DIE ARMEE DER FINSTERNIS

armeederfinsternis

Die Armee der Finsternis
Army of Darkness | USA | 1992 | IMDb, OFDb, Schnittberichte

Nachdem Ash (Bruce Campbell) dem Bösen in den Wäldern, gegen das er dort tagelang gekämpft hat, gerade so entfliehen konnte, wird er durch die Zeit zurück ins Mittleralter geschleudert. Dort kämpfen verschiedene Ritter-Clans gegeneinander und gegen einen noch schlimmeren Feind: Das reine Böse. Um zurück in seine Zeit zu reisen, muss Ash das Necronomicon, das Buch des Todes, finden den Herrscharen des Bösen trotzen.

1981 schuf Sam Raimi mit TANZ DER TEUFEL einen Meilenstein des (Amateur-)Horrorfilms, dem er 1987 mit TANZ DER TEUFEL II – JETZT WIRD NOCH MEHR GETANZT einen würdigen Nachfolger verpasste. Dabei entwickelte sich der zweite Teil – der mit immerhin 3,5 Mio. US$ Budget das zehnfach des Originals kostete – deutlich weg vom blutigen Horror, hin zu einen Slapstick-Komödie. 1992 schließlich schloss Sam Raimi seine Trilogie dann mit DIE ARMEE DER FINSTERNIS ab. Obwohl die ersten beiden Teile keine Kassenschlager waren – wohl aber eine riesige Fangemeinde geschaffen haben – stellte Renaissance Pictures diesmal ca. 13 Mio. US$ zur Verfügung, so dass Raimi seine Idee von einer Zeitreise, die ursprünglich schon im zweiten Teil vorkommen sollte, endlich umsetzen konnte. 1987 genügte ihm das Budget noch nicht, um das (Fantasy-)Mittelalter, wie er sich vorstellte, adäquat umzusetzen.
Das Herz der Serie bleibt natürlich unangetastet, und so darf Bruce Campbell in der Rolle seines Lebens natürlich wieder einen Alleingang hinlegen. Der gesamte Cast richtet sich nur auf Campbell aus, andere Charaktere wechseln kaum ein Wort miteinander. Dabei wird die Entwicklung des zweiten Teils konsequent fortgeführt und der Charakter Ash ist von Anfang an ein sprücheklopfender Held, der seine Rolle bis zum Bersten mit Sarkasmus und bissigen Kommentaren füllt. Eine gewisse Tollpatschigkeit, die sich dann vor allem in den Slapstick-Einlagen und natürlich dem legendären Versprecher findet, bringt die Figur ins dabei ins Gleichgewicht.
Und der erwähnte Slapstick erhält ebenfalls wieder viel Aufmerksamkeit. Als bekennender Fan der Drei Stooges, lässt Raimi sowohl seine Protagonisten, als auch die Untoten massig Albernheiten darbieten, so dass der Film sich selber zu keiner Sekunde ernst nimmt. Das funktioniert im Zusammenspiel mit der Mittelalter-Kulisse nahezu perfekt und lässt einen so ein ums andere Mal schmunzeln. Da ist es dann auch verkraftbar, dass die Geschichte an sich sehr übersichtlich ist.

Dem Budget entsprechend setzt Raimi die Welt dann auch toll in Szene. Insbesondere die Nachtaufnahmen an der Windmühle, auf dem Friedhof und natürlich bei der finalen Schlacht, schaffen eines Atmosphäre, die ihres gleichen sucht. Dazu trägt auch ein weiteres Mal die perfekt skurrile Kameraarbeit bei, die diesmal von Bill Pope geleistet wurde. Diese erreicht zwar nicht ganz das Niveau des zweiten Teils, ist aber allemal achtbar. Das der Film dann auch ein noch höheres Budget gut vertragen hätte, fällt ein wenig auf, wenn bei der finalen Schlacht eine doch sehr überschaubare Anzahl an Untoten angreift. Doch dieses Manko wurde vom Effekt-Team mit viel Hingabe, einen Menge Latexanzüge und geschickten Kamerawinkeln gut aufgefangen.
Das erwähnte Ende ist übrigens im Director’s Cut deutlich länger als in der Kinofassung und die Szene in der Windmühle, in der Ash gegen ein Dutzend kleiner Abbilder kämpft, wurde gleich ganz fallengelassen. Diese Einschnitte schmälern des Film durchaus, und machen den Director’s Cut so zur einzigen vernünftigen Fassung. Über das Ende kann man dann natürlich streiten. Ob einem nun Ashs Kampf in seinem S-Mart oder das – charakterlich etwas passendere – Verschlafen seiner Zeit besser gefällt muss wahrlich jeder für sich entscheiden. Zur Not gibt es eine Hybrid-Fassung, in der das Kaufhaus-Ende nur einen Traum darstellt, auf den dann das Endzeit-Ende folgt.
So oder so ist DIE ARMEE DER FINSTERNIS ein mehr als würdiger Abschluss der TANZ DER TEUFEL-Trilogie. Natürlich ist der Film soweit vom Beginn der Reihe im Jahre 1981 entfernt, wie er es nur sein kann, aber genau das macht auch eines der Markenzeichen dieser Filmreihe aus: Kein Film ist wie der andere, jeder setzt andere Schwerpunkte, und trotzdem verbindet alle ein gewisser Stil miteinander. Oder verbindet alle Teile einfach der großartige Bruce Campbell? Egal, klasse sind die Filme so oder so.

Großartige Fantasy-Horror-Komödie, die die Reihe würdig abschließt.

Advertisements

2 Antworten zu “DIE ARMEE DER FINSTERNIS

  1. Pingback: TOTALER SPERRBEZIRK | SPLATTERTRASH·

  2. Pingback: EVIL DEAD | SPLATTERTRASH·

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s