NEKROMANTIK

Nekromantik
Nekromantik | Deutschland | 1987
IMDb, OFDb, Schnittberichte

Robert arbeitet bei Joe’s Säuberungsaktion, einer Firma die nach Unfällen die sterblichen Überreste der Opfer beseitigt. Von dort nimmt er öfters Teile der Verstorbenen mit, die er zu Hause sammelt. Eines Tages entwendet er eine gesamte Leiche, mit der seine ebenfalls nekrophile Freundin Betty und er dann Geschlechtsverkehr haben.

Wenn man die Beschreibung liest und sich vor Augen führt, dass es sich hier um keinen Trashfilm handelt, sondern alle gezeigten sexuellen und sonstige Handlungen sehr realistisch und ernst dargestellt werden, wirft das eine Frage auf: Warum ist dieser Film nicht indiziert bzw. beschlagnahmt? Die Antwort findet sich in der Tatsache, dass Buttgereit mit „Nekromantik“ die Pfade des üblichen Horror oder Splatter verlässt, und sich an einer künstlerischen Umsetzung des Sujets versucht. Ob ihm dies gelingt liegt – wie so oft – fast ausschließlich im Auge des Betrachters.
Zumindest muss man beim Betrachten anerkennen, dass der Film keineswegs ein Horrorfilm ist. Es gibt keinen Spannungsbogen, keine Schockmomente und auch keine düstere Atmosphäre. Es gibt keine schnellen Schnitte und wenig Dialoge. Dafür aber eine sehr eindringliche musikalische Untermalung der oft in Zeitlupe gefilmten Sequenzen. Die Neigung der beiden Hauptdarsteller wird keineswegs sensationsgierig heraufbeschworen, sondern von Anfang an als gegeben dargestellt. Auch die Szenen, in denen das Pärchen Sex mit der Leiche hat zielen nicht auf Details ab, sondern schockieren, weil sie vielen normalen Liebesszenen aus anderen Filmen nachempfunden sind.
Trotz des künstlerischen Anspruchs bedient sich Buttgereit auch normaler Splatter- und Goreeffekte. Diese sind verhältnismäßig billig geraten, was angesichts des Erscheinungsjahres und der Rolle des Films als einer der ersten deutschen „Splatterfilme“ aber auch nicht weiter erstaunt.
Ganz klar zu weit geht der Film allerdings bei der Szene, in der ein echtes Kaninchen – in einer vollkommen sinnfreien Rückblende – vor laufender Kamera getötet und gehäutet wird. Tiersnuff ist krank, widerlich und durch nichts zu entschuldigen!

Insgesamt ein künstlerisch interessanter Film, der – nicht nur seines Pionierstatus wegen – auf jeden Fall einen längeren Blick wert ist. Leider ruiniert sich der Film selbst, indem er vollkommen unsinniger Weise die Tötung eines echten Tieres zeigt.

Eine Antwort zu “NEKROMANTIK

  1. Pingback: VIOLENT SHIT | SPLATTERTRASH·

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..