28 DAYS LATER

28 DAYS LATER
(Großbritannien 2002)

Jim wacht in einem Krankenhaus auf. Dieses Krankenhaus ist völlig menschenleer und befindet sich mitten im ebenfalls völlig menschenleeren Londen. Nach kurzer Zeit trifft er auf Selena und Mark, die ihn über die Situation aufklären. Ein Virus verwandelt jeden der sich damit infiziert und ein willenloses, mordendes Monster.

„28 Days later“ wurde Anfang des Jahrtausends als Neubeginn des Zombiefilms gefeiert. Der Zuschauer hatte sich an moderigen, stöhnenden Kollegen sattgesehen und da kam diese Neuinterpretation des Genres gerade recht. Es gibt nun eine Erklärung für die Verwandlung von Menschen, sie essen auch keine Leichen mehr, können sich schnell bewegen und wurden aus einsamen Gemäuern in die britische Hauptstadt verpflanzt. Somit bietet der Streifen eine Runderneuerung des Genres Zombie und dessen Anpassung an das 21. Jahrhundert an. Das Ganze verpackt Regisseur Danny Boyle dann noch in eine sehr hübsche Optik, die mit teilweise großartigen Aufnahmen des leergefegten London besticht.
Leider gehen dem Film dabei viele typische Elemente der Zombiefilms verloren. Vor allem die fast völlig fehlende Gewalt und die relative Seltenheit von Szenen, in denen Infizierte vorkommen, macht den Film eher zu einem Action-Drama mit dem Sujet Zombie. Einzig eine Szene in der Hauptcharakter Jim einem Gegner die Augen eindrückt bietet einen Verweis auf das klassische Genre, aber selbst diese präsentiert sich recht blutarm.
Auf der anderen Seite gibt sich der Film viel Mühe die Charaktere detailiert zu zeichnen und deren Beziehungen und Gefühle deutlich zu machen. Gerade im zweiten Teil des Films stehen die Interaktionen zwischen den Überlebenden klar im Vordergrund. Das ist nicht uninteressant, aber weit weg von einem Zombiefilm.

Ein optisch ansprechendes Action-Drama, welches das Sujet Zombie mal von einer anderen Seite betrachtet. Gorehounds und Puristen sollten aber die Finger davon lassen.

Links zum Film: IMDb, OFDb, Schnittbericht

3 Antworten zu “28 DAYS LATER

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