Zum Inhalt springen

ICH SPUCK AUF DEIN GRAB

17. Juni 2011

ICH SPUCK AUF DEIN GRAB

Originaltitel: Day of the Woman
Alternativtitel: I Spit on Your Grave, Horror Weekend, Blood Angel, I Hate Your Guts
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 1978
Regie: Meir Zarchi
Drehbuch: Meir Zarchi
Darsteller: Camille Keaton, Ronit Haviv, Eron Tabor, Richard Pace, Anthony Nichols, Gunter Kleemann, Alexis Magnotti

Laufzeit: ca. 101 Min.

Links zum Film:
IMDb, OFDb, Schnittbericht

Inhalt:
Jennifer Hills, ihres Zeichens angehende Schriftstellerin, fährt in eine abgelegene Waldhütte, um ihr neues Buch dort zu schreiben. Schon während der Anreise trifft sie die örtlichen Junggesellen, welche ihr wenig sympathisch sind. Kurze Zeit später fallen eben diese Typen über Jennifer her.

Meinung:
„Ich spuck auf dein Grab“ gehört wohl zu den kontroversesten Filmen der 70er Jahre. Eine lange Geschichte der Zensur folgte, und in beinah jedem europäischen Land waren nur arg verstümmelte Fassungen zu bekommen. Obwohl Wes Craven das Genre Rage and Revenge bereits sechs Jahre zuvor mit „Das letzte Haus links“ begründet hatte, sorgt „I Spit on Your Grave“ für deutlich mehr Wirbel, da diesem Streifen ein deutlich höherer voyeuristischer Faktor zugeschrieben wurde.
Und in der Tat kommt der Film sehr finster daher. Nach der Exposition muss der Zuschauer ca. 45 Minuten wiederholter Vergewaltigung über sich ergehen lassen. Die äußerst geringen Mittel der Produktion sorgen dafür, dass die Vergewaltigungen nicht in einer „künstlerischen Betrachtung“ stattfinden, sondern sehr realistisch und ungeschönt ablaufen. Auch die folgenden Rachesequenzen sind durchaus hart, auch wenn die optische Gewalt für heutige Maßstäbe doch recht gering ausfällt.
Darüber hinaus bietet der Streifen relativ wenig Story. Die Charaktere werden kaum aus geschmückt und ihr Hintergrund ist weitestgehend unklar. Einzig Jennifers Entwicklung nach den Vergewaltigungen wird etwas beleuchtet, um ihr Wandlung zu erklären. Leider wirken viele Szenen ihres Rachfeldzuges zu konstruiert, und rauben dem Film damit im zweiten Teil die erarbeitete Glaubwürdigkeit. Ebenfalls wenig stimmungsförderlich ist der Charakter Matthew, dieser würde besser in eine Troma-Produktion passen. So lustig solche Typen sind, so unpassend ist dieser in diesem Streifen.

Fazit:
Ein Pionier des „Rape and Revenge“-Films, der heutzutage etwas angestaubt daherkommt. Nichtsdestotrotz ein harter und finster Streifen.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.

Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.