SARTANA KOMMT

SARTANA KOMMT

Originaltitel: Una Nuvola di polvere … un grido di morte … arriva Sartana
Alternativtitel: Light the Fuse – Sartana is Coming, Gunman in Town
Herstellungsland: Italien/Spanien
Erscheinungsjahr: 1970
Regie: Giuliano Carnimeo
Drehbuch: Tito Carpi, Ernesto Gastaldi
Darsteller: Gianni Garko, Nieves Navarro, Piero Lulli, Bruno Corazzari, Frank Brana

Laufzeit: ca. 97 Min.

Links zum Film:
IMDb, OFDb, Schnittbericht

Inhalt:
Als er sich gerade trickreich aus einem Gefängnis befreit, packt den Revolverhelden Sartana das Mitleid und er rettet den Leidensgenossen Grand Full. Dieser erzählt ihm aus Dankbarkeit von einem missglücktem Deal, bei dem eine halbe Million US$ und 20 Millionen an Falschgeld abhanden gekommen sind. Da lässt Sartana sich natürlich nicht zweimal bitten und begibt sich auf die Suche. Dabei gerät er jedoch in ein höchst vertracktes Spiel.

Meinung:
„Sartana“ ist neben „Django“ das große Aushängeschild des Italo-Western. Vier Filme wurden von dem schwarz-gewandeten Helden gedreht, der dabei immer von Gianni Garko verkörpert wurde. Darüber hinaus gibt es noch eine unüberschaubare Menge an Nachahmern, die aber meist nur den Namen verwenden. Bei den wilden Namenswurschteleien bei Genrefilmen aus den 70’er Jahren wundert das kaum. Wäre doch in Deutschland auch keinem der Originaltitel: „Una Nuvola di polvere … un grido di morte … arriva Sartana“ zuzumuten gewesen.
Für die Regie zeichnet Giuliano Carnimeo (unter dem Pseudonym Anthony Ascott) verantwortlich, der sich – abgesehen von ein paar Erotikkomödien – fast ausschließlich mit Italo-Western einen Namen gemacht hat.

Wie in Italo-Western üblich, ist der Protagonist Sartana kein moralischer Ehrenmann, sondern knallt nach Herzenslust andere Typen ab und kommentiert das mit bissigen One-Linern. Darüber hinaus verfügt er über zahlreiche Tricks, die den Zuschauer manchmal mehr, manchmal weniger zu schmunzeln bringen. Spätestens, wenn seine Orgel aber zum stationären Maschinengewehr wird, bleibt kein Auge trocken. Auch die übrigens Charaktere schießen sich diesem souverän-trashigen Gehabe an, so dass die meisten Dialoge zu über-coolen One-Liner-Gefechten werden. Zusammen mit der deutschen Kalauer-Synchronisation ist das dann allemal unterhaltsam.
So erzählt die einigermaßen spannende Geschichte dann von Betrug und doppeltem Boden, bis endlich alle Charaktere tot und das Gold in Sartanas Händen ist. Auch am Ende ist keine moralische Lehre in Sicht, der beste Schütze und das größte Schlitzohr gewinnen einfach.

Das der Streifen in Deutschland mit einem FSK-18-Stempel vertrieben wird, lässt einen zwar erwarten, dass es ordentlich zur Sache geht, doch dürfte sich diese Einstufung eher auf die zahlreichen Toten gründen, als auf explizite Gewalt. Die ist aber auch gar nicht nötig, da der Streifen ohnehin von seinem unerreichbar coolen Hauptcharakter lebt, der immer Bescheid weiß, alles durchschaut und jeden erschießt. Wenn einer dann noch einen Kalauer nach dem nächsten raushaut kann sowieso nichts mehr schiefgehen. Obwohl man an dieser Stelle anmerken muss, das auch ein Sartana ohne seinen Alfi – eine fahrende Zigarettenanzünder-Puppe, die auch gerne mal explodiert oder mit Mini-Pistolen schießt, und Sartana so aus brenzligen Situationen rettet – nicht weit kommen würde.

Fazit:
Klasse Italo-Western, der den Alleskönner Sartana legendär macht.

Eine Antwort zu “SARTANA KOMMT

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