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MACHETE

25. Januar 2012

MACHETE

Originaltitel: Machete
Alternativtitel: -
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 2010
Regie: Robert Rodriguez
Drehbuch: Álvaro & Robert Rodriguez
Darsteller: Danny Trejo, Robert De Niro, Jessica Alba, Steven Seagal, Michelle Rodriguez, Jeff Fahey, Cheech Marin, Don Johnson, Shea Whigham, Lindsay Lohan

Laufzeit: ca. 101 Min.

Links zum Film:
IMDb, OFDb

Inhalt:
Die Familie des mexikanischen Bundespolizisten Machete (Danny Trejo) wird von der Gangsterboss Torrerz (Steven Seagal) kaltblütig ermordet. Daraufhin flieht Machete nach Texas, wo er als Tagelöhner arbeitet, bis er von der rechten Hand (Jeff Fahey) des Senators angeheuert wird, genau diesen (Robert De Niro) zu ermorden. Er ahnt nicht, dass er dabei nur ein Werkzeug in einer Kampagne ist, die eigentlich dazu dient dem konservativen Senator mehr Stimmen in seinem Kampf gegen mexikanische Einwanderer zu bringen.

Meinung:
Es gibt wohl nur wenig Filme, die eine derart wunderliche Entstehungsgeschichte aufweisen, wie Robert Rodriguez‘ „Machete“. 2007 wurden für die Kooperationen zwischen Quentin Tarantino und Robert Rodriguez namens „Grindhouse“ mehrere Fake-Trailer gedreht, die Filme anpriesen, die gar nicht existierten. Dabei kamen sowohl sehr namenhafte Regisseure (Rob Zombie, Edgar Wright, etc.) als auch viele bekannte Schauspieler zum Einsatz. Der Trailer zu „Machete“ steiß beim Publikum auf eine derart positive Reaktion, dass Rodriguez sich ein Herz nahm und den Film realisierte. Ganz nebenbei verhalf er damit Danny Trejo, der sich in Genre-Kreisen zwar eines guten Rufes erfreut, aber in seiner ganzen Karriere nie eine Hauptrolle spielt, zu seinem ersten Auftritt als zentrale Figur ein einem Film.
Wenn man nun den Trailer von 2007 mit dem Film von 2010 vergleicht, dann fällt einen auf, dass sich Rodriguez fast schon pedantisch an die Vorlage gehalten hat. Teileweise stimmen die Szenen bis ins kleinste Detail, manchmal musste aber auch ein Schauspieler ausgetauscht werden. Dabei wurde massig neues Material gedreht, das jedoch nicht immer den Weg in den Film gefunden hat. So ist zum Beispiel auch der Tod von Osiris Amanpour (gespielt von Tom Savini) gedreht worden, hat es allerdings nicht in die endgültige Fassung geschafft. Die Szene ist allerdings im Fake-Trailer mit anderem Schauspieler zu sehen. Dort wird ein Typ mit einer Kreissäge bearbeitet und genau diese Szene hat man auch mit Savini gedreht.

Auch andere Szenen/Charaktere fanden keine Verwendung. So sollte Sartana Rivera (Jessica Alba) eigentlich noch eine dusselige Zwillingsschwester haben, eine maskierte Kopfgeldjägerin namens McCoy war auch geplant, und ein (im fertigen Film immerhin kurz zu sehender) Killer mit einer mexikanischen Wrestling-Maske sollte auch eine größere Rolle spielen. All diese Ideen finden dann vielleicht in der geplanten Fortsetzung „Machete Kills“ Verwendung, die am Filmende angekündigt wird und von Rodriguez auch bestätigt wurde.
Die Geschichte, die sich Robert Rodriguez dann mit seinem Cousin Álvaro Rodriguez ausgedacht hat, stützt sich stark auf die mexikanisch-amerikanische Grenzproblematik. Dabei geht der Film seinem Exploitation-Herz treu bleibend sehr rabiat zu Werke, was an mancher Stelle dann ein wenig zu viel des Guten ist. Zwar ist die Story derart stark überzeichnet, dass es zu verschmerzen ist, aber ein wenig mehr Zurückhaltung hätte der lockeren Atmosphäre, die der Film eigentlich generiert, gut getan. Trotzdem ist die – durchaus komplexe – Geschichte aber schwungvoll erzählt und kann über die gesamten zwei Stunden Laufzeit unterhalten.
Neben der Geschichte zählt aber vor allem die allgewärtige Coolness von Machete. Und die ist mehr als vorhanden. Machete ist moralisch, aber schreckt vor Gewalt nicht zurück. Kommunikation findet bei ihm nur mittels ausgewählter One-Liner statt und wenn er jemanden nicht mag, dann filmt Machete sich mal eben beim Beischlaf mit dessen Frau und Tochter. Aber auch der Rest vom beeindruckenden Cast bietet ansprechende Leistungen. Robert De Niro ist als böser Intrigant sowieso immer perfekt besetzt, Michelle Rodriguez als weiß als toughe Freiheitskämpferin zu gefallen und Kifferlegende Cheech Marin als mordender Pfarrer schießt den Vogel ab.

Nachdem Rodriguez 2007 mit „Planet Terror“ einen ziemlich derben Splatterfilm produziert hat, der aufgrund verweigerter Freigaben dann eine finanzielle Bruchlandung hinlegte, hielt er sich bei „Machete“ deutlich zurück. Zwar bietet der Film im Vergleich zu Mainstream.Actionern einige derbe Szenen, aber alles in allem ist der Film dann doch recht zahm ausgefallen, die meisten Gewaltszenen laufen im Off ab. Des Weiteren ist vieles per CGI realisiert. Was aber nicht heißt, dass nicht ein paar Szenen aufgrund ihr Skurrilität trotzdem im Gedächtnis bleiben. Ansonsten arbeitet der Film vor allem wieder mit einer Vielzahl an Effekten die dazu dienen, dem Film ein verbrauchtes und schmutziges Design zu verpassen. Neben blassen Farben kommen wie auch schon bei „Death Proof“ und „Planet Terror“ wieder Bildfehler und ähnliches vor.
So schafft es „Machete“ dann mit einer netten Geschichte, viel Action, einer Portion Gewalt und einer riesen Menge an mexikanischer Coolness richtig gut zu unterhalten und das (modernisierte) Exploitation-Kino der 70’er wieder mal einem größeren Publikum schmackhaft zu machen.

Fazit:
Cooler Action-Trasher, der einfach gut unterhält und ganz nebenbei Exploitation salonfähig macht.

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