DER NEBEL
Originaltitel: The Mist
Alternativtitel: Stephen King’s The Mist
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 2007
Regie: Frank Darabont
Drehbuch: Stephen King, Frank Darabont
Darsteller: Thomas Jane, Marcia Gay Harden, Laurie Holden, Andre Braugher, Toby Jones, William Sadler, Jeffrey DeMunn, Frances Sternhagen, Nathan Gamble, Alexa Devalos
Laufzeit: ca. 127 Min.
Links zum Film:
IMDb, OFDb, Schnittbericht
Inhalt:
Ein Unwetter fügt dem Haus von Poster-Zeichner David Drayton ein paar Beschädigungen zu, so dass er sich mit seinem Nachbar und seinem Sohn auf den Weg zu Supermarkt macht, um das Nötigste für die Reparatur zu besorgen. Doch kaum dort angekommen, fällt auch schon ein unheimlicher Nebel über die Kleinstadt und die drei sitzen zusammen mit duzenden anderen Kunden in dem Supermarkt fest.
Meinung:
„Der Nebel“ ist nach „The Green Mile“ und „Die Verurteilten“ bereits Frank Darabonts dritte Stephen King Verfilmung. Aber trotz der Tatsache, dass die vorherigen Beiden durchaus gute Filme waren, ist bei einer King-Verfilmung nie ganz klar, was dabei rauskommen wird. Die Skala reicht von meisterlich bis unfassbar schlecht. „Der Nebel“ macht es einem nun nicht ganz einfach, den Streifen klar irgendwo einzuordnen.
Der Film beginnt typisch und ruhig, baut aber eine angenehme Atmosphäre der Unwissenheit auf. Der plötzlich alles einhüllende Nebel und die Mutmaßungen der Eingeschlossenen unterstützen diesen Eindruck zusätzlich. Diese durchaus spannende Situation wird dann aber gnadenlos vom Billig-Horror-Hammer getroffen: Fangarme und eine Horde an mutierten Insekten, Vögeln, Spinnen etc., allesamt mit billigem CGI auf die Leinwand gebracht, lassen jeden Hauch von Atmosphäre augenblicklich verschwinden und geben dem Betrachter das Gefühl, sich in einem weiteren billigen Stephen-King-Reißer zu befinden. Ein Gemetzel findet zwar zu keiner Zeit statt, allerdings sind ein paar dieser Szenen durchaus nicht unblutig.
Das letzte Viertel geht dann wieder zurück zur Ruhe und präsentiert dem Betrachter eines der wohl miesesten und pessimistischsten Enden der jüngeren Kinogeschichte.
Somit lässt sich der Film nicht genau einordnen, sondern schwankt beunruhigend zwischen den Genres. Vielleicht wäre es gut gewesen, sich für Drama oder Trash zu entscheiden. Insbesondere der Aufschwung der fanatischen Mrs. Carmody zur Anführerin und die zunehmende Bereitschaft der Leute ihr Glauben zu schenken hätte doch Stoff für ein großartiges Gesellschaftsdrama geboten (welches teilweise übrigens auch geboten wird).
Als gäbe es jetzt nicht schon genug Möglichkeiten, den Film zu mögen oder abzulehnen, hat Frank Darabont auch noch gleich zwei Fassungen veröffentlicht. Da die Produktionsfirma die von Darabont präferierte Schwarzweiß-Version nicht im Kino haben wollte, da sie um den kommerziellen Erflog bangte, wurde die Version kurzerhand auf die DVD gepresst und mit dem Namen „Director’s Choice“ versehen.
Fazit:
Ein Film, der wahrscheinlich jede nur mögliche Resonanz hervorruft, von Liebe bis Hass. Insgesamt aber ein sehenswerter Gruselfilm, der zu gleichen Teilen Drama und Trash bietet und ein Ende präsentiert, welches nun wirklich nicht durchschnittlich ist.




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