TARZAN UND DIE NAZIS
Originaltitel: Tarzan Triumphs
Alternativtitel: Tarzans Triumph
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 1943
Regie: Wilhelm Thiele
Drehbuch: Carroll Young
Darsteller: Johnny Weissmüller, Johnny Sheffield, Frances Gifford, Stanley Ridges, Sig Ruman, Philip Van Zandt, Rex Williams, Pedro de Cordoba, Sven Hugo Borg, Stanley Brown, George Lynn
Laufzeit: ca. 74 Min.
Inhalt:
Tarzan lebt mit seinem Sohn Boy in seinem Dschungel gemütlich vor sich hin und lässt sich von den Geschehnissen außerhalb nicht stören. Auch als die Nazis die nahe gelegene Dschungelmetropole Palandria einnehmen, um die Rohstoffe der Einheimischen zu stehlen, lässt das den Lianenartisten zunächst kalt. Doch als sich die Deutschen dann auch noch seinen Sohn schnappen, macht sich Tarzan daran, die Nazis aus seinem Dschungel zu vertreiben.
Meinung:
Wenn man bei IMDb den Namen der 1912 von Edgar Rice Burroughs erfundenen Roman-Figur eingibt, werden einem mehr als 100 Filme vor den Latz geknallt. Kein Wunder, dass da kaum einer die Übersicht behält. Die 12 Tarzan-Filme, in denen Johnny Weissmüller den legendären Dschungel-Bewohner verkörpert, dürften wohl zu den Bekanntesten gehören. Eigentlich sollte die Serie nach dem Vorgänger „Tarzans Abenteuer in New York“ (1942) aufgrund mangelnder Ideen eingestellt werden, doch dann wurden die Amerikaner plötzlich auch zum Weltkrieg-Teilnehmer und alle popkulturellen Figuren mussten am Kampf gegen Nazi-Deutschland teilnehmen. Neben Mickey Mouse und Donald Duck wurde dann eben auch Tarzan reanimiert, um ein paar Deutschen eins auf die Glocke zu geben.
Im Zuge dessen wechselten die Rechte übrigens auch von MGM zu RKO. Maureen O’Sullivan, die bis dato die Jane gemimt hatte, wechselte allerdings nicht mit und wurde kurzerhand durch Zandra, gespielt von Frances Gifford, ersetzt.
Die belanglose Geschichte hampelt sich dann durch einen netten Plastikdschungel, in dem die Bäume die Eigenschaft haben, grundsätzlich eine schwingbereite Liane zu beherbergen. Aber das stört natürlich nicht, Tarzan brauch ja schließlich genug Geäst zum Herumschwingen. Die Nazis treten dann in ihrer üblichen Überheblichkeit jedem und allem gegenüber auf den Plan, um die verträumte Dschungel-Stadt Palandria von ihren Rohstoffen zu befreien. Irritierend ist an dieser Stelle, dass das Tarzan gar nicht interessiert. Das böse Treiben der Deutschen lässt ihn völlig kalt, erst die persönliche Betroffenheit (durch Boys Entführung) bringt ihn dazu, den im Stechschritt Marschierenden mal den Marsch zu blasen. Von ordentlicher Kriegspropaganda hätte man schon ein wenig mehr Zug erwarten können. Immerhin endet der Streifen dann in einem großartigen Gag, der die Intention des Filmchens nochmal überdeutlich offenlegt.
Ansonsten gibt es gute 70 Minuten schwarz-weiße Kulissen zu sehen, die in Anbetracht von Alter und Budget des Films durchaus überzeugen können. Vor allem die Stadt Palandria bietet einige sehr schöne Einstellungen. Und wenn Tarzan dann durch den Dschungel schwingt um sich die Nazis zu packen, hat sich die Zeit schon gelohnt.
Fazit:
Auch Tarzan musste im Krieg mit anpacken! Heute kann das, eine gewisse Trash-Resistenz vorausgesetzt, zumindest gut unterhalten.





Die Kommentarfunktion ist geschlossen.