BRAM STOKER’S DRACULA

BRAM STOKER’S DRACULA

Originaltitel: Dracula
Alternativtitel:
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 1992
Regie: Francis Ford Coppola
Drehbuch: Bram Stoker, James V. Hart
Darsteller: Gary Oldman, Winona Ryder, Anthony Hopkins, Keanu Reeves, Richard E. Grant, Cary Elwes, Bill Campbell, Sadie Frost, Tom Waits, Monica Bellucci, Michaela Bercu, Florina Kendrick

Laufzeit: ca. 123 Min.

Links zum Film:
IMDb, OFDb, Schnittbericht

Inhalt:
Der junge Anwalt Jonathan Harker reist ins abgelegene Transsilvanien um dort Londoner Immobilien an einen Graf Dracula zu verkaufen. Schon nach kurzer Zeit stellt Harker fest, dass der Graf Finsteres im Schilde führt und ihn auf seiner Burg gefangen hält. Als ihm schließlich die Flucht gelingt und er endlich wieder in London ankommt, muss er feststellen, dass Graf Dracula ebenfalls vor Ort ist und sowohl seine Frau Mina, als auch die gesamte Welt bedroht.

Meinung:
Viele Regisseure haben sich am Horrorklassiker von Abraham Stoker aus dem Jahre 1897 versucht, Viele Facetten und Nuancen hat das Genre bis heute entwickelt, doch handelt es sich bei Francis Ford Coppolas Version um die wohl getreueste. Ford hält sich sehr strikt an die Vorlage und nimmt nur eine entscheidende Änderung vor: Er erzählt im Gegensatz zu Stoker eine Vorgeschichte, in der Dracula seine Frau auf grausame Weise verliert. Dies gibt ihm in der Jetzt-Zeit die Möglichkeit, Dracula ein Verlangen nach Mina anzudichten. So wird Dracula vom reinen Bösen zu einer tragischen Figur, der die Jahrhunderte ohne seine Geliebte überdauern musste und Mina zu der seinen machen will, weil er sie liebt. Über diese Abänderung zu streiten ist sicherlich müßig, da die Ansichten eng an den jeweiligen Geschmack gebunden sind, aber so verliert Dracula doch ein wenig vom seinem „unergründlichen Bösen“.

Da trifft allerdings nur auf den Hintergrund der Figur zu, denn die Darstellung von Dracula – übernommen von Gary Oldman – sucht seines Gleichen. Insbesondere zu Beginn im Schloss fängt Oldman die Figur Dracula wohl nahezu perfekt ein. Doch auch in späteren Passagen des Films bleibt seine Leistung auf konstant hohem Niveau und macht schon für sich alleine den Film sehenswert. Unterstützt wird er von einer großartigen Riege an Darstellern, die die einzelnen Charaktere größtenteils sehr gut umsetzt. Nur der Irrenhausinsasse Renfield fällt ein wenig ab, was allerdings weniger am Schauspieler, sondern viel mehr an einem Schuss zu viel Steampunk in seinen Szenen liegt.

Auch die Ausstattung des Films weiß in jeder Szene zu überzeugen. Ob Londons Straßen, dunkle Gruften oder das transsilvanische Hinterland, alles wirkt wie aus einem Guss und macht einfach Spaß. Vor diesem Rahmen hat Coppola ein rasantes Horror-Abenteuer inszeniert. Ständig steigt die Anspannung, bis die abschließende Verfolgung des Grafen schon fast an einen Actionfilm grenzt. Wirkliche Gruselaugenblicke sind zwar Mangelware, aber dafür funktionieren die wenigen Vorhandenen umso besser. Überhaupt steht hier die beständig dunkle Atmosphäre deutlich vor dem kurzen Schockmoment. Das wirkt sich natürlich auch auf die Höhe des Blutzolls aus, der ebenfalls gering ausfällt. Wer sich diesen Film allerdings in der Hoffnung auf ein Blutbad ansieht, sollte es sowieso gleich bleiben lassen.

Fazit:
Tolle Interpretation von Bram Stokers Horrorklassiker, welche weitestgehend eng am Buch bleibt. Dazu gibt es tolle Schauspieler, großartige Kulissen und eine Gänsehaut gratis.

2 Antworten zu “BRAM STOKER’S DRACULA

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