FLUCHT INS 23. JAHRHUNDERT

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Flucht ins 23. Jahrhundert
Logan’s Run | USA | 1976 | IMDb, OFDb, Schnittberichte

Logan 5 (Michael York) lebt im Jahr 2274 in einer Stadt unter einer lebenserhaltenden Kuppel. Alles andere ist zerstört und die menschliche Zivilisation lebt unter dieser Kuppel in Einklang und von Maschinen bestens umsorgt. Logan arbeitet dort als Sandmann – eine Art Wächter – doch auch er muss sein Leben wie alle anderen mit Erreichen des 30. Lebensjahres beenden. Doch es gibt eine geheime Gruppe, die sich diesem System wiedersetzen möchte.

Der Brite Michael Anderson hat mit den Romanverfilmungen 1984 von George Orwell und IN 80 TAGEN UM DIE WELT von Jules Verne bereits Mitte der 50’er Jahre gezeigt, dass diese Herangehensweise ein probates Mittel darstellt, um einen ordentlichen Film zu produzieren. Kein Wunder also, dass er sich auch im Laufe seiner weiteren Karriere gerne von Büchern inspirieren ließ. So auch beim vorliegenden Sci-Fi-Reißer FLUCHT INS 23. JAHRHUNDERT. Die Vorlage stammt diesmal von den weniger bekannten William F. Nolan und George Clayton Johnson. Zweiterer hat unter anderem das Drehbuch für die erste Folge der Serie RAUMSCHIFF ENTERPRISE verfasst. Leicht an filmische Maßstäbe angepasst hatte Anderson so ein Script zur Hand, mit dem er einen tollen Beitrag zur Sci-Fi-Welle der 60’er Jahre leisten konnte. Dort ist der Film nämlich inhaltliche wie stilistisch einzuordnen, auch wenn erst im Jahre 1976 veröffentlicht wurde. Kurz bevor der KRIEG DER STERNE das Genre revolutionierte (und ALIEN – DAS UNHEIMLICHE WESEN AUS EINER FREMDEN WELT das gleiche dann nur ein Jahr später noch einmal tat) drehte Anderson mit FLUCHT INS 23. JAHRHUNDERT nämlich einen der letzten Verterter der Prä-Blockbuster-Science-Fiction.
iesWas als erstes ins Auge springt ist die mehr als überdrehte Welt. Unvermittelt wird man ab der ersten Minute in eine knallbunte Zukunftsvision entlassen. Bunte Kostüme (die die zur Produktionszeit aufkommende Hippie-Welle mehr als nur aufgreifen), funkelnde Bauten und moderne Verkehrsmittel. Das alles eingebettet in wunderbar futuristische Pappmaschee-Bauten. Da lacht das Sci-F-Herz. Passend dazu die simple aber dem Film ausreichend Sinn gebende Gesellschaft. Diese ist zwar nicht so durchdacht wie bei manch anderem zeitgenössischen Werk, bietet aber einen ordentlichen Rahmen für die folgenden Geschehnisse.

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In deren Mittelpunkt stehen dann der (Ex-)Sandmann Logan und seine Geliebte und Retterin (im mehrfachen Sinne) Jessica. Die Flucht der Beiden ist kurzweilig inszeniert und findet genau die richtige Mischung aus Action und Erkenntnissen. Dabei gibt es zwar kaum überraschende Wendungen, aber stets interessante, neue Story-Häppchen. Richtig groß wird es dann noch mal, wenn die Beiden die Außenwelt und damit das verlassene Washington erreichen. Neben tollen Matte Paintings betritt hier auch der legendäre Peter Ustinov die Bühne. Dieser bietet dann eine wunderbare Vorstellung als Yoda-ähnlicher Kautz, der von der Einsamkeit übermannt in den Ruinen lebt und immerzu lacht und Unsinn redet. Leider ist diese Darstellung nie zu der ihr eigentlich gebührenden Berühmtheit gelangt.
Dem Film verleiht sie indes neuen Schwung und lässt den Streifen somit auch auf die ordentliche – wenn auch nicht spektakuläre – Zielgerade einbiegen. Zu dieser Zeit musste das Ende eines Films die Zuschauer eben glücklich hinterlassen; ein etwas härterer Abschluss hätte dem Film zwar gut getan, aber das Happy-End ist keinesfalls schlimm. Immerhin beschließt es einen durchweg unterhaltsamen Sci-Fi-Streifen, der sowohl Gesellschaftkritik, als auch Futurismus und eine nette Flucht-Story  zu einem äußerst unterhaltsamen Werk vereint.

Höchst unterhaltsamer Sci-Fi-Reißer.

2 Antworten zu “FLUCHT INS 23. JAHRHUNDERT

  1. Schöner Bericht in dem eigentlich alles passt – nur nicht das Jahrzehnt 😉 Flucht ind 23. Jahrhundert stammt nicht aus den 60er, sondern aus dem 70er Jahren, was dann einige der geäußerten Thesen doch etwas relativiert.

    • Tatsächlich, da werd‘ ich die Tage mal nachbessern … aber schön zu sehen, dass es Leute gibt, die die Texte aufmerksam lesen und nicht nur die Bildchen angucken 😉

      Insofern ein mehrfaches Danke …

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