DER BLOB

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Der Blob
The Blob | USA | 1988 | IMDb, OFDb, Schnittberichte

Ein vom Himmel gefallener Gesteinsklumpen landet in der Nähe einer US-amerikanischen Kleinstadt. Ein Obdachloser untersucht das Ding und wird von einem schleimigen Etwas angegriffen. Dieses Etwas gelangt mit dessen Hilfe in die Stadt und überfällt fortan immer mehr Bewohner und wächst mit jedem verspeisten Menschen. Eine Sondereinheit der Regierung lässt nicht lange auf sich warten und riegelt das Nest ab.

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In den letzten Jahren wir ja gemein viel über die unsägliche Flut an Remakes gemeckert. Selbst durchschnittlichsten Genreklamotten erfahren Neuverfilmungen, allerdings können nur die wenigsten davon auch nur den Unterhaltungswert des Originals erreichen. Doch solche Tendenzen zeigten sich – wenn auch mit anderen Ergebnissen – auch schon früher in der Filmgeschichte. In den 80er Jahren zeigten Typen wie John Carpenter mit DAS DING AUS EINER ANDEREN WELT (1982) oder David Cronenberg mit DIE FLIEGE (1986), dass man den Stoff von Horrorklassikern ohne Weiteres noch einmal verwenden konnte. Beide brachten dabei neue respektive eigene Ideen ein und schufen so weitere Klassiker. Ein Beispiel, dass auch noch innerhalb jenes Jahrzehnts Schule machen sollte.

Sohn: Mom, beeil dich! Wir wollen mit Anthony zum Kegeln. Und danach ins Kino …
Mutter: In welchen Film?
Sohn: Das Gartenschaufelmassaker. Ganz normales Gemetzel.
Mutter: Ganz normales was!?
Sohn: Ein Kerl in einer Hockeymaske … er macht aus ein paar Teenies Hackfleisch. Nur keine Angst. Es kommt kein Sex vor, nichts Böses.

So hatte Chuck Russell mit NIGHTMARE 3 – FREDDY KRUEGER LEBT (1987) gerade sein Regiedebut abgeliefert, als er sich auch schon daran begab, ebenfalls ein Remake in die 80er zu transportieren. Seine Vorlage sollte mit BLOB – SCHRECKEN OHNE NAMEN (1958) von Irvin S. Yeaworth Jr. ein weiterer Kultfilm der klassischen amerikanischen 50er Jahre Invasionsfilme sein. Sein Ansatz aber sollte sich ändern. Anstatt weiterhin auf Horror und Angst zu setzen, lag Russell nämlich ein Drehbuch vor, dass der ganzen Geschichte einen ordentlichen Schuss Humor beigab. In Betrachtung des Originals eine gute Idee, handelte es sich doch ebenfalls um einen deutlich trashigeren Film als beispielsweise DAS DING AUS EINER ANDEREN WELT (1951).
Das Drehbuch stammt übrigens von Frank Darabont, der neben Genreperlen wie NIGHTMARE 3 – FREDDY KRUEGER LEBT (1987) oder DIE FLIEGE II – DIE GEBURT EINER NEUEN GENERATION (1989) auch Welterfolge wie DIE VERURTEILTEN (1994) oder THE GREEN MILE (1999) geschrieben hat. Dementsprechend kurzweilig ist das Script dann auch ausgefallen und so liefert ebenjenes die perfekte Grundlage für einen flotten 80er-Hit.

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Auch wenn Russells Inszenierung beileibe keine Höhepunkte bietet, schafft es der lockere Stil zwischen amerikanischer Hinterland-Komödie und Invasion-Trasher zu jeder Zeit, den Zuschauer bei der Stange zu halten. Der stereotypen Anti-Kommunismus-Parolen der Vorlage werden übrigens augenzwinkernd in Form der im Verlaufe des Films auftretenden Forschertruppe aufgegriffen. Und die Klippe der Flucht in die Religion wird mit dem humorvollen Finale ebenfalls gekonnt umschifft. Genau derartige Reflexionen der Vorlage machen ein Remake zu einem guten.
Neben dem tollen Script und dem ordentlichen Filmhandwerk sind es dann vor allem die Effekte, die dem Streifen einen Platz in den meisten 80er-Hitlisten einräumen. Eine halbe Armee an Effektkünstlern sorgt dafür, dass die Auftritte und Übergriffe des Blobs eine wahre Augenweide darstellen und sich nicht vor bekannteren Filmen zu verstecken brauchen. Hier macht sich dann mehrfach das relativ große Budget von rund 20 Mio. US-Dollar bemerkbar, denn in schöner Regelmäßigkeit gibt es Darstellungen zu sehen, die zwischen brutal und lustig schwanken, aber allesamt außerordentlich gut (hand-)gearbeitet sind; Herz, was willst du mehr.

Sheriff: Ich fühl‘ mich wie ein Einbeiniger in einem Arschtritt-Wettbewerb!

Da ist es dann auch zu verschmerzen, dass die Besetzung irgendwie etwas ruppig ausgefallen ist; vor allem Kevin Dillon will als aufmüpfiger Kleinstadtrowdie zu keiner Zeit funktionieren, aber auch der übrige Cast versteht es nur bedingt zu glänzen. Fans modernen Horrorkino bekommen immerhin die junge Shawnee Smith zu sehen, die später mit der SAW-Reihe zu Weltruhm kommen sollte.
Wie erwähnt trübt das den ansonsten tollen Eindruck aber nur unwesentlich, denn DER BLOB kann zu jedem Zeitpunkt bestens unterhalten. An die ganz großen Remakes des Jahrzehnts kommt er zwar nicht heran, dafür kann er aber mit einer gehörigen Portion Humor überraschen und füllt so seine eigene Nische beeindruckend gut aus.

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Tolles Remake, das vor allem durch jede Menge Humor und grandiose Effekte überzeugen kann. Die flotte Storyline und ein kräftiges Augenzwinkern tun dann ein Übriges.

5 Antworten zu “DER BLOB

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