HAUS DER 1000 LEICHEN

HAUS DER 1000 LEICHEN

Originaltitel: House of 1000 Corpses
Alternativtitel:
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 2003
Regie: Rob Zombie
Drehbuch: Rob Zombie
Darsteller: Sheri Moon Zombie, Chad Bannon, William Bassett, Sid Haig, Karen Black, Erin Daniels, Bill Moseley, Judith Drake, Dennis Fimple, Gregg Gibbs, Walton Goggins

Laufzeit: ca. 86 Min.

Links zum Film:
IMDb, OFDb, Schnittbericht

Inhalt:
Eine Gruppe Jugendlicher reist auf der Suche nach absonderlichen Attraktionen durch Amerika. Eines Tages kommen sie in den Laden von Captain Spaulding, der ihnen vom höllischen Dr. Satan erzählt. Von der wirren Geschichte angetan, machen sie die Kids auf die Suche und finden bei der Familie Firefly mehr als ihnen lieb ist.

Meinung:
Musiker, Comicautor und eines der Sinnbilder für ausgeflippten Horror-Livestyle. Es war also nur eine Frage der Zeit, bis Rob Zombie Geldgeber findet, die es ihm ermöglichen, seinen persönlichen Horrorstreifen zu drehen. Und genau das hat Zombie getan, er hat alle seine Vorstellungen von Horror zu einem großen Ganzen verquirlt.
Das Ergebnis orientiert sich stark an „Blutgericht in Texas“ und anderen Vertretern von Slasher und Terror. In jeder zweiten Szene finden sich optische, akustische oder inhaltliche Anspielungen an Genregrößen. Dabei geht die Bandbreite von aktuellen Produktionen bis zu Klassikern wie „Der Schrecken vom Amazonas“. Darunter leidet die Eigenständigkeit des Films zwar etwas, aber nicht so sehr, dass es langweilig wird. Grund dafür sind vor allem die ausgeflippten Charaktere, die den Zuschauer in ihren Bann ziehen. Baby (gespielt von Zombies Ehefrau Sherrie Moon), der wirre Otis B. Driftwood und allen voran natürlich der zur Ikone gewordene Captain Spaulding kommen allesamt so herrlich durchgedreht daher, dass das Zuschauen eine reine Freude ist.
Besondere Beachtung verdient – wie auch nicht anders zu erwarten – natürlich auch die musikalische Untermalung. Zombie zieht hier alle Register und geht von (Industrial-)Metal über Country bis hin zu extrem verfremden Songs, die nur noch in Quietschen und Rauschen enden. Das lässt sich so auch fast auf die Optik des Films übertragen. Immer wieder kommt es zu blitzartigen Einschüben, die ständig mit dem Stil des Films brechen und so ein wildes Potpourri an visuellen Eindrücken schaffen. Die Gewalt hält sich im Film übrigens weitestgehend zurück, was nicht heißen soll, dass nicht ein paar fiese Darbietungen zu erwarten sind. Insgesamt ist das aber mehr Slasher als Splatter.
Führt dieses wilde Sammelsurium an Stilen, Klängen und Eindrücken nun dazu, dass der Film nicht funktioniert? Mitnichten! Rob Zombie nimmt hier einfach die Möglichkeit wahr (er konnte zu der Zeit ja noch nicht ahnen, dass er nach „Haus der 1000 Leichen“ auch weiter Film wird produzieren dürfen), sein ganzen Wissen über Horror in einen Film zu quetschen. Das dabei Entstehende geht dann zwar manchmal auf Kosten der Spannung, wenn zum Beispiel Baby durch einen Einspieler gleich als böse charakterisiert wird, anstatt den Zuschauer rätseln zu lassen, bietet aber ansonsten eine großartige Achterbahnfahrt durch Jahrzehnte des Horrors.

Fazit:
Wildes Horror-Slasher-Potpourri, das leichte Mängel in Sachen Spannung und Geschichte locker verschmerzt, und großartig unterhält.

3 Antworten zu “HAUS DER 1000 LEICHEN

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