniconi), den König der Kirgisen. Als wäre dieser Streit nicht schon schlimm genug, sucht in letzter Zeit auch noch ein mysteriöses Monster die Gegend heim. Ursus macht sich also daran, den bösen König zur Rechenschaft zu ziehen und die Herkunft des Monsters aufzudecken.

Nachdem der Sandalenfilm in der 50’er Jahren mit Streifen wie DIE FAHRTEN DES ODYSSEUS (1954) und DIE UNGLAUBLICH ABENTEUER DES HERKULES (1957) zu Ruhm gelangt war, kam es in den frühen 60’er Jahren zu einer ganzen Welle an skurrilen Produktionen, die diese teils schon exploitativen Abenteuerfilme mit einer Menge mythologischen und fantastischen Elementen anreicherten. Diese wilden Vermischungen führten dann auch dazu, dass Herkules im Jahre 1961 sogar mal Atlantis erobern durfte. Antonio Margheriti – der Zeit seines Lebens unter dem Pseudonym Anthony M. Dawson Regie führte und so unzählige abseitige Produktionen schuf – beteiligte sich dann auch gerne an dieser Entwicklung, und führt 1964 die Geschichte des Krieger Ursus fort. Dieser wurde ursprünglich vom polnischen Autoren Henryk Sienkiewicz für den Roman Quo vadis? erfunden und war in den 60’er Jahren Hauptperson in circa zehn Film-Produktionen. In der Mehrheit dieser Filme stellte Ed Fury die Hauptrolle, in URSUS UND DIE SKLAVIN DES TEUFELS jedoch übernahm Reg Park – Schwarzeneggers Freund und Mentor – diese Rolle. Neben Margheriti saß übrigens auch ein 25-jähriger Jüngling auf dem Regie(-assistenten)-stuhl, der auf den Namen Ruggero Deodato hörte. Und weil der Chef mit anderen Produktionen beschäftigt war, geht man heute davon aus, das Deodato große Teile des Films selber drehte.

Dieser stellt sich dann als fluchs runtergekurbeltes Filmchen dar, dass mit einschlägigen Klischees auf der Erfolgswelle des Genres mitzureiten versucht. Die Geschichte ist deshalb auch keiner Erwähnung wert, bringt aber immerhin alle Stereotypen des Genres (König, Held, Hexe, verlorener Bruder, vermisste Prinzessin) auf die Leinwand. Überraschungen gibt es dabei nicht, aber dass ist auch gar nicht nötig, da die Geschichte nur den lockeren Rahmen für Kloppereien und dumme Sprüche darstellt.
Und derer gibt es wahrlich genug. Ständig muss sich Reg Park mit irgendwelchen Typen (oder sogar dem Monster) prügeln und wenn die Fäuste doch mal still stehen, gibt er „Dialoge in Sprechblasenmanier“ (Zitat Filmdienst) von sich. Seine Begleiter und Kontrahenten stehen ihm da allerdings in Nichts nach, insbesondere Köng Zereteli kloppt einen unsinnigen Reißer nach dem nächsten raus.
Das Ganze findet dann in einer herrlich sparsamen Umgebung statt, so dass der Großteil des Films in Wäldern und Höhlen spielt. Die Einstellungen vom Palast hingegen wissen durchaus zu überzeugen. Ebenso verhält es sich mit der restlichen Ausstattung, bei der Requisiten und Kostüme immer wieder zwischen erträglich und albern schwanken.
Dies soll aber alles keine allzu harsche Kritik darstellen, weil sicah das alles zu einem unheimlich kurzweiligen Filmchen verbindet, dass es locker schafft den Betrachter zu unterhalten. Falls das Ganze einen epochaleren Anspruch gehabt haben sollte, wurde der zwar glatt verfehlt, aber das tut der Freude keinen Abbruch.

Fantasy-Sandalen-Reißer nach Schema F, was aber nicht heißt, dass das Ding – gerade aufgrund unfassbar sinnfreier Dialoge – nicht bestens unterhält.

4 Antworten zu “URSUS UND DIE SKLAVIN DES TEUFELS

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