BRAINDEAD

BRAINDEAD

Originaltitel: Braindead
Alternativtitel: Dead Alive, Der Zombie-Rasenmähermann
Herstellungsland: Neuseeland
Erscheinungsjahr: 1992
Regie: Peter Jackson
Drehbuch: Stephen Sinclair
Darsteller: Timothy Balme, Diana Penalver, Elizabeth Moody, Ian Watkin, Brena Kendall, Stuart Devenie, Jed Brophy, Stephen Papps

Laufzeit: ca. 100 Min.

Links zum Film:
IMDb, OFDb, Schnittbericht

Inhalt:
Lionel Cosgrove ist ein schüchterner Bursche, der – von seiner verwitweten Mutter unterjocht – ein einsames Dasein im neuseeländischen Nirgendwo führt. Erst als er eines Tages die hübsche Paquita kennenlernt, kommt Schwung in sein Leben. Leider gehört zu diesem Schwung auch der Umstand, dass ein aus Sumatra importierter Ratten-Affe seine Mutter beißt und sie zum Zombie wird. Nach kurzer Zeit wimmelt es im Anwesen der Cosgroves nur so vor Untoten.

Meinung:
Ja, was soll man zu diesem Film überhaupt noch schreiben. Das unumstrittene Aushängeschild des Splatter-Films. Jeder am Genre Uninteressierte kennt ihn und findet ihn unterhaltsam. Splatter für den Jedermann. Nach 1992 braucht es plötzlich keine Synthie-Sounds und dunklen Gemäuer mehr, Splatter ist nichtmehr böse oder verrufen. Splatter wird zu Popkultur. Was vor wenigen Jahren noch für Kopfschütteln sorgt, wird jetzt frenetisch bejubelt. Jacksons drittes Werk stellt den Startschuss für eine Unzahl an Splatter-Komödien dar, die das Genre auf die Schüppe nehmen.
Doch warum das Ganze? Was unterscheidet BRAINDEAD von seinen blutigen Ahnen? So ganz genau kann man das kaum bestimmen, aber ein ist sicher: Der Film ist lustig. Und zwar nicht trashig oder albern, sondern wirklich originell. Das genretypische Overacting wird hier derart überspitzt, das es kaum noch auszuhalten ist. Der zwischenzeitliche Wandel der Zombies von blutlüsternen Mordmaschinen zu zahmen Haustieren, die doch nur Liebe, Nahrung und ihre Ruhe im Keller wollen ist nur ein weiterer Schritt zur völligen Parodie des Genres. Und all diese humorvollen Elemente umgarnen eine großartige Coming-of-Age-Story. Den schüchternen Lionel, der im Laufe des Films zum zombieschlachtenden Draufgänger mutiert, welcher am Ende seine Geliebte in den blutverschmierten Armen hält, muss man einfach lieben.
Aber auch der restliche Cast hebt die Messlatte für Streifen dieser Facette in neue Höhen. Selbst kleine Rollen wie der Priester oder der Nazi-Arzt sind traumhaft besetzt und bleiben länger im Gedächtnis als manch ein Hauptdarsteller anderer Filme.
Nun aber zu den Effekten: Diese sind maßgeblich für den riesigen Erfolg des Films verantwortlich. Die Qualität ist unfassbar hoch, fast nichts wirkt peinlich zusammengeschustert, sondern vieles setzt neue Maßstäbe. Vor allem der Ideenreichtum lässt den Zuschauer fassungslos zurück. Es gibt nichts was es nicht gibt. Nie da gewesenes wird im Minutentakt präsentiert. Jeder einzelne Effekt beeindruckt, überrascht, amüsiert. Zum Ende hin steigert Jackson die Schlagzahl derart, dass man nur noch mit der Pause- oder Step-Taste folgen kann. Ansonsten entgeht einem die Hälfte des Präsentierten. Hier werden Maßstäbe gesetzt.
Und Maßstäbe werden eben nicht nur bei den Splatter- und Gore-Effekten gesetzt, sondern ganz allgemein. Der Film verändert das Genre. Ebenso wie es NIGHT OF THE LIVING DEAD oder ZOMBIE taten. Es zwingt dem Genre einen neuen Weg auf. Alles was danach kommt muss diesen Film anerkennen. Er ist der Vater und die Mutter des neumodischen Splatter-Films. Und das ist auch der Punkt, der die einzige kleine Kritik am Film ermöglicht: Der Film bereitet nicht nur den Weg für eine neue Ära des Splatter-Films, er beendet auch die Ära des 70er- und 80er-Splatters. Alles was vor Braindead kam wirkt plötzlich langatmig und blutleer, frei von Humor und filmischen Glanz. Niemand, der nur BRAINDEAD kennt wird mit einem Film von Fulci etwas anfangen können. Die herausragende Position des Films lässt ihn schon fast bedrohlich fürs gesamte Genre wirken. Doch nur auf den ersten Blick. Nur für den Außenstehenden. Denn für den Splatter-Liebhaber ist BRAINDEAD genau das was er sein will. Eine unfassbar gute Parodie auf das Genre, die in jeder Facette zu überzeugen weiß.

Fazit:
Großartige Splatter-Parodie, die in vielen Belangen Maßstäbe setzt und das gesamte Genre maßgeblich mitgeprägt hat.

5 Antworten zu “BRAINDEAD

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