VERDAMMT, DIE ZOMBIES KOMMEN

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Verdammt, die Zombies kommen
The Return of the Lining Dead | USA | 1985
IMDb, OFDb, Schnittberichte

In einem medizinischen Versandlager irgendwo in Kentucky lagern neben allerlei Tieren und Skeletten auch ein paar Zombies, die von der US-Armee schon seit langer Zeit gesucht werden. Als Lagervorsteher Frank (James Karen) seinem Gehilfen Freddy (Thom Mathews) ein wenig imponieren möchte, und ihm deshalb einen der Zombies zeigt, bricht dieser aus. Das Gas, welches dabei aus dem Lagerbehälter austritt, breitet sich erst im Lagerhaus und kurze Zeit später auch auf dem angrenzenden Friedhof aus.

Wenn man 1985 eine Videothek betreten und nach Horror-Streifen gefragt hat, dann wurde einem eine Unmenge an Zombie-Filmchen vorgesetzt. Seit Romero 1978 mit ZOMBIE die Welle losgetreten hatte, war der Markt regelrecht mit (größtenteils schlechten) Plagiaten überschwemmt. Nun kam ein gewisser Dan O’Bannon und dachte sich: Warum noch einen Streifen mit schlurfenden Untoten machen? Warum das Genre nicht mal auf den Kopf stellen. Gesagt, getan, 4 Mio. US& investiert, und einen Klassiker geschaffen.
Der Mann der das gemacht hat, ist dabei wahrlich kein Unbekannter. Dan O’Bannon schrieb bereits die Drehbücher für Ridley Scotts ALIEN – DAS UNHEIMLICHE WESEN AUS EINER FREMDEN WELT, Tobe Hoopers LIFEFORCE – DIE TÖDLICHE BEDROHUNG und Carpenters DARK STAR. Dieser Mann kennt sich also in der Horror-Szenerie aus. Dann sucht sich O’Bannon noch einen simplen, aber passenden Cast zusammen und schon konnte es losgehen.
Der ganze Streifen besteht aus einer simplen Geschichte, die (bewusst) unsinnig ist. Das um seine Fässer besorgte US-Militär darf dabei getrost als Seitenhieb auf die gängigen Herkunftserklärungen anderer Zombiestreifen gesehen werden. Überhaupt grenzt sich der Film immer vom Zombie-Genre ab. So ist den Protagonisten zum Beispiel klar, was Zombies sind, und wie man sie töten kann. Romeros DIE NACHT DER LEBENDEN TOTEN wird gar auf einer Meta-Ebene in den Film eingeflochten. Richtig derbe wird es dann, wenn die Zombies zu reden anfangen, und die entsetzten Charaktere über ihren Antrieb Gehirne zu fressen aufklären, oder wenn die Zombies per Funk mehr Polizisten anfordern, um die dann per Hinterhalt zu überrumpeln. Das dürfte nicht jedem Puristen gefallen, muss allerdings im Kontext des Films gesehen werden. Und da funktioniert es prächtig. Der Film wird so unheimlich rasant und lässt nicht die kleinste Länge aufkommen. Und ganz nebenbei persifliert er ein Genre, das schon seit seiner Begründung arm an Fortschritt und Innovation ist.

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Nun macht der Film vieles anders, aber nicht alles. Das in einem Zombie-Film auch Blut fließen muss, daran will O’Bannon dann doch nicht rütteln. So präsentiert der Streifen dann eine Menge an Effekten, die nie ins übermäßige abdriften, aber allemal eine ordentliche Menge an blutigen Tatsachen präsentieren. Die Machart ist in der obersten Liga angesiedelt, so macht Splatter Spaß! Das sorgt dann auch dafür, dass der Film trotz seines Humors und der comichaften Gewalt indiziert wurde, und erst seit 2011 (mit einem angemessenen FSk-16-Stempel) allen Filmfreunden zugänglich ist.
Außer diesen dürften übrigens auch Punkrock-Freunde ihren Spaß an dem Streifen haben. Nicht nur, dass eine sehr unterhaltsame Truppe von Punks im besprühten Cadillac auf einem Friedhof feiert dürfte hier für ein Lächeln sorgen, sondern vor allem die grandiose Musikauswahl, für die Matt Clifford verantwortlich zeichnet. Unter vielen anderen gibt es Klassiker wie The Cramps oder T.S.O.L. zu hören. Da macht das Gemetzel gleich doppelt Spaß!

Also Zombiefreunde, die kein Problem mit rennenden und denkenden Zombies haben, können sich diesen Klassiker sehr gut zu Gemüte führen. Geile Musik und lustige Effekte verpackt in 1A-Unterhaltung gibt’s noch obendrauf.

6 Antworten zu “VERDAMMT, DIE ZOMBIES KOMMEN

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