RUINEN

RUINEN

Originaltitel: The Ruins
Alternativtitel: Les Ruines
Herstellungsland: Australien/Deutschland/USA
Erscheinugsjahr: 2008
Regie: Carter Smith
Drehbuch: Scott Smith
Darsteller: Jonathan Tucker, Jena Malone, Laura Ramsey, Shawn Ashmore, Joe Anderson, Sergio Calderón, Jesse Ramirez, Balder Moreno, Dimitri Baveas

Laufzeit: ca. 87 Min.

Links zum Film:
IMDb, OFDb, Schnittbericht

Inhalt:
Vier amerikanische Reisende treffen in Mexiko kurz vor Ende ihres Trips einen Deutschen, der ihnen von einer gerade erst entdeckten Maya-Ruine erzählt. Die Neugier treibt alle fünf am nächsten Tag dorthin, und tatsächlich finden sie ein beeindruckendes altes Maya-Gebäude. Doch kaum haben sie die erste Stufe betreten, erscheinen unbekannte Männer, töten einen aus der Gruppe und umstellen die Pyramide, die Touris sind auf dem antiken Gebäude gefangen.

Meinung:
Carter Smiths Erstling lässt den Zuschauer lange im Unklaren, was überhaupt vor sich geht. Und auch als langsam klar wird, woher das Übel kommt, bleibt das Wie und Warum immer noch offen. Und das ist auch das Problem des Films. Die Geschichte ist zwar originell, aber bleibt halt eine Fun-Horror-Story, die einem ernsthaften Film eigentlich zuwider läuft. Eine Erklärung fehlt ohnehin, aber die Pflanzen als Böses an sich sind schon zu abstrus, um mit dem ernsten und harten Grundton des Films zu harmonieren. Und den hat der Streifen zweifelsohne. Sobald es zu den ersten Unglücken und Übergriffen kommt, inszeniert Smith einen harten, miesen Terror-Streifen, der zeitweilig wirklich zu überzeugen weiß. Der Cast bringt das ganze ebenfalls recht gut – wenn auch etwas stereotyp – rüber.
Doch wenn die Mädels dann dem Geheimnis auf die Schliche kommen, und die Pflanze zum sprechenden, denkenden, trickreichen CGI-Monster mutiert, bricht die Atmosphäre arg ein. Der düstere dritte Akt kann das zwar einigermaßen reparieren, aber die ganze große Anspannung ist doch irgendwie dahin. Ein wenig fühlt man sich hier an Darabonts „Der Nebel“ erinnert, der an einem ähnlichen Problem zu knabbern hat. Eine ernste atmosphärische Grundstimmung beißt sich halt häufig mit zu derbem Fantasy-CGI-Zeug.
Davon ab weiß „Ruinen“ aber auch ein paar echt harte (CGI-freie) FX-Szenen auf die Leinwand zu zaubern. Diverse Amputa- und Operationen sind wirklich hart und mies dargestellt und unterstützen nochmal den durchaus vorhandenen Terror-Stil des Streifens. Auch die Pflanze-kriecht-in-Menschen-Idee hat ihren Charme und sorgt für ein paar unappetitliche Bilder.

Fazit:
Netter Terror-Streifen, dessen harter filmischer Grundton sich leider mit dem albernen Thema der Story beißt.