LEBENDIG GEFRESSEN

lebendiggefressen

Lebendig gefressen
Mangiati vivi! | Italien | 1980 | IMDb, OFDb, Schnittbericht

In New York kommt es zu mysteriösen Todesfällen, bei denen ein aus Südostasien stammender Mann Menschen mit Giftpfeilen ermordet. Die Polizei findet bei ihm einen Film, auf dem Diana (Paola Senatore), die Schwester von Sheila (Janet Agren), bei merkwürdigen Ritualen zu sehen ist. Sheila macht sich dann auf den Weg in den Dschungel Neuguineas, wo sie mit Hilfe des ehemaligen amerikanischen Soldaten Mark Butler (Robert Kerman) auf einen Stamm stößt, der von dem fanatischen Melvyn Jonas (Ivan Rassimov) angeführt wird.

1972 hat Umberto Lenzi mit MONDO CANNIBALE den Startschuss für ein Jahrzehnt des Kannibalen-Film geschaffen. Dieses rein italienische Genre feierte seinen Höhepunkt dann mit Deodatos NACKT UND ZERFLEISCHT und Lenzis eigenem DIE RACHE DER KANNIBALEN. Mit LEBENDIG GERFRESSEN hat er hingegen einen Genre-Vertreter geschaffen, der nur sehr wenig von Interesse zu bieten hat.
Das fängt schon bei der wirren Geschichte an. Während Lenzi sich bei MONDO CANNIBALE noch bemühte, neben Einschlägigem eine halbwegs einfallsreiche Geschichte zu präsentieren, geht das diesem Streifen völlig ab. Die Geschehnisse sind derart unzusammenhängend, dass man schon in den ersten Minuten die Lust verliert. Das wird zum Ende hin dann nicht besser, obwohl man eingestehen muss, dass Lenzi mit der Sektenthematik zumindest aktuelles Zeitgeschehen aufgreift. Hier kommt dann auch mit Lenzis Kannibalen-Film-Fachmann Ivan Rassimov der einzige charismatische Charakter ins Spiel, der als wirrer Prediger durchaus überzeugen kann.

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Da man sich einen solchen Film aber auch nicht wegen der ausgefeilten Geschichte ansieht, nun zum Wesentlichen: Gewalt kommt vor, zum Ende hin auch in ordentlicher Menge. Leider ist bis auf die Endsequenz fast alles aus anderen Genre-Vertretern geklaut. Und damit ist nicht gemeint, dass Lenzi dreist kopiert, sondern dass er Szenen aus anderen Filmen in seinen Streifen hineinschneidet. Höhepunkt ist dann sicherlich, dass er mehrere Szenen aus seinem eigenen MONDO CANNIBALE hier noch einmal zeigt. Dazu gehören übrigens auch alle Tier-Snuff-Szenen im Film. Diese stammen allesamt aus Lenzi ersten Kannibalen-Film. Das für LEBENDIG GEFRESSEN nicht eigens Tiere getötet wurden macht das Zeigen diesen Szenen natürlich nicht besser, insofern mal wieder der Tipp: Großzügig umspulen.
Ansonsten gibt es natürlich eine Unmenge an nackten Mädels, mit denen nicht zimperlich umgangen wird. Mehrere Vergewaltigungen und eine grundsätzliche Reduzierung der Frauen auf ihre Körperlichkeit sind hier an der Tagesordnung.
Alles in allem fällt es ziemlich schwer, dem Film irgendeinen wirklichen Gehalt abzugewinnen. Während andere Filmchen dieser Stilrichtung zumindest noch versuchen eine Geschichte zu erzählen oder sich zumindest an irgendeiner an den Haaren herbei gezogenen Thematik abarbeiten, macht dieser Streifen nichts von alledem. Er wiederholt einfach alles, was man aus diesem Genre schon kennt, teilweise sogar unmittelbar von der Filmrolle geklaut.

Müder Kannibalen-Flick, der nicht Neues bietet und so weitestgehend langweilt. Vorsicht Tier-Snuff!

3 Antworten zu “LEBENDIG GEFRESSEN

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