EINE FAMILIE ZUM KNUTSCHEN IN MANHATTEN

Eine Familie zum Knutschen in Manhattan
Flodder in Amerika! | Niederlande | 1992
IMDb, OFDb, Schnittberichte

1. EINE FAMILIE ZUM KNUTSCHEN (1986) und VERFLUCHTES AMSTERDAM (1988) brachten dem Niederländer Dick Maas (dessen Debüt FAHRSTUHL DES GRAUENS (1983) übrigens auch kickt) einiges an internationalem Renommee. 1992 stand dann die Fortsetzung des 86‘er-Hits ins Haus und getreu dem Grundsatz, dass der Nachfolger den Erstling stets in allen Belangen überflügeln muss, ging es in die USA; New York erholte sich gerade von seiner dunkelsten Phase und der (wiederentdeckte) amerikanische Traum konnte noch mal als klischeebeladener Hintergrund für die niederländische Chaotenfamilie dienen. Originell ist das nicht, zulässig allemal.

2. Leider lässt Maas in seinem Drehbuch aber jenes Element vermissen, dass den simplen Gags des Reihenauftakts einen gewissen ernsten Unterton entgegenstellte: die Sozialkritik. In EINE FAMILIE ZUM KNUTSCHEN waren die Flodders noch Opfer der verkappten Sozialpolitik und der Ressentiments der sozioökonomisch Bessergestellten. Teils beißende Kritik sorgte zwischen den Lachanfällen immer wieder für ernstes Nicken im Publikum – so zumindest meine Hoffnung. Und obwohl auch dieser Film mit den Tricksereien der Stadtoberen startet, vergisst er diese Ebene, sobald die Truppe den Flieger entert. Die beiden US-amerikanischen Sozialarbeiter wiegen das zu keinem Zeitpunkt auf und Werner ist ja aufgrund unglücklicher Verkettungen den ganzen Film über von der Familie getrennt. Das ist schade, weil den Gags so das unmittelbare Gegengewicht fehlt.

3. So wird EINE FAMILIE ZUM KNUTSCHEN IN MANHATTAN zu einer weitgehenden Wiederholung des Bekannten. Die Gags funktionieren nach dem gleichen Schema, teils werden sie einfach wiederholt. Die Figuren sind ausformuliert und lassen jegliche Entwicklung vermissen. Dazu wird das Setting so stereotyp abgearbeitet („McDonalds? Gibt die jetzt auch in Amerika?“), wie man es sonst nur von Produktionen aus hiesigen Landen erwarten würde. Und trotzdem behält der Film jenen ureigenen Charme, der der Familie Flodder ihre treue Fangemeinde eingebracht hat. Jene rotzig-protzige Übertreibung, der selbst die ab 1993 startende TV-Serie und deren Auskopplung FLODDER FOREVER – EINE FAMILIE ZUM KNUTSCHEN (1995) trotz ihrer weitreichenden Umbesetzungen nicht anhaben konnte. Weder die Flodders liebt, dem ist wohl egal, auf welchem Kontinent sie unterwegs sind.

3 Antworten zu “EINE FAMILIE ZUM KNUTSCHEN IN MANHATTEN

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