SHINING
Originaltitel: The Shining
Alternativtitel: Stanley Kubirck’s The Shining
Herstellungsland: Großbritannien/USA
Erscheinungsjahr: 1980
Regie: Stanley Kubrick
Drehbuch: Stanley Kubrick, Stephen King
Darsteller: Jack Nicholson, Shelley Duvall, Danny Lloyd, Sctman Crothers, Barry Nelson, Philip Stone, Joe Turkel, Anne Jackson, Tony Burton, Lia Beldam, Billie Gibson
Laufzeit: ca. 115 Min.
Links zum Film:
IMDb, OFDb, Schnittbericht
Inhalt:
Der gescheiterte Lehrer Jack Torrance findet sich über den Winter im abgelegenen Overlook-Hotel in den Bergen von Colorado ein, um dort in der kalten Jahreszeit den Hausmeister zu spielen. Bei ihm ist nur seine Familie bestehend aus seiner Frau Wendy und seinem Sohn Danny. Den Hinweis, dass der letzte Hausmeister im Winter seine beiden Töchter und sich selbst umbrachte, schlägt Jack locker in den Wind und plant statt dessen, endlich sein Buch in der Ruhe die sich im bieten wird zu vollenden. Schon nach kurzer Zeit zeigt sich, dass Jack den Hinweis besser ernst genommen hätte.
Meinung:
„Shining“ ist wohl die Stephen King Verfilmung schlechthin. Und dabei ist sie nicht einmal lizensiert. Da Herrn King der Film zu weit von der literarischen Vorlage entfernt ist, darf der Streifen nur darauf verweisen, dass er von dem Buch inspiriert wurde, nicht aber, dass es die offizielle Filmadaption ist. 1997 schrieb King übrigens selber ein Drehbuch, welches dann in Form eines TV-Dreiteilers Umsetzung fand und sich des Titels „lizensierte Verfilmung“ rühmen darf. Stanley Kubrick dürfte das herzlich egal sein, da er mit seinem Film einen Meilenstein des Horror-Genres geschaffen hat. Und das, ohne auf die zu der Zeit üblichen Muster wie Serienkiller oder ausufernde Gewalt zurückzugreifen.
„Shining“ erschafft eine unglaublich bedrohliche und dichte Atmosphäre, welche allerdings nicht durch Grausames oder Augenscheinliches entsteht, sondern durch die zunehmende, subtile Veränderung der Protagonisten. Der – mit Jack Nicholson im Übrigen perfekt besetzte – Jack alleine bietet dem Zuschauer tausend Möglichkeiten, den zunehmenden Wahn zu verfolgen. Mit seiner Frau und dem Shining-begabten Danny entsteht somit eine Konstellation, die an Dichte ihres gleichen sucht. Die Szene, in der Jack Wendy das erste Mal bedrängt und er ihr sagt, dass er sie nur töten möchte, ist wohl an Eindringlichkeit nicht mehr zu überbieten. Szenen dieses Kalibers reihen sich im Film nahtlos aneinander. Leider bricht diese Atmosphäre, da Kubrick sich teils weit von der Vorlage entfernt, zweimal im Film merklich ein. Jack erster Besuch in der Bar und auch der erst dort zu sich genommene Drink, lassen zu unklar, ob Jacks Alkoholkonsum etwas mit seinen Wahnvorstellungen zu tun hat, und Jacks Befreiung aus der Speisekammer bricht mit der sonstigen Körperlosigkeit seiner Vorstellungen. Diese Szenen sind allerdings im Gesamtkontext zu verschmerzen.
Großes leistet der Film übrigen auch, was die Optik anbelangt. Schon die einführende Kamerafahrt durch die Berge Colorados ist mehr als eindrucksvoll. Und konsequent setzt der Film die Fahrten innerhalb des Hotels fort. Grund dafür ist vor allem die pioniergleiche Verwendung der Steadicam, welche die großartigen Kamerafahrten durch die Gänge der Overlook erst ermöglichte. Doch auch abseits der Bewegung bietet der Film vieles fürs Auge. Das wunderschöne, leere Hotel mit seinen riesigen Hallen und unzähligen Türen ist maßgeblich für die verlorene und abgeschnittene Atmosphäre im späteren Teil des Films verantwortlich, die Außenaufnahmen unterstützen diesen Eindruck zusätzlich.
Nicht unerwähnt bleiben soll, dass die US-Fassung eine knappe halbe Stunde länger geht, dabei jedoch keine Änderungen an der Handlung vornimmt, sondern nur einige erläuternde Szenen fehlen. Kubrick steht hinter beiden Fassungen und gibt keiner den Vorzug. Ein weiterer Fassungs-Unterschied findet sich in der Szene, in der Wendy die beschriebenen Blätter von Jack findet. Im Original lautet der immer wiederkehrende Satz „All work and no play makes Jack a dull boy“. Im Deutschen hingegen lautet er „Was du heute kannst besorgen, dass verschiebe nicht auf morgen“. Dies stellt einen deutlichen sinnhaften Unterschied dar, der sich auch durch alle anderen Fassungen zieht. Denn auch die italienische, die spanische und die französische Fassung haben jeweils ihren einigen, sich von allen anderen unterscheidenden Satz.
Fazit:
Großartiger Horror-Streifen, der durch Atmosphäre und Protagonisten eine Spannung erzeugt, die ihres gleichen sucht.






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