TOLL TREIBEN ES DIE WILDEN ZOMBIES

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Toll treiben es die wilden Zombies
Return of the Living Dead Part 2 | USA | 1988
IMDb, OFDb, Schnittberichte

In der Nähe des kleinen Örtchens Westvale in Kalifornien kommt der US-Army per Zufall ein Fass mit einem Zombie darin abhanden. Drei Kids – darunter der junge Jesse Wilson (Michael Kenworthy) finden und öffnen es kurze Zeit später. Der entsteigende giftige Dunst weht darauf hin Richtung Friedhof und erweckt eine Unzahl an Toten wieder zum Leben.

TOLL TREIBEN ES DIE WILDEN ZOMBIES ist wohl ein Paradebeispiel für die Franchise-Politik bei Horrorfilmen der 80’er Jahre. Nachdem VERDAMMT, DIE ZOMBIES KOMMEN drei Jahre zuvor einschlug wie eine Bombe, muss eine Fortsetzung unter allen Umständen runtergekurbelt werden. Vom ursprünglichen Stab ist nur noch Produzent Tom Fox an Bord, der dann eine neue Crew um sich gescharrt hat. Drehbuch und Regie gingen dabei an den Serien-Fachmann Ken Wiederhorn, und der hat dann einen Zombie-Klamauk allererster Güte gedreht.
Schon in den ersten Minuten fällt einem auf, dass hier nicht viel Innovatives zu erwarten ist. Wieder mal ein Fass, das wieder mal zufällig geöffnet wird, wieder mal ein Friedhof, wieder mal Regen und wieder mal eine Horde Zombies. Das allein wirkt schon einfallslos genug, doch nach 10 Minuten sieht sich der Zuschauer dann einer echten Bombe gegenüber: James Karen und Thom Mathews eiern plötzlich durch das Bild und lassen Erinnerungen wach werden. Die beiden haben doch auch bei VERDAMMT, DIE ZOMBIES KOMMEN mitgespielt. Aber in anderen Rollen mit anderen Namen. Da die beiden wieder bis zum Ende dabei sind, handelt es sich hier auch nicht um eine nette Anspielung, sondern um zwei ernste neue Rollen. Das ist doch mal was!

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Da nach weinigen Minuten klar ist, dass man von der Geschichte nicht viel erwarten kann, bleibt einem genug Zeit, sich voll und ganz auf die zahlreichen Zombies zu konzentrieren. Diese sehen teilweise wirklich klasse aus, und der Betrachter bekommt viele höchst gelungene Masken und Kostüme zu sehen. Leider geizt das Ding dann aber ein wenig mit wirklichen Splatter- und Gore-Effekten, was einen dann noch einmal verwundert daran denken lässt, dass der Film in Deutschland lange nur geschnitten zu bewundern war. Trotzdem ist für Fans von Zombies hier jede Menge geboten.
Jetzt allerdings zum deutlichsten Merkmal des Films: Klamauk. Der ganze Streifen ist von vorne bis hinten reines Geblödel. Während der Vorgänger das Zombie-Genre noch humorvoll persiflierte, hat dieser Streifen damit nichts mehr zu tun und blödelt einfach sinnfrei vor sich hin. Das ist nicht unbedingt schlimm, da die flotte Inszenierung und die zahlreichen Effekte einen bei der Stange halten, wird aber so manchen (unvorbereiteten) Zombie-Puristen vor den Kopf stoßen. Die feinen Seitenhiebe aufs Genre werden hier ebenfalls in maßlose übertrieben, und spätestens, wenn eine Michael-Jackson-Zombie des Weges kommt, ist klar wohin dieser Film will.

Klamauk in Reinkultur. Für zwischendurch trotzdem ganz nett.

Eine Antwort zu “TOLL TREIBEN ES DIE WILDEN ZOMBIES

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