FRAUEN IN KETTEN

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Frauen in Ketten
Black Mama, White Mama | Philippinen/USA | 1973 | IMDb, OFDb, Schnittberichte

Lee Daniels (Pam Grier), eine Prostituierte die ihrem Boss Geld geklaut hat, und Karen Brent (Margaret Markov), eine Revolutionärin, sitzen zusammen in einem schmierigen philippinischen Frauengefängnis. Bei einer Verlegung wird der Convoy von Karens Freunden überfallen und die Mädels können fliehen. Fortan kämpfen sie sich aneinander gekettet über die Insel, obwohl beide höchst unterschiedliche Pläne haben.

Der Women-In-Prison-Film stellt eine in den frühen 70’er Jahren höchst beliebte Spielart des Exploitationfilms dar, bietet er doch ohne weiteres die Möglichkeit, verschiedene Genre-Konventionen miteinander zu vermischen. Der auf den Philippinen geborene Regisseur Eddie Romero, der sich zuvor mit BEYOND ATLANTIS und MAD DOCTOR OF BLOOD ISLAND einen Namen gemacht hatte, filmte dann auch seinen Anteil an diesem Genre und schuf mit FRAUEN IN KETTEN einen durchaus ansehnlichen Vertreter. So verirrten sich zum Beispiel Pam Grier (eine Fachfrau für Women-In-Prison) und der junge Sid Haig (später vor allem bekannt als Captain Spaulding aus HAUS DER 1000 LEICHEN und THE DEVIL‘S REJECTS) in den Cast.
Doch auch die Story kann sich von der Masse an ähnlich gelagerten Produktionen abheben. So wird der Dreisatz des Frauengefängnisses (Ankunft, sexuelle Ausschweifungen/Gewalt, Flucht) hier in den ersten 15 Minuten abgehakt und fortan bietet sich dem Betrachter ein schlüpfriger Abenteuerfilm. Das heißt natürlich nicht, dass sich nicht auch ein paar Duschszenen im Film finden, oder das nicht hier und da immer wieder nackte Mädels durch Bild hüpfen, aber der frühe Ausbruch bietet dem Film die Möglichkeit, sich ein wenig vom Klischee zu lösen.

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Das klappt dann auch recht gut, vor allem weil der restliche Cast eine unterhaltsam dumme Jagd auf die beiden Mädels veranstaltet. Allem voran sei hier Sid Haig erwähnt, der als prolliger Cowboy Spaß daran hat, seinen Feinden die Hosen runterzuziehen, um mit seinen Kumpels dann ausführlich über die Länge der dargebotenen Gemächter zu diskutieren. Warum auch nicht? Ansonsten ballern sich die verschiedenen Banden dann eigentlich nur recht unblutig über den Haufen, was einen netten Gegensatz zu den Tricksereien der Mädels bietet.
Das der Streifen dann trotz seiner durchaus soliden Machart immer noch eine echt Exploitation-Granate ist, zeigt sich, wenn Pam Grier dann ihr Blaxploitation-Fähigkeiten beweist (ein Jahr später sollte sie ja mit FOXY BROWN Genre-Geschichte schreiben) und sich in einem legendären, aneinander-geketteten Catfight inklusive cooler One-Liner ihrer Haut erwehren muss.

Nette Exploitation-Klamotte, die sich angenehm von anderen Frauen-Im-Knast-Streifen abgebt.

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5 Antworten zu “FRAUEN IN KETTEN

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