HELLRAISER – DAS TOR ZUR HÖLLE
HELLRAISER – DAS TOR ZUR HÖLLE
Originaltitel: Hellraiser
Alternativtitel: Pinhead, Clive Barker’s Hellraiser
Herstellungsland: Großbritannien
Erscheinungsjahr: 1987
Regie: Clive Barker
Drehbuch: Clive Barker
Darsteller: Andrew Robinson, Clare Higgins, Ashley Laurence, Sean Chapman, Oliver Smith, Robert Hines, Anthony Allen, Leon Davis
Laufzeit: ca. 94 Min.
Links zum Film:
IMDb, OFDb, Schnittbericht
Inhalt:
Frank kauft sich auf einem orientalischen Markt einen mysteriösen Würfel. Als er diesen öffnet, verschlägt es ihn in eine andere Dimension, in der die herrschenden Zenobiten ihn unvorstellbar sinnlichen Erfahrungen aus Lust und Schmerz aussetzen. Durch das Blut seines Bruders erhält er Jahre später die Möglichkeit wieder in die Welt der Lebenden zurückzukehren, doch um vollständig zu genesen und den Zenobiten zu entfliehen braucht er das Blut von anderen Lebenden.
Meinung:
Was in der Beschreibung erst einmal nach einem durchschnittlichen Slasher der 80er Jahre klingt, entpuppt sich ziemlich schnell als herausragendes Werk des Horrorfilms. Während in den meisten zeitgenössischen Produktionen irgendwelche Highschool-Killer schreiende Teenies dahinrafften, oder psychisch Gestörte ihr Unwesen trieben, geht dieser Film einen gänzlich anderen Weg. Mit Sicherheit nicht ganz unschuldig an diesem Umstand ist die Tatsache, dass Buchautor Clive Barker hier sein eigenes Werk verfilmt hat und die Produktion in Großbritannien stattfand.
Frank, der nur der geheimnisvollen Dimension der Zenobiten entkommen will, und dafür die Frau seinen Bruders verführt, welche ihm dann die nötigen Menschenleben heranschaffen soll, hebt sich angenehm vom typischen Killer ab. Ob er wirklich von Grund auf Böse ist, bleibt sogar im Unklaren. So versucht er Kirsty erst Gewalt anzutun, als diese ihn wieder an die Zenobiten ausliefern will. Somit bleibt sein Hauptmotiv eigentlich nur die Rettung der eigenen Seele.
Was den Film weiterhin zu etwas Besonderem macht, ist seine elegante Kameraarbeit. Die Bilder sind meist ruhig und geben dem Zuschauer die Möglichkeit, den handelnden Charakteren in Ruhe zu folgen. Die ruhigen Passsagen werden immer wieder von aggressiver Hektik durchbrochen, beispielweise, wenn Julia mehrere Männer in das Haus lockt um sie zu erschlagen oder wenn Kirsty in die andere Dimension gerät. Überhaupt bietet das Zuhause der Zenobiten einiges fürs Auge, allem voran natürlich die wunderbaren Kostüme und Masken der Hausherren. Insbesondere der Pinhead – dessen Name in diesem Film übrigens noch gar keine Verwendung findet – bleibt augenblicklich im Gedächtnis und hat sich folgerichtig zu einer Ikone des Horrors entwickelt.
Diese Mixtur aus eleganten Aufnahmen, origineller Story und nachvollziehbar handelnden Charakteren macht den Film zu einem sehr spannenden Horror-Streifen.
Dazu kommt dann noch eine guter Schuss Gewalt und abgedrehte Momente. Die Auferstehung Franks ist großartig, seine zu durchleidenden Qualen zuvor sind ebenfalls recht gelungen. Das Monster, welchen Kirsty zuerst in der Wand der Klinik begegnet, sieht nicht nur gut aus, sondern verrät in seiner Gestalt auch viel über die verdrehte Welt der Zenobiten.
Zwar ufert die Gewalt nicht aus, doch begleitet sie den Film stets passend und übertrifft auf jeden Fall den durchschnittlichen Horrorstreifen der 80er Jahre.
Eine lustige Randnotiz zum Ende: Über den Titel wurde lange diskutiert, Clive Barker selber schlug „Sadomasochists from beyond the Grave“ vor, eine Mitarbeiterin des Produktionsteams warf gar „What a Woman Will Do for a Good Fuck“ in die Runde.
Fazit:
Klassiker des Horrors, der mit spannender Handlung und tollen Charakteren zu überzeugen weiß. Dazu gibt es großartiger Kameraarbeit und eine ordentliche Portion Effekte.



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